Horst Wehner

Archiv für Mai 2010

13. Sächsischer Seniorentag in Kamenz

31. Mai 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Am 29. Mai fand in Kamenz der 13. Sächsische Seniorentag unter dem Motto „Jung und alt – wir brauchen einander“ statt.

Zur Eröffnung im Hotel „Stadt Dresden“ war neben Oberbürgermeister Roland Dantz auch die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Christine Clauß, zu Gast.

im Gespräch im OB Roland Dantz und Staatsministerin Christine Clauß

im Gespräch im OB Roland Dantz und Staatsministerin Christine Clauß

Roland Dantz sprach sich in seiner Rede dafür aus, die Lebensleistungen älterer Menschen anzuerkennen und sich nicht vom Jugendwahn in der Gesellschaft verunsichern zu lassen. Älteren Menschen Hilfe und Unterstützung anzubieten, sei eine Sache des Anstandes. Andererseits sollten die Älteren die Wege der Jungen als Reaktion auf die Herausforderungen der heutigen Zeit sehen. Dazu ist es notwendig, dass beide Gruppen stärker aufeinander zugehen und sich um gegenseitige Akzeptanz bemühen.

Frau Staatsministerin Clauß ging in ihrer Rede vor allem auf die Pflegesituation im Freistaat ein. Zwar lägen Sächsische Pflegeheime im Bundesdurchschnitt neben Bayern und Baden-Württemberg mit an der Spitze der Bewertungsskala, ohne Investitionen in Aus- und Weiterbildung von Pflegepersonal könnte dieser Standard aber nicht gehalten werden.

Außerdem nutzte sie ihre Rede, um auf das Pflegenetzwerk im Freistaat aufmerksam zu machen. Dabei betonte sie einmal mehr: „Die Pflegeberatung muss zu den Ratsuchenden kommen – nicht umgekehrt.“ Außerdem verwies sie auf das Internet-Portal und die Hotline des Angebotes, an die sich Betroffene wenden können.

Im Anschluss an die Veranstaltung, die durch die Musikschule Kamenz musikalisch umrahmt wurde, besuchte ich noch eine Podiumsdiskussion im Rathaus, auf der u.a. verschiedene Projekte wie z.B. die des Vereins „Seniorpartner in School“ vorgestellt wurden, die Alt und Jung zusammenbringen.

buntes Programm zum Seniorentag

buntes Programm zum Seniorentag

Auf dem Markt war inzwischen ein buntes Bühnenprogramm gestartet, bei dem die Kinder des DRK-Kinderhauses „Max und Moritz“ sangen und tanzten, die Bigband des Blasorchesters Kamenz‘ Melodien aus den letzten 50 Jahren zu Gehör brachten, eine Modenschau stattfand und mehrere Tanzgruppen zeigten, dass Bewegung fit bis ins hohe Alter hält.

Mit einem Besuch am VdK-Stand beendete ich meinen Besuch in Kamenz, um noch weitere Veranstaltungen zu besuchen. Es war ja jede Menge los an diesem 29. Mai 2010 im Freistaat Sachsen…

Besuch am VdK-Stand

Besuch am Stand des Sozialverbandes VdK Sachsen

8. Mai 2010 – 65. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus

18. Mai 2010  |  Abgelegt in Allgemein

  Der 8. Mai 1945 war für Millionen Menschen in Europa und weltweit ein Tag der Hoffnung und Zuversicht.

Altbundespräsident Richard von Weizsäcker erklärte anlässlich des 40. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa:

 „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“.

Trotz dieser klaren Aussage des Altbundespräsidenten ist die Bewertung des 8. Mai bis heute umstritten, wird seine Bedeutung als Tag der Befreiung nicht allgemein anerkannt.

Ein Datum von so herausragender Bedeutung sollte angemessen gewürdigt werden. Der heutige 65. Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 2010 erscheint mir ein geeigneter Anlass, zu fordern, dass der „Tag der Befreiung“ zum gesetzlichen Gedenktag erklärt wird.

 Meine Fraktion hat im Sächsischen Landtag einen Gesetzentwurf eingebracht zur Einführung eines gesetzlichen Tages des Erinnerns und Gedenkens an die Befreiung vom Nationalsozialismus und die Beendigung des zweiten Weltkrieges in Europa. Wir und die Partei die DIE LINKE möchten einen Beitrag dafür leisten, dass wir in Sachsen unserer gemeinsamen historischen Verantwortung künftig noch besser gerecht werden, und dazu eignet sich kein Tag besser als der 8. Mai. 

 Der 8. Mai brachte das Ende der größten Bedrohung der Menschheit des 20. Jahrhunderts, den Völkern Europas einschließlich des deutschen Volkes die endgültige Befreiung von der Herrschaft des faschistischen deutschen Imperialismus.

  • Befreit wurden die Völker Europas vom Krieg, von Rassenwahn und von den Weltherrschaftsplänen des deutschen Faschismus.
  • Befreit wurden Menschen aus Konzentrationslagern, Zuchthäusern, Gefängnissen und Zwangsarbeitslagern.
  • Befreit wurden politisch und weltanschaulich Andersdenkende.
  • Befreit wurden eingeschüchterte, gedemütigte, unterdrückte und gequälte Menschen.
  • Befreit wurde die Zivilbevölkerung aus Angst, Not, Chaos, Hunger und Leid 

Für 50 Millionen Menschen aber kam die Befreiung zu spät. 

Widerstand leisteten mutige Frauen und Männer, – Kommunisten, Sozialdemokraten, Sozialisten, Gewerkschaftler, Konservative. Widerstand kam aus dem Militär, dem Bürgertum, aus Kirchen, von Intellektuellen und Künstlern.

 Meine Damen und Herren, die fortschrittlichen Kräfte stehen in der Tradition ihrer Geschichte für Demokratie und Toleranz und konsequent gegen Ignoranz, Demokratiefeindlichkeit und Rechtsextremismus.

Der heutige Tag zeigt angesichts der Ereignisse vor einer Woche in Zwickau einmal mehr wie wichtig es ist, Flagge gegen  alte und neue Faschisten zu zeigen.

 Hoffnungen und Ängste, Leid und Ende der Leiden, Flucht und Neubeginn, Vernichtung und Zerstörung, all dies traf nunmehr die Menschen in Deutschland.

Der Krieg, der von Berlin ausging, das erlebte unendliche Grauen, war an seinem Ausgangspunkt zurückgekehrt. Darunter hatte vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden. 

Wer über 1945 spricht, darf über 1933 nicht schweigen. Es ist ein verbleibendes Verdienst des konservativen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, diese Wahrheit und Weisheit 1985, im 40sten Jahr der Befreiung ausgesprochen zu haben.

Und er sagte auch, wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn der Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte. 

Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren. 

Und es gibt aktuelle Anlässe, die aufhorchen lassen und zum Handeln herausfordern. 

  • Wir erleben, dass der 8. Mai 1945 eher als Tag der Niederlage und als Tragödie für Deutschland ins Bewusstsein gerückt wird. Aber mit dem Relativieren beginnt das Verkleinern von eigener Verantwortung, mit dem Verkleinern beginnt das Vergessen.
  • Rechtsextremistische Parteien und Organisationen, die die faschistische Herrschaft glorifizieren und die Verbrechen des Naziregimes leugnen gewinnen an Einfluss und werden gewählt. Geschichtskittung und Geschichtsfälschung durch alte und neue Nazis sollen in der Mitte unserer Gesellschaft als freie Meinungsäußerung anerkannt werden.
  • Viele junge Menschen in unserem Lande wissen sehr wenig über die Nazi-Diktatur und ihre Wegbereiter, über Ausmaß und Folgen dieser Gewaltherrschaft.
  • Und wir wollen nicht vergessen, dass deutsche Soldaten sich wieder auf internationalen Kriegsschauplätzen befinden. Gewollt und gebilligt durch die Regierung und die Mehrheit im deutschen Bundestag – damals wie heute muss man sich bei Kriegen die Frage stellen: “Cui bono?“ „Wem nützen die Kriege?“ 

 Die Botschaft der Überlebenden „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus!“ muss uns allen stets gegenwärtig und Handlungsverpflichtung sein – denn Faschismus ist keine Meinungsäußerung, ist Faschismus ist ein Verbrechen und in jeden Krieg zahlen die Völker einen hohen Blutzoll. 

Wer Faschisten wirksam bekämpfen will, muss auch die Ursachen des Faschismus bekämpfen.

Wer in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise einerseits die Auswirkungen der Krise auf die sozial Schwachen der Gesellschaft abwälzt, und auf der anderen Seite die Verursacher der Krise mit Milliarden Euro unterstützt, braucht sich über den Zulauf und die Erfolge der NPD bei den Wahlen im vergangenen Jahr nicht in Erstaunen zu ergehen.

Wirtschaftkrisen und ihre Folgen sind eine der Nährwurzeln der faschistischen  Ideen und Propaganda.

Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Billiglöhne, Kommunen am Bankrott – sind ein verheerendes Signal und gefährden den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.

Also setzen wir uns gemeinsam mit allen demokratischen Kräften dafür ein, dass der Kampf für soziale Gerechtigkeit wieder eine starke Stimme erhält und allen Versuchen der Nazis, die Verlierer der Krise für ihre Zwecke zu vereinnahmen, der Boden entzogen wird.

Nazis haben keinen Platz in unserer Gesellschaft und das soll auch so bleiben.

Der Tag heute soll aber auch Mahnung dafür sein, dass Konflikte in der Gesellschaft nicht mit kriegerischen Mittel zu lösen sind, dass es eine demokratische Entwicklung mit militärischen Mitteln nichts mit Demokratie und Toleranz zu tun hat, im Gegenteil Krieg bedeutet Leid, bedeutet Unterdrückung.

Das hat uns die Geschichte gelehrt.

Wer sich nicht erinnert, Wer vergisst, Wer verdrängt – der kann Zukunft nicht gestalten, kann Frieden nicht wahren, weil er nicht weiß was Krieg und Gewalt bewirken!!

Wir denken heute an die Opfer von Krieg und Gewalt, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Mittendrin und nicht daneben – Behindertenaktionstag in Zwickau

18. Mai 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Vereine und Einrichtungen der Behindertenhilfe der Stadt Zwickau präsentierten am 8. Mai 2010 anlässlich ihres Behindertenaktionstages auf dem Hauptmarkt ihre Angebote und machten zugleich auf ihre Probleme aufmerksam.

 Ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm sorgte für gute Stimmung  bei den zahlreich erschienenen allen Beteiligten und Gästen.

 Neben dem Auftritt von Gitte und Klaus sorgte der Rollstuhltanzkreis Zwickau „MODUS VIVENDI“  mit seinem Tanzeinlagen für Freude und Unterhaltung bei den Besuchern des Aktionstages.

 Im Anschluss daran hatte ich selbst Gelegenheit gemeinsam mit Marina Eichhorn vom Rollstuhltanzkreis, bei der ich mich ganz herzlich bedanke,  eine Tanzeinlage vorzuführen. 

Tanzeinlