Horst Wehner

Bundesteilhabegesetz: Schwerbehindertenvertretungen stärken/Inklusion umsetzen!”

2. Dezember 2016  |  Abgelegt in Allgemein

Der DGB-Bezirk Sachsen und ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. hatten zum 1.12. 2016 zur zweite Konferenz zu diesem Thema nach Dresden eingeladen.

Am gleichen Tag wurde im Deutschen Bundestag das sogenannte und umstrittene Bundesteilhabegesetz beschlossen.

Zu Beginn der Konferenz beeindruckten THE HAPPY DRUMMERS – ein Kooperationsprojekt der Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. und dem Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden – mit heißen Rhythmen.

THE HAPPY DRUMMERS bei ihrem Auftritt

Zentraler Bezug der Konferenz: das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und seine Auswirkungen auf die Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder/und Sinnesbeeinträchtigungen.

“Nichts über uns-ohne uns” mahnte Dr. Ilja Seifert, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes Deutschland e.V. Das BTHG sei weit entfernt von den Maßgaben der UN BRK, selbstbestimmte Teilhabe sei ein Menschenrecht, Menschen mit Beeinträchtigungen seien insoweit zur Ausübung des Menschenrechts Nachteilsausgleiche zu gewähren.

Im Gespräch mit Dr. Ilja Seifert

Stefan Albert von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. berichtete über ein Modellprojekt in Nordsachsen vor. Ich fand es beeindruckend wie es in Kooperation zwischen der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und dem Unternehmerverband Nordsachsen gelingt langzeitarbeitslose schwerbehinderte Menschen im Alter von 35 bis 60 Jahren in Arbeit zu bringen. Bleibt nur zu hoffen das diese Modellprojekt keine Ausnahme bleibt und viele Nachahmer findet.

Mittlerweile erreichte uns auch die Nachricht dass das BTHG im Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossen wurde – unter Enthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und gegen die STIMMEN der Fraktion DIE LINKE.

Auch wenn noch am Vorabend Änderungen am Gesetzesentwurf vor allem auf Grund der zahlreichen öffentlichen Proteste von Menschen mit Behinderungen und ihren Organisationen vorgenommen wurden – stimmt die Richtung des BTHG nicht. Diese Einschätzung wurde auch in der folgenden Podiumsdiskussion von (fast) allen Teilnehmern und den anwesenden Schwerbehindertenvertretungen getragen.

In der Podiumsdiskussion von links nach rechts: Alexander Kraus (MdL, CDU), Ursula Dörfelt (Arbeitgeberservice Agentur für Arbeit Dresden), Dr. Ilja Seifert, Horst Wehner (MdL, DIE LINKE), Stefan Pöhler (Beauftragte der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Volkmar Zschocke (MdL, Bündnis 90/Die Grünen), Johannes Gyarmati (Schwerbehindertenvertreter) und Ulrike Stansch (ARBEIT UN LEBEN Sachsen e.V.)

Menschenrechte unter Haushaltsvorbehalt – die Durchsetzung von Menschenrechten gehört nicht unter Haushaltsvorbehalt! Eine inklusive Gesellschaft geht nicht ohne die Herstellung umfassender Barrierefreiheit. Die Verwirklichung des Rechtes auf selbstbestimmte Teilhabe wird in bestimmbaren Einzelfällen nicht ohne individuelle sogenannte behinderungsbedingte einkommens- und vermögensunabhängige Nachteilsausgleiche verwirklicht werden können.

Die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag wird die Sächsische Staatsregierung auffordern, wenn am 16.12.2016 das BTHG im Bundesrat verhandelt wird, dem BTHG in der vom Bundestag beschlossenen Fassung nicht zuzustimmen und Nachbesserungen vorzunehmen.

Mein Dank gilt allen Referenten und Podiumsteilnehmern sowie allen anwesenden Schwerbehindertenvertretungen für ihre aktive Teilnahme aber vor allem für ihr unermüdliches Engagement in den Einrichtungen und Unternehmen des Freistaates Sachsen. Sie leisten dort eine hervorragende ehrenamtliche Arbeit.

Mein besonderer Dank gilt den Vertretern des DGB-Bezirk Sachsen und ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.v. – Werner Schuh als 1. Stellv. Vorsitzender der DGB-Gesamtschwerbehindertenvertretung, Dr. Heidi Becherer vom DGB-Bezirk Sachsen sowie Ulrike Stansch von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V.  - ohne die diese Veranstaltung nicht zustande gekommen wäre.

„Stolzer Blick zurück, volle Kraft voraus“

24. November 2016  |  Abgelegt in Allgemein

So lautete das Motto der Festivitäten im Erlwein-Capitol in Dresden. Begangen wurde das 25jährige Bestehen des Landestourismusverbandes (LTV) Sachsen, der 1991 auf der Bastei als Landesfremdenverkehrsverband Sachsen e. V. gegründet wurde. Er versteht sich als Dachverband aller regionalen Tourismusorganisationen Sachsens sowie der tourismusrelevanten Vereine und Verbände.

Anders als in Tourismushochburgen am Mittelmeer, wo große Anlagen das Bild bestimmen, ist die sächsische Tourismuswirtschaft geprägt durch viele kleine und mittelständische Betriebe. Sachsen für Touristen attraktiv zu machen, diese Attraktivität zu erhalten und weiter auszubauen ist für jeden einzelnen dieser Betriebe allein kaum möglich. Damit Menschen ihren Urlaub bspw. im herrlichen Erzgebirge verbringen oder die historischen Altstädte und Museen von Dresden oder Görlitz besuchen können, braucht es mehr als nur schicke und bezahlbare Hotels. Es braucht die Verkehrsanbindungen, den ÖPNV, Internetanbindung und ganz wichtig auch eine Möglichkeit, die eigenen Leistungen bekannt zu machen. Das kann ein kleines familienbetriebenes Hotel kaum leisten. Hierzu braucht es das Miteinander vieler Akteure, beginnend von den Städten und Gemeinden über die Hotelwirtschaft bis hin zu Museen und anderen Einrichtungen. Hier hilft der Tourismusverband die Nachteile der Kleinteiligkeit auszugleichen, gemeinsame Interessen zu bündeln und die Angebote der einzelnen Anbieter zu bündeln und durch Kooperationen und kooperatives Handeln die Regionen gemeinsam touristisch zu stärken.

Heute sind rund 200.000 Menschen im Tourismusbereich beschäftigt. Es werden hier jährlich 7,4 Milliarden Bruttoumsatz erwirtschaftet. Das sind schon beeindruckende Zahlen, die sich in den nächsten Jahren sicher auch weiter positiv entwickeln können. Hierzu leistet der LTV einen wichtigen Beitrag als neutrale, unabhängige Plattform, die Erkenntnisse und Erfahrungen bündelt und auf konkrete Problemstellungen und Hindernisse hinweist, um Sachsen und seine Regionen für Urlauberinnen und Urlauber aus dem In- und Ausland noch attraktiver zu machen.
Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahre erfolgreicher Arbeit und weiterhin gutes Gelingen!

Tag der offenen Tür in der Sozialtherapeutischen Wohnstätte in Zwickau

9. November 2016  |  Abgelegt in Allgemein

Wer hierzulande unter psychischen Störungen leidet, hat es meist nicht leicht mit seinen lieben Mitmenschen. All zu oft sind Betroffene ebenso wie ihr Umfeld mit Vorurteilen konfrontiert. Und diese reichen von Angst vor scheinbarer Gefährlichkeit bis hin zur Meinung, die wollen sich nur drücken. Doch ganz gleich welcher Art von Vorurteil im konkreten Fall vorliegt, es führt in jedem Fall zu noch mehr Isolation der betroffenen Person selbst.
Psychische Erkrankungen sind nicht ansteckend und sie werden auch nicht vererbt, obgleich die Veranlagung dazu schon auch genetische Ursachen haben kann. Nicht jeder hat ein dickes Fell und jeder Mensch geht mit traumatischen Ereignissen in seinem Leben anders um. Diese zu bewältigen gelingt dem einen besser als dem anderen und manche benötigen intensive Unterstützung. Die Ursachen sind so vielfältig wie die möglichen Störungen selbst, können dramatische Ereignisse wie ein Unfall oder der Verlust eines nahen Angehörigen, aber auch Erkrankungen sein. Eines haben die Betroffen jedoch alle gemeinsam, sie benötigen Hilfe zur Bewältigung des Alltags in unterschiedlicher Intensität.

