Horst Wehner

Altersarmut – jung und weiblich!?

16. März 2017  |  Abgelegt in Allgemein

So lautete das Motto der diesjährigen Frauentagsveranstaltung des DGB in Zwickau. Und ein wenig habe auch ich gestutzt: Altersarmut und jung? Und weiblich? Wie geht das zusammen? Doch beim genaueren Hinschauen ist es eigentlich ganz einfach. Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer. Was das beim Rentenniveau bedeutet, machte Referent Werner Schuh an ein paar Beispielen deutlich. So lag die Durchschnittsrente nach 45 Arbeitsjahren 2014 im Bereich Energie und Wasserwirtschaft bei 511 € für Männer und 343 € für Frauen was bedeutet, dass Frauen in dieser Branche nur 67 Prozent der Rente ihrer männlichen Kollegen bekommen. Noch drastischer schaut es im Bereich der Banken/Versicherungen aus. Hier konnten Männer mit durchschnittlich 452 Euro und Frauen mit nur 252 Euro Rente nach 45 Arbeitsjahren rechnen, also gerade mal noch 55 Prozent der Rente der Männlichen Kollegen rechnen. Und das sind nur zwei Beispiel aus der Arbeitswelt und doch ist die unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen nur ein Grund dafür, dass Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind als Männer. Noch immer sind es vorwiegend die Frauen, die für die Kindererziehung zu Hause bleiben – auch, weil der Mann meist mehr verdient und es schlicht finanziell nicht anders zu schaffen wäre – und unbezahlte Erziehungs-, Betreuungs- und Pflegearbeit verrichten. Und noch immer haben es Frauen, erst recht mit Kindern oder gar noch als Alleinerziehende, schwerer auf dem Arbeitsmarkt gute Arbeit zu finden, überhaupt Arbeit zu finden und möglichst in Vollzeit. In der Realität sind vor allem Frauen in Teilzeitjobs/Minijobs „gefangen“ ohne die Perspektive auf Vollzeit gehen zu können. Hier ist dringend Handlungsbedarf. Frauen auch und erst recht mit Kindern arbeiten nicht weniger oder schlechter als Männer oder als vor dem Kinderkriegen. Nur ihr Rhythmus hat sich verändert. Mehr Flexibilität und Verständnis in allen Lebensbereichen, auch und gerade im Arbeitsumfeld, könnte hier vieles erleichtern und den Weg ebenen, dass mehr Männer in Elternzeit gehen und auch Frauen nach der Elternzeit wieder die mehr die Möglichkeit haben nach individueller Entscheidung Vollzeit zu arbeiten. Zu Recht fordert der DGB ein Recht auf Rückkehr in die Vollzeitstelle.

In der Diskussion ging es dann unter anderem um die Frage, wofür aus Sicht der Anwesenden eine gute Rente reichen muss. An dieser Stelle wurde sichtbar, wer der Anwesenden schon lange im ALG II Bezug ist und wer in Arbeit. Wer einen Job und so ein gutes Auskommen hat, möchte auch im Alter die heute wichtigen Dinge wie den eigenen Garten oder regelmäßige Konzert- oder Theaterbesuche beibehalten zu können. Wer schon heute im Leistungsbezug ist und somit unterhalb der Armutsgrenze zurechtkommen muss, wünscht sich, dass die Rente im Alter für Strom und Heizung, für die Miete reicht – einfache Grundbedürfnisse, die eigentlich selbstverständlich sein sollen und es doch schon lange nicht mehr sind. Eine gute Rente ist wichtig, gute Arbeit um eine gute Rente zu erzielen ist es ebenso. Insofern unterstützen wir als LINKE die Rentenkampagne des DGB, nach den Ausführungen von Werner Schuh als einzige der Parteien. Wir bleiben dran, für gute Arbeit mit gerechten und gleichen Löhnen für gleiche Arbeit und ein Rente, von der man gut leben kann!
Abschließend noch herzlichen Dank an den Kreisverband Zwickau des DGB für die Einladung und Bewirtung und ganz besonderen Dank an Youssef, der uns musikalisch seine Heimat ein Stückchen näher brachte!

Kunst als Waffe und Vermittlung zwischen Politik und Gesellschaft

13. März 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Mit diesen Worten umschrieb der ehemalige Schauspiel-Direktor Hartwig Albiro das Theaterprojekt „Unentdeckte Nachbarn“ des Netzwerkes für globales Lernen, welches den ersten Preis des 14. Friedenspreises in Chemnitz erhielt, in seiner Laudatio. Labiro, der auch Mitglied der Jury war, sagte weiter, dass es unglaublich wichtig sei, dass die Stadt Chemnitz mit diesem schwierigen Thema NSU so offensiv umgehe. Projektleiter Franz Koppe ergänzte in seiner Dankesrede, dass dies in Sachsen nicht alltäglich sei und die Verleihung des Friedenspreises für ihn eine totale Wertschätzung darstelle. Zudem können sich die Macher darüber freuen, dass das Theaterstück „Beate Uwe Uwe Selfi Klick“ nicht nur im Figurentheater zu sehen ist sondern, sondern auch Aufnahme ins Gastspielprogramm des Theaterfestivals Heidelberger Stückemarkt fand. Ein schöner Erfolg für die Macherinnen und Macher des Theaterprojekts, in doppelter Hinsicht.

Der zweite Preis ging an Rola Saleh. Die aus dem Libanon stammende junge Frau hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Mit Beginn des Bürgerkriegs schickten ihre Eltern Rola nach Deutschland. Doch den eigenen Traditionen verhaftet, sollte Rola entsprechend den Wünschen ihrer Eltern verheiratet werden. Die Eltern holten sie zurück nach Libyen, wo sie zwangsverheiratet werden sollte. Doch Rola gelingt abermals die Flucht, sie entzieht sich der Zwangsheirat und kommt nach Deutschland zurück. Seither engagiert sie sich für andere Geflüchtete und ist heute eine unentbehrliche Beraterin für andere, die hier nach Flucht Schutz und Asyl suchen.

Der dritte Preis ging an die Chemnitzer Tafel. 1996 von engagierten Menschen initiiert, fungiert sie seit Mai 1997 als eingetragener Verein. Nicht billige Lebensmittelversorgung sondern Hilfe für die Schwächsten der Gesellschaft, das ist das Motto der Tafel. Regelmäßig sind die drei Kühlfahrzeuge des Vereins unterwegs, um übrig gebliebene Lebensmittel aus Supermärkten und Bäckereien abzuholen. Aber es gibt auch Waren direkt von den Herstellern, etwa wenn Ware falsch etikettiert wurden (Kirschjogurt ohne Kirschen, Himbeerlimonade mit Orangenlimonadenettikett usw). Die gibt es dann auch mal Palettenweise – ein Glücksfall für die Tafel. Unvorstellbar welche Mengen an Waren die Tafel jede Woche einsammelt, sortiert und zur Ausgabe vorbereitet. Und all das erfolgt ausschließlich durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Tag für Tag unentgeltlich und freiwillig für die Tafel und Bedürftige im Einsatz sind. Völlig zu Recht erhalten sie mit diesem Preis die öffentliche Anerkennung, die ihnen gebührt.

Der Chemnitzer Friedenspreis fand nun schon zum 14. Mal statt und konnte dabei einen Rekord verbuchen: Mehr als 30 Projekte, Personen und  Institutionen waren für den Preis vorgeschlagen worden, so viel wie noch nie. Allein das zeigt, wie viele Menschen sich ehrenamtlich in unserer Gesellschaft engagieren. Ihnen allen gebührt unser Dank und unser Respekt.

Einen besonderen Rahmen erhielt die Festveranstaltung zur Verleihung des 14. Chemnitzer Friedenspreises durch die jungen Talente Egmont Elschner, Sabine Kühnrich, Hartwig Albiro und Jakob Kuhn am Schlagzeug, begleitet von ihrem Lehrer Henrik Lehmann. Diese ungewöhnliche Form der Umrahmung verlieh der Veranstaltung noch zusätzlich ein besonderes Flair. Herzlichen Dank den Künstlerinnen und Künstlern. Und herzlichen Glückwunsch den Preisträgerinnen und herzlichen Dank allen Ehrenamtlichen, ganz gleich ob vorgeschlagen, ausgezeichnet oder im Verborgenen wirkend. Sie sind wichtige Stütze in unserer Gesellschaft und machen sie um ein Vielfaches wärmer und herzlicher.

Arztpraxen in Sachsen zumeist nicht barrierefrei

6. März 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Wer kennt es nicht: Fuß verstaucht, der Rücken schmerzt oder man hat sich ne fiese Erkältung eingefangen, das Atmen fällt schwer – ab zum Arzt ist die Devise. Doch vor der Erleichterung gilt es Hindernisse zu überwinden, sind doch die meisten Arztpraxen nur mittels mehr oder weniger beschwerlichen Treppenaufstiegs zu erreichen. Nun mag so mancher raten, den Arzt zu wechseln. Doch abgesehen davon, dass immer mehr Ärzte keine neuen Patienten annehmen, bedeutet ein Arztwechsel noch lange nicht, dass man zukünftig keine Treppen mehr steigen muss.
Was viele von uns vom Gefühl er wussten, bestätigt der heute vorgestellte Wohlfahrtsbericht für Sachsen. Barrierefreier Wohnraum ist Mangelware, viele Geschäfte, Geldinstitute gerade in kleineren Orten/ländlichem Raum sowie ein Großteil der Arztpraxen sind nur über ein oder mehrere Stufen erreichbar. Selbstbestimmte Teilhabe ist unter diesen Voraussetzungen nicht gegeben umso mehr jedoch dringender Handlungsbedarf.
Die Forderungen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege bringen die Situation der Menschen mit Beeinträchtigungen in Sachsen auf den Punkt. Nun ist die Staatsregierung am Zug. Das ist auch Ergebnis einer Veranstaltung des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen, die heute in Dresden stattfand und sich mit dem Thema barrierefreies Wohnen befasste.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Barrierefreiheit in Sachsen tatsächlich noch eine große Baustelle ist. So sind bis zum heutigen Tage beispielsweise die meisten Praxen niedergelassener Ärzte für Menschen im Rollstuhl nicht selbstständig zugänglich. Von ähnlichen Erlebnissen berichten mir Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung.

Kleines Handicap, große Behinderung

6. März 2017  |  Abgelegt in Allgemein

So lautete der Titel bei Dienstags direkt, einer Sendung des MdR 1 Radio Sachsen, deren Gast ich sein durfte. Gemeinsam mit Barbara Kleppsch (Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz), Martin Wallmann (Geschäftsführer des Epilepsiezentrums Kleinwachau und des Inklusionsunternehmens “paso doble“) und Barbara von Heeremann (Zweite Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen sowie Mitglied im Lebenshilfe Ortsverband Sachsen) diskutierten wir rund um das Thema Barrierefreiheit. Gleich zu Beginn standen wir dann auch vor der ersten Frage um nicht zu sagen Herausfroderung: Wie sagt man es denn nun richtig – Menschen mit Behinderung, Behinderte, behinderte Menschen, Menschen mit Beeinträchtigung oder Handicap – wenn man ausschließen will, dass der Gegenüber sich verletzt oder gar beleidigt fühlt. Gar nicht so einfach und eigentlich doch: denn wir alle sind Menschen und wir alle haben unsere kleinen und großen Schwächen, die manchmal auch beeinträchtigen und vor allem unsere Stärken. Wirklich behindert werden wir durch die Rahmenbedingungen in der Umgebung und der Gesellschaft, welche individuelle Besonderheiten des Einzelnen zur Herausforderung werden lassen.

Treppen im Stadtbild - hier in Kirchberg

Ein großer Themenkomplex ist die Barrierefreiheit, die zumeist mit ungehindertem Zugang zu Einrichtungen, Plätzen, Wohnungen usw. in Verbindung gebracht werden. Und dann steht schon mal der Denkmalschutz konträr zur Barrierefreiheit, was aber gar nicht sein muss. Auch ein historisch gepflasterter Marktplatz kann so gestaltet sein, dass er weder für Rollstuhlfahrer, noch Sehbehinderte oder Frauen mit Absatzschuhen zur Unfallquelle werden. Hierfür gibt es längst geeignete Methoden und Materialien, die den denkmalschützerischen Aspekten ebenso gerecht werden wie den Anforderungen an Barrierefreiheit. Dennoch ist der Umbau bestehende Gebäude nach den Richtlinien der Barrierefreiheit mit einigen Kosten verbunden, weil beispielsweise Türen mit niedriger Türklinke Sonderanfertigungen sind. Die passende und wohl einfachste Antwort gab Herr Wallmann: Warum nicht einfach die Richtlinien für Barrierefreiheit zum Standart erheben? Dann wären zum Beispiel die Türen mit niedrigen Türklinken der Standartwert und günstiger in der Anschaffung. Das Beispiel zeigt, dass es manchmal nur kleiner Änderungen in der Herangehensweise bedarf, um Lösungen zu finden.

Rollstuhltanz - meine bevorzugte Sportart

In unserer Sendung ging es freilich nicht nur um barrierefreies Bauen und Wohnen. Inklusives Lernen im normalen Klassenverband, Inklusion am Arbeitsmarkt, Freizeit- und Sportangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen, welche Vorteile bietet die Assistenz und wie bekomme ich sie und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt der zweistündigen Sendung, die Hier nachgehört werden kann.
Eines möchte ich aber auch hier noch mal ganz deutlich sagen: Es ist nicht nur an den Menschen ohne Beeinträchtigung „Rücksicht“ zu nehmen. Wir, die wir auf bestimmte Hilfsmittel wie Rollstuhl, Blindenstock usw. angewiesen sind, müssen auch noch mehr lernen zu sagen, wenn und welche Unterstützung wir brauchen und für unsere Rechte eintreten. Gleichberechtigte Teilhabe einzufordern und zu leben, Angebote zu nutzen und selber (mit) zu gestalten müssen wir schon selber tun – ganz selbstbestimmt und eigenverantwortlich. Und noch eine Bitte, weil es doch immer wieder zu Hilflosigkeiten auf beiden Seiten kommt: Um Hilfe zu bitten, sollte ganz selbstverständlich sein ebenso, wie Hilfe anzubieten. Ich wünsche mir, dass keiner mehr wegschaut, weil er nicht weiß, wie er Hilfe anbieten soll. Wenn Sie den Eindruck haben, ihr Gegenüber benötigt Unterstützung, so fragen sie einfach ob und wie sie helfen können und dürfen. Es ist in jedem Fall eine freundliche Geste und häufig willkommene Unterstützung, die wir alle in der einen oder anderen Situation brauchen und die den Tag und unsere Gesellschaft ein klein wenig freundlicher und wärmer macht.

Selbst ist die Frau – 25 Jahre Künstlergut Prösitz

1. März 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Seien wir ehrlich: Frau hat es auch heute im 21. Jahrhundert nicht leicht, sich in einer noch immer männerdominierten Welt zu behaupten. Noch immer bekommen Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld als ihre männlichen Kollegen; noch immer ist Frau in Aufsichtsräten und Führungspositionen mehr Exotin als Alltag. Und haben Frauen Kinder, sind etwa noch alleinerziehend, sieht es meist noch schlechter aus. Frauen mit Kindern sind bei der Jobsuche meist benachteiligt, stehen in dem Ruf wegen der Kinder häufig zu fehlen und nicht die volle Arbeitsleistung bringen zu können. Nicht umsonst sind gerade Alleinerziehende – insbesondere alleinerziehende Frauen – von Arbeitslosigkeit/Langzeitarbeitslosigkeit und ihre Kinder von Kinderarmut betroffen. Wobei Kinderarmut immer die Armut der ganzen Familie widerspiegelt. Selbst berufliche Weiterbildung in Mutterschaft gestaltet sich für die betreffende Personengruppe noch immer als Herausforderung. Betrachtet man die Situation von Müttern im normalen Berufsleben mit all den Herausforderungen, mag man sich gar nicht erst vorstellen, wie groß die Herausforderungen erst für junge Mütter sein müssen, die sich künstlerisch fortbilden und künstlerisch arbeiten wollen. Auch hier gibt es klar männerdominierte Bereiche – die bildenden Künste gehören zweifelsohne dazu.

Doch nicht mit uns, dachten sich dann 1992 engagierte junge Künstlerinnen mit Kind und handelten. Getreu dem Motto „selbst ist die Frau“ schufen sie sich einen Raum, in dem sie professionell künstlerisch arbeiten können und gleichzeitig ihren Nachwuchs gut versorgt wissen. Sie gründeten passend zum Ort den Verein Künstlergut Prösitz e. V., der junge Frauen in Mutterschaft unterstützt sich künstlerisch weiterzubilden. Bis heute, 25 Jahre nach Gründung, ist dieses Angebot einzigartig in Deutschland und weit darüber hinaus: Junge Künstlerinnen, insbesondere mit Kindern, können auf dem Künstlergut Prösitz professionell arbeiten und dabei ihre Kinder mitbringen, die in einer Tagesbetreuung vor Ort bestens versorgt sind. Die Gründerinnen waren allesamt Absolventinnen der Dresdner Hochschule der Bildenden Künste. Sie wussten um die Herausforderungen junger Künstlerinnen in Mutterschaft und des Bedarfes an Unterstützung, der bis heute ungebrochen ist.

In den zurückliegenden 25 Jahren konnten rund 120 junge Frauen u. a. aus Deutschland, Polen, Spanien, Italien und der Schweiz an den Symposien für Bildhauerei, dem Herzstück auf Gut Prösitz, teilnehmen – gemeinsam mit ihren Kindern. In Mehrbettzimmern untergebracht, mit gemeinsamer Nutzung von Bädern und Küchen sowie einer guten Grundausstattung auch für Kinder sind Künstlerinnen wie Kinder gleichermaßen gut untergebracht und versorgt, können die Kinder zudem Natur erleben und erfahren, woher die Lebensmittel wirklich kommen. Ein kleines Idyll, welches Raum und Gelegenheit für künstlerisches Wirken schafft, ohne dass die kreativen jungen Frauen das Gefühl haben, ihren Nachwuchs zu vernachlässigen oder sich gar zwischen Nachwuchs und eigener künstlerischer Entfaltung entscheiden zu müssen. Zudem sind jährlich acht der künstlerisch begabten und engagierten jungen Mütter Stipendiaten des Künstlergutes, was auch finanzielle Hemmnisse in den Hintergrund treten lässt.

Das Künstlergut Prösitz ist ein tolles Projekt, welches auf 25 erfolgreiche, kreative und künstlerische Jahre zurückblicken kann. Ein Projekt, welchem Würdigung gebührt und welche es mit der Ausstellung „Ein Vierteljahrhundert Künstlergut Prösitz“ im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags auch erhält. Ich freue mich sehr, dass ich die Ausstellung “Ein Vierteljahrhundert Künstlergut Prösitz”, die vom 1. bis 29. März 2017 im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags zu sehen sein wird, eröffnen durfte. Schirmherrin der Veranstaltung ist Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, SPD. Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Plastiken, Klanginstallationen, Grafiken, Paper Cuts und Fotografien von 25 Künstlerinnen, die auf dem Künstlergut wirkten und die ganze Vielfältigkeit bildender Kunst zeigen. Ich freue mich, als einer der ersten diese Ausstellung sehen zu dürfen und kann sie jedem Liebhaber künstlerischen Schaffens nur ans Herz legen. Bis zum 29. März 2017 ist sie noch im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags zu sehen – kommen sie vorbei und sehen Sie selbst. Es lohnt sich!

Dem geneigten Besucher der Ausstellung wünsche ich viel Vergnügen beim Betrachten und dem Verein, den Betreibern des Künstlergutes weiter viel Kraft, Unterstützung und Freude an der Arbeit!

Und allen künstlerisch begabten Menschen wünsche ich viel Spaß bei ihrem Hobby. Gleichzeitig möchte ich alle künstlerisch interessierten Menschen und insbesondere den Frauen sagen: traut euch! Die Kunst in ihrer Vielfältigkeit bietet ungeahnte Möglichkeiten sich zu entfalten, eigene Gedanken, Gefühle und Ideen umzusetzen und zu gestalten. Vielfältige Vereine bieten hierzu – mehr oder weniger professionell – die entsprechenden Räume. Nutzt sie und habt Spaß dabei!