Horst Wehner

Überschwemmung im Chemnitzer Kabarett

10. August 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Einen Kabarettbesuch der ganz anderen Art machte ich am Wochenende. Der Starkregen in Sachsen ließ auch in Chemnitz den gleichnamigen, sonst eher trägenFluss über ihre Ufer treten und schließlich das Kabarett im Keller der Chemnitzer Markthalle volllaufen.

die Chemnitz wurde zum reißenden Strom

die Chemnitz wurde zum reißenden Strom

Binnen kürzester Zeit war das Kabarett in der Markthalle überflutet. Da waren Taten gefragt!

überall Wasser im Keller der Markthalle (Foto: Lars Decker)

überall Wasser im Keller der Markthalle (Foto: Lars Decker)

Im Schichtbetrieb saugten wir –  die Freunde vom Kabarett, natürlich die KabarettistInnen, hervorragend die Feuerwehr aus Schweikershain, das Fresstheater, ein paar Helfer, die über einen öffentlichen Aufruf gekommen waren, und ich – das Wasser ab, das woher auch immer wieder nachströmte.

da hieß es: saugen, saugen, saugen...

da hieß es: saugen, saugen, saugen...

Zum Glück ließen die Regenfälle im Laufe des Samstags nach und am  Sonntag war dann wieder “Land in Sicht”. Trotzdem musste weiter gesaugt und gewischt werden, ganz praktische Arbeiten, auch für einen Abgeordenten.

wie groß die  Schäden sind, ist noch nicht abzusehen

wie groß die Schäden sind, ist noch nicht abzusehen

Ehrlich, ich war zutiefst betroffen und erschrocken. So schrecklich das Ganze war, so dankbar bin ich ob der Solidarität und dem Engagement der Leute, Karo (Gert Schwarz) hat mich in besonderer Weise begeistert. So anstrengend es auch war.., ich bin froh und ich bin stolz auf mich, mich nicht rausgehalten, sondern aktiv geholfen zu haben. Kein Gelaber, keine Inaugenscheinnahme, sondern konkrete Arbeit…

Was ist denn jetzt schon wieder??? Einfach nur berichten…

3. August 2010  |  Abgelegt in Allgemein

“Sind  schon wieder Wahlen??? Was ist denn los?”

“Ach, informieren wollen Sie…? Jetzt? Wo doch die meisten im Urlaub sind, aber erzählen Sie mal…”

Rede und Antwort zu unserer Arbeit im Landtag im letzten Jahr

Rede und Antwort zu unserer Arbeit im Landtag im letzten Jahr

“Hallo Sie, im letzten Jahr  habe ich jemandem von Ihnen, ich glaube es ging da um die Bundestagswahlen, gesagt, dass die Aufwandsentschädigung für die WahlhelferInnen jenseits von gut und böse sei… ich habe bis heute nichts gehört! So habe ich mir das nicht vorgestellt…”

Das waren nur einige Verlautbarungen in den Begegnungen im Rahmen der ersten Station der Sommertour der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag in Zwickau am 02.08.2010.

Mein Freund, Genosse, Kollege Sebastian Scheel musste sich zu haushalts- und finanzpolitischen Fragen äußern, vor allem dazu, mit welchen Einschnitten – Kürzungen – zu rechnen sein wird…

Sebastian Scheel sprach bei der Bilanztour über die Finanzpolitik des Bundes und des Freistaates

Sebastian Scheel sprach bei der Bilanztour über die Finanzpolitik des Bundes und des Freistaates

Zu den Plänen der Bundesregierung zur Haushaltskonsolidierung sagte er u.a. kurz und prägnant: “Das sind keine Sparpläne, das sind Kürzungspläne!”

Dann gab es weitere Äußerungen wie:

“Gut, dass Sie da sind, na dann erzählen Sie mal…wieso werden die Leute nicht zur Rechenschaft gezogen, wenn die Bestimmungen zur Barrierefreiheit nicht beachtet werden?” “Inclusion, Integration..was wollen Sie denn?” Da war ich gefordert.

Gesprächsrunde mit Uwe Adamczyk und Angela Werner, Behindertenbeauftragte des Landkreises Zwickau

Gesprächsrunde mit Uwe Adamczyk und Angela Werner, Behindertenbeauftragte des Landkreises Zwickau

Ich will solche Verhältnisse, in denen die chancengleiche Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Realität wird und damit auch eine selbstbestimmte Lebensführung. Ich will, dass niemandem der Besuch an einer Veranstaltung, egal welcher Art, deshalb nicht möglich ist, weil  Barrieren dies verhindern… ich wünschte mir, dass zumindest meine Partei, die solche Forderungen auch hat, dies tatsächlich selbst lebt (oh wie ungenau…)… Kurz: ich wünsche mir überhaupt mehr Normalität und Rücksichtnahme.

Ich wünsche mir, dass soziale Gerechtigkeit auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten nicht aufgeopfert wird…

Es bleibt noch vieles zu tun.

Bilanztour2010Fweb

Vielen Dank den Mitarbeitern der Landtagsfraktion, insbesondere Armin und Dieter, vor allem, dass Ihr das mit dem Wetter so hinbekommen habt… vielen Dank auch den fleißigen Helferinnen und Helfern vor Ort.

Wir kommen wieder? Bestimmt!!!

auf der Bilanztour wollen wir mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen

auf der Bilanztour wollen wir mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen

Noch bis zum 19. August ist DIE LINKE auf Bilanz-Sommer-Tour in den verschiedenen sächsischen Städten und Gemeinden unterwegs. Den gesamten Tourkalender finden Sie unter: http://www.linksfraktionsachsen.de/index.php?section=calendar&cmd=event&id=79


Demonstration gegen die Sparpläne der Bundesregierung in Zwickau

28. Juli 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Es ist Ferienzeit, die schönste Zeit des Jahres. Sie sollte es sein. Doch wenn man sich anschaut, welchen Inhalts das Sparpaket ist, das die Bundesregierung kurz vor der Sommerpause, im Schatten der Fußballweltmeisterschaft, geschnürt hat, kann manch einer oder einem schon die Lust an Sonne, Strand und Urlaub vergehen…

So sahen es wohl auch die Teilnehmer der Demonstration gegen die schwarz-gelben Sparpläne der Bundesregierung, die am Nachmittag des 27. Juli 2010 in Zwickau stattfand. Aufgerufen hatten aus den Zwickauer Strukturen der DGB und die Arbeitsloseninitiative “Gegenwind e.V.” sowie DIE LINKE.

“Armut macht Angst. Angst macht krank.” Das wird nicht  gewollt!

Kerstin Lauterbach, gesundheitspolitische Sprecherin der LINKEN Landtagsfraktion

Kerstin Lauterbach, gesundheitspolitische Sprecherin der LINKEN Landtagsfraktion

Als Redner auf der Demo gegen die schwarz-gelben Sparpläne 2010

Als Redner auf der Demo gegen die schwarz-gelben Sparpläne 2010

Die Demonstranten äußerten ihren Unmut darüber, dass Unternehmen, Banken, Aktionäre vor der Finanz- und Wirtschaftskrise Gewinne erwirtschaften konnten, während der Krise durch Rettungsschirme geschützt wurden und jetzt an den Kosten der Krise nicht beteiligt werden, sondern, im Gegenteil, schon wieder profititeren.

"Gegen die schwarz-gelben Sparpläne", Zwickau, 27.07.2010

"Gegen die schwarz-gelben Sparpläne", Zwickau, 27.07.2010

Es ist ein heißer Sommer und nicht nur temperaturmäßig! Macht die Hitze müde? Verlieren sich die Pläne der Bundesregierung in  die Bedeutungslosigkeit oder nutzen die Bürgerinnen und Bürger ihre verfassungsmäßig verbrieften Rechte zur Sicherung ihrer  unantastbaren Würde …? Zum  Ausdruck kam mit Blick auf die Regierenden: “Was Ihr da macht, das wollen wir nicht!” Die Demonstranten wollen bei  Tagungen der Stadträte, der Kreistage, des Landtages, überall da, wo entschieden wird, wo Sparpläne zu Lasten der Steuergerechtigkeit und der sozialen Ausgewogenheit beschlossen werden sollen,  laut und deutlich sagen: “So geht das nicht! Mit uns nicht! Im Mittelpunkt steht der Mensch! ”

Und ich füge hinzu: na klar! Das ist auch möglich, wenn eine Ausgewogenheit in den Bereichen Einnahmen und Ausgaben der Staatsfinanzen geschaffen wird!!! Quo vadis???

Die Wahl des Bundespräsidenten

3. Juli 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Nun ist er gewählt der Bundespräsident. Ich durfte dabei sein.Ich gratuliere Herrn Wulff. Nun wird sich zeigen, wie er seine Sache macht. Es wird sich zeigen, ob er der offene Mensch mit Mut und Geschick ist, wie er in den Medien beschrieben wird. Wen wird es später noch interessieren, dass er erst im dritten Wahlgang gewählt wurde? Und doch: nicht zu übersehen war, dass die Bundeskanzlerin aus ihren eigenen Reihen einen ordentlichen Denkzettel verpasst bekommen hatte. Wahlmann Erich Knorr (mit seinem Sohn)

Wahlmann Erich Knorr (mit seinem Sohn)

 

Stimmabgabe für die Bundespräsidentin

Stimmabgabe

Bekanntgabe des Ergebnisses nach dem dritten Wahlgang

Bekanntgabe des Ergebnisses nach dem dritten Wahlgang

Was die  Vorwürfe gegen die Linke angeht, fällt mir nur das geflügelte Wort betr. der  „Getroffenen…, die da bellen“ ein – und das Manöver wurde all zu schnell klar. Es kam doch gar nicht darauf an, J.G. durchzubringen, sondern DieLinke vorzuführen … Aber so war und so ist das eben…Ich finde ja, wir hatten uns korrekt verhalten. Natürlich hätte ich es persönlich lieber gesehen, wenn auch unsere Kandidatin sich  zu einer dritten Kandidatur entschlossen hätte, aber ich akzeptiere selbstverständlich ihre Entscheidung.  Lukrezia „Luc“ Jochimsen: ich verneige mich. Danke. Ich danke auch all unseren Wahlfrauen und Wahlmännern, insbesondere der Schriftstellerin Gisela Steineckert  und dem Widerstandskämpfer Erich Knorr (1). Beide haben bewunderungswürdig bei diesem Wahlmarathon durchgehalten.

(1) Erich Knorr, geboren am 24. Oktober 1912 in Claußnitz, Generalsekretär der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB), 1928 Mitglied der kommunistischen Partei, Mitglied im RFB, ab 1933 illegaler Widerstand politischer Leiter der illegalen KPD Burgstädt – Aufbau der illegalen KPD in Chemnitz; nach Verhaftung Zuchthaus Osterstein, Waldheim Strafsoldat bei 999; April/Mai 1945 Flucht; nach der Befreiung – erster Bürgermeister in Claußnitz, Landrat im Kreis Rochlitz, Mitbegründer der VVN, 1953  (als Nachfolger von Kurt Vieweg) Generalsekretär bzw. 1. Sekretär des Zentralvorstandes der VdgB; 1957  beurlaubt; Juli 1958  wegen »revisionistischer « Auffassungen abgesetzt; 1954–58  Mitglied des Nationalrates der National Front; 1958/59 Studium an der LPG-HS Meißen, Dipl.-Agronom; 1959–62  Vorsitzender des Rates des Kreises Güstrow; Absetzung wegen »Liberalismus in der Leitungstätigkeit«; 1962–72  Lehrer an den SED-Bezirksparteischulen Güstrow und Mittweida; 1973 Frührentner; geschichtspublizistische Betätigung; Dezember 1989 Delegierter zum außerordentlichen Parteitag der SED/PDS; Mitglied des Rates der Alten beim Parteivorstand der PDS.

(Quelle: http://www.linksfraktionsachsen.de/index.php?page=844; abgerufen: 01.07.2010)


Messe INTERSCHUTZ 2010

11. Juni 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Hochinteressant war mein Besuch auf der weltweit führenden Messe für das Rettungs-und Sanitätswesen, die noch bis Sonntag auf dem Leipziger Messegelände stattfindet. Gezeigt wird das komplette Weltmarktangebot für die Bereiche Rettung, Brand-/Katastrophenschutz und Sicherheit.

Nach der Begrüßung durch Herrn Rose (bei dem ich mich an dieser Stelle besonders bedanken will für die Begleitung bei meinem Rundgang) und Frau Dietze war meine erste Station der Stand der Leipziger Branddirektion. Diese hatte einen eigenen Stammtisch aufgebaut, an den ich gebeten wurde und Herr Petrasch gab mir Einblicke in die verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Arbeit der Direktion.

im Gespräch mit Herrn Petrasch von der Branddirektion Leipzig

im Gespräch mit Herrn Petrasch von der Branddirektion Leipzig

Am Stand des Sächsischen Landesfeuerwehrverbandes gab es eine kleine Ausstellung aller Landesverbände der Feuerwehr. Im Gespräch erfuhr ich, dass der letzte Generationswechsel in den Feuerwehrverbänden in den siebziger Jahren stattgefunden hatte und gerade ein neuer ansteht. Dabei kommt dem Ehrenamt eine besondere Rolle zu. Schwierigkeiten bestehen für die Freiwilligen Feuerwehren inzwischen in den z.T. langen Arbeitswege ihrer Mitglieder, sodass diese im Ernstfall mitunter nicht rechtzeitig zur Stelle sein können. Erfreulich ist dagegen, dass es nach wie vor Feuerwehrnachwuchs gibt. Denn nicht selten übernehmen inzwischen Verbände der Freiwilligen Feuerwehr wichtige Aufgaben in der Jugendarbeit.

Ausstellung der Landesverbände der Feuerwehr

Ausstellung der Landesverbände der Feuerwehr

Am Stand des Sächsischen Textilforschungsinstitut konnte ich endlich meine Frage loswerden, wie denn überhaupt “textilmäßig” geforscht wird und erfuhr, dass Unternehmen, aber auch Berufsgruppen wie z.B. Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer ganz gezielt an das Forschungsinstitut herantreten und ihre Wünsche äußern, wie ihre Kleidung beschaffen sein sollte, um in ihr optimaler arbeiten zu können.

hier wird mir erklärt, wie ein Textilforschungsinstitut arbeitet

hier wird mir erklärt, wie ein Textilforschungsinstitut arbeitet

Als nächstes stand Motorola auf dem Programm, das Unternehmen, das die meisten als Mobilfunkhersteller kennen. Nicht ohne Stolz wurde mir hier berichtet, dass Motorola schon seit 80 Jahren Kommunikationsgeräte für Rettungskräfte entwickelt und dass die meisten auf Flughäfen eingesetzten Funkgeräte aus diesem Unternehmen kommen.

neueste Technik seit 80 Jahren

neueste Technik seit 80 Jahren

Beim Medizinische Katastrophenhilfswerk wurde mir sehr ausführlich über die Arbeit der verschiedensten Berufsgruppen im Katastrophenfall berichtet. Terroristische Anschläge, so die Erfahrung der Mitarbeiter des MHW, sind z.B. besser zu handhaben als Naturkatastrophen, die wegen des Klimawandels auch in Deutschland immer mehr zunehmen. Das neuerliche Oder-Hochwasser, aber auch der Tornado in der Region Großenhain sind die jüngsten Beispiele. Vor allem in der Zivilbevölkerung müsste ein Bewusstsein dahingehend geschaffen werden, dass im Katastrophenfall alle gefordert sind, nicht nur das entsprechend dafür ausgebildete Personal.

beim Medizinischen Katastrophenhilfswerk

beim Medizinischen Katastrophenhilfswerk

Bei der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgemeinschaft) wurde es noch mal ganz konkret, indem mir erst die Wasserrettung und dann der Deichschutz durch Taucher bei Hochwasser an Modellen erklärt wurde. Auch die Ausrüstung der Wasserrettungsfahrzeuge wurde mir ausführlich erklärt. In Anbetracht der Tatsache, dass der DLRG hauptsächlich ehrenamtlich arbeitet, kann man vor diesen Leistungen wirklich nur den Hut ziehen!

Mitarbeiter der DLRG erklären mir Maßnahmen des Deichschutzes

Mitarbeiter der DLRG erklären mir Maßnahmen des Deichschutzes

Natürlich kamen wir bei unserem Rundgang auch an riesigen Fahrzeugen vorbei, wie sie z.B. auf Flughäfen eingesetzt werden und auf dem Freigelände war bei der Fahrzeugausstellung das Interesse auch entsprechend groß.

herzlichen Dank an Herrn Rose für seine Begleitung bei meinem Rundgang

herzlichen Dank an Herrn Rose für seine Begleitung bei meinem Rundgang

Insgesamt hat mir der Rundgang gezeigt, wie hochmodern die Ausrüstung der Rettungs- und Katastrophenschutzdienste ist und wie engagiert die Feuerwehrleute, Katastrophenhelfer, Sanitäter. Aber ich habe auch erfahren, dass sich der demografische Wandel in diesem Bereich genauso bemerkbar macht wie anderswo. Die sich hieraus ergebenden Herausforderungen können die Kräfte, die im Katastrophenfall zur Stelle sind, aus eigener Kraft kaum bewältigen. Deshalb ist an dieser Stelle die Politik gefragt und gefordert. Zumal der demografische Wandel auch die Chance bietet, neue (bessere) Wege zu beschreiten, wie z.B. durch Netzwerke von Ressourcenträgern.