Wohnraum einer Wohngruppe der Wohnstätte

Die seit 1998 bestehende Sozialtherapeutische Wohnstätte bietet hierzu umfassende Möglichkeiten in einem Stufenprogramm. Hier erhalten bis zu 32 Erkrankte eine 24-stündige Betreuung, in der sie an normale Alltagsaufgaben und Abläufe wieder herangeführt werden. Sie lernen wieder in festen Tagesstrukturen zu leben, Aufgaben zu übernehmen und sich über zunehmend längere Zeiträume zu konzentrieren. Ergotherapie und die kleine Werkstatt in der Wohnstätte bieten hierfür vielfältige Möglichkeiten. Die hier gefertigten Arbeiten verdienen Anerkennung und können gegen ein kleines Entgelt käuflich erworben werden.

Küche und Essbereich einer Wohngruppe

Sozialtherapeutische Wohnstätte und Außenwohngruppen

Ziel der Sozialtherapeutischen Wohnstätte ist es, ihre Bewohner fit zu machen für ein eigenständiges Leben in einer eigenen Wohnung. Wem das nicht möglich ist zu erreichen, der kann dauerhaft hier bleiben. Alle anderen werden aber nicht aus der 24-Stunden-Betreuung ins kalte Wasser geworfen. Stufenweise werden sie an ein immer selbständigeres Leben herangeführt mit immer weniger Unterstützung und der Option, wieder in die vorherige Stufe zurückkehren zu können. Aus der Wohnstätte geht es zunächst in die Außenwohngruppe 1, die sich auf dem Gelände der Wohnstätte befindet. Diese räumliche Nähe bietet gerade durch den ständig möglichen Kontakt zu den BetreuerInnen der Wohnstätte große Sicherheit. Wer diese Stufe erfolgreich schafft, zieht um in die zweite Außenwohngruppe. Hier ist schon eine recht große Selbständigkeit erforderlich. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen selbständig ihren Alltag meistern und zur Arbeit in der Behindertenwerkstatt oder auf dem ersten Arbeitsmarkt gehen. Die meisten arbeiten in der Mauritiuswerkstatt, einige auch in der Lukaswerkstatt. Die Betreuung erfolgt hier stundenweise, richtet sich aber auch hier nach den Bedürfnissen und Erfordernissen der BewohnerInnen. Wohnlich eingerichtet ist hier auf den ersten Blick nicht zu sehen, dass es sich um eine betreute Wohngruppe handelt. Sehr positiv ist der gute Kontakt der BewohnerInnen der Außenwohngruppe zur übrigen Hausgemeinschaft, was sicher nicht überall selbstverständlich ist.

in der Ergotherapie entstandene Arbeiten

Wer auch diese Etappe erfolgreich absolviert hat, wobei jede Etappe von Mensch zu Mensch unterschiedlich lang sein kann, zieht in seine eigene Wohnung und bekommt 1.400 Euro Starthilfe zur Erstausstattung. Wer sich schon mal eine eigene Wohnung eingerichtet hat, weiß, dass das nicht viel ist selbst dann, wenn man vorwiegend auf Möbel aus Sozialkaufhäusern zurückgreift. In der eigenen Wohnung sind die Erkrankten weitestgehend auf sich allein gestellt, bekommen aber auch hier über einen gewissen Zeitraum Unterstützung, wenn fragen oder Probleme auftauchen. Wichtig ist: wer es in der eigenen Wohnung nicht schafft, kann zurück in die Wohnstätte.

Werkstatt innerhalb der Wohnstätte

Soweit zu den groben Abläufen. Zum Tag der offenen Tür gab es noch weit mehr Informationen. Beispielsweise dass für die Erkrankten eine Verpflegungspauschale von 4,15 Euro pro Person und Tag zur Verfügung steht. Davon gehen allein schon (ab Januar 2017) 2,50 Euro fürs Mittagessen weg, welches in einer der beiden Großküchen der Betreuungsgesellschaft frisch zubereitet wird. Von dieser Verpflegungspauschale müssen aber auch Kochkurse, Grillabende oder Feste mitfinanziert werden. Da ist eine ganze Menge logistischen Geschicks und Aufwands erforderlich, um das mit diesem Budget hinzubekommen. Die Kosten für das Personal werden vom Kommunalen Sozialverband Sachsen übernommen. So steht täglich für vier Stunden eine Ergotherapeutin zur Verfügung. Das Material für die Ergotherapie hingegen muss die Wohnstätte aus anderen Mitteln bestreiten. Hierfür aber auch für Ausflüge und den jährlichen Urlaub werden Fördermittel beantragt, etwa bei der Aktion Mensch. Es hat mich unglaublich beeindruckt, mit welchen Engagement die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung hier agieren und versuchen, auch mit geringen Mitteln den BewohnerInnen im Tages- und Jahreslauf immer wieder kleine und große Höhepunkte zu schaffen und dabei selber immer ein Lächeln auf den Lippen und Strahlen in den Augen haben.

Entspannungsraum in der Wohnstätte. Die Bewohner halfen beim renovieren

Die Senioren – Außenwohngruppe

Nach der Wohnstätte und dem Besuch in der Außenwohngruppe II ging es noch in die Senioren-Außenwohngruppe. Diese war vor zwei Jahren innerhalb von nur zwei Monaten praktisch aus dem Boden gestampft worden, weil ein anderer Träger seine Wohnstätte kurzfristig geschlossen hat. Neun Bewohnerinnen und Bewohner fanden in der Wohngruppe in der Werdauer Straße ein neues zu Hause. Wie wir von der Leiterin der Wohngruppe erfuhren, waren die Möglichkeiten aller bei Einzug sehr begrenzt und mit der jetzigen Situation nicht vergleichbar. Alle konnten erfolgreich aktiviert werden und haben eine ganze Reihe von Fähigkeiten zurückerlangt. Ein Bewohner konnte inzwischen sogar in eine eigene Wohnung ziehen, obgleich das nicht das vornehmliche Ziel der Seniorenwohngruppe ist. Gemütlich eingerichtet vermittelt sie den Eindruck einer Wohngemeinschaft. Der im Haus befindliche Fahrstuhl ist allerdings nicht wirklich sinnvoll, muss man doch dennoch mehrere Stufen allein bewältigen. Barrierefrei sieht anders aus und ist sicher mit Blick auf die (zunehmende) körperliche Verfassung der SeniorInnen kritisch zu sehen. Dass dies so ist, war der Kurzfristigkeit geschuldet, mit der die Wohngruppe entstand und Abhilfe ist bereits auf dem Weg. Im Wohnblock der Außenwohngruppe II wird die gesamte untere Etage barrierefrei aus- und umgebaut und nach Ende der Baumaßnahme zieht die Seniorenwohngruppe um. Auch hier zeigt sich das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit sehr viel Wärme und Herzlichkeit agieren.

Wohnbereich in der Außen-Seniorenwohngruppe.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die gewährten Einblicke und wünsche allen – Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichermaßen – viel Erfolg, Glück, natürlich Gesundheit und viel Freude im gemeinsamen Miteinander!

Behindern verhindern!

9. November 2016  |  Abgelegt in Allgemein

So lautet die aktuelle Kampagne der Staatsregierung um die Öffentlichkeit für Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen zu sensibilisieren, deren Startschuss am 18. August 2016 fiel. Sie ist dabei Teil des Aktionsplans der Staatsregierung um in Sachsen die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und so allen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben zu gewährleisten. Über 400 000 Menschen mit Beeinträchtigungen leben in Sachsen und sind täglich damit konfrontiert, Barrieren verschiedenster Art überwinden zu müssen. Das soll, das muss sich ändern. Dabei ist meine Sicht geprägt durch die Erfahrung, plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Das Motiv, das mich antreibt, ist die selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Geht nicht gibt es nicht!

die Botschafter der Kampagne "Behindern verhindern!!

Nun hat sich die Sächsische Staatsregierung endlich auf den Weg gemacht und einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beschlossen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Nun wir es Zeit, dass auch die Städte und Gemeinden sowie Handel, Gewerbe, Tourismus, Hotelerie und Gastronomie sowie die Verkehrsunternehmen und Kulturbetriebe ihren Beitrag zur konsequenten Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention leisten, nur so wird die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft möglich sein. Zentrale Aufgabe wird es hierbei sein, noch bestehende Barrieren zu beseitigen. Denn es geht nicht an, dass es beispielsweise immer zahlreiche noch Geschäfte gibt, wo Menschen mit Beeinträchtigungen draußen warten müssen, weil sie nicht hineinkönnen; dass Busse unterwegs sind, die nicht barrierefrei nutzbar sind oder Haltestellen den Anforderungen der Barrierefreiheit nicht entsprechen – um nur drei Beispiele zu nennen. Sicher wird das nicht von heute auf morgen zu realisieren sein, aber es muss in Angriff genommen werden. Ebenso schaut es aus, wenn mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt aus. Sie sind rar und noch immer sind die erste Wahl die Behindertenwerkstätten. Es wird Zeit, dass in den Unternehmen Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Platz finden und so inmitten der Gesellschaft leben und ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

nicht barrierefreier Zugang zu einer Haltestelle

Von der Sächsischen Staatsregierung erwarte ich insoweit eine Gesetzesinitiative für ein sächsisches Inklusionsgesetz, denn das bisherige Gesetz zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen ist allein in seinem Wortlaut von dem Zweck der UN-Behindertenrechtskonvention , den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten und die Achtung der ihnen innewohnenden Würde zu fördern, noch weit entfernt.

Zugang zur Sparkasse in Kirchberg: ebenfalls nicht barrierefrei

Insoweit erwarte ich auch von der Sächsischen Staatsregierung, sich auf  Bundesebene für ein Gesetz einzusetzen, das den Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder/und Sinnesbeeinträchtigungen eine volle, umfassende Verwirklichung ihres Rechts auf Teilhabe auch tatsächlich ermöglicht.

Viva La Musica

9. November 2016  |  Abgelegt in Allgemein

Es lebe die Musik, hieß es am 1. Novemberwochenende im Chemnitzer Opernhaus.

Viva la Musica ist ein Konzertprojekt der Robert- Schumann-Philharmonie und der Städtischen Musikschule Chemnitz und fand in diesem Jahr bereits zum 7. Mal statt. Gemeinsam brachten die Künstlerinnen und Künstler anspruchsvolle Stücke zu Gehör von Wolfgang Amadeus Mozart, Jean Sibelius, Franz Schubert, Dmitri Schostakowitsch und weiteren Komponisten.

Einmal mehr bewiesen die jungen Künstlerinnen und Künstler der Städtischen Musikschule Chemnitz, dass sie sich hinter den gestandenen Musikern der Philharmonie nicht verstecken müssen. Beeindruckend, welches Können sie in ihren jungen Jahren bereits haben. Das lässt hoffen, dass es für die Philharmonie aber auch andere Orchester der Region auch zukünftig nicht an begabtem Nachwuchs fehlen wird. Großartig fand ich aber wie kollegial die Berufsmusiker die jungen Talente betreut haben. Allen voran der Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz Dr. Christoph Dittrich, höchst persönlich – selbst Musiker. Das Gemeinsame ist das Besondere. Welch eine Botschaft in die Gesellschaft.

Einmal mehr bescherte das Konzertprojekt den Zuhörerinnen und Zuhörern im Chemnitzer Opernhaus einen musikalischen Höhepunkt. Ich habe mich gefreut dabei sein zu dürfen und bin gespannt auf nächstes Jahr, wenn es dann zum 8. Mal heißen wird: Viva la Musica – Es lebe die Musik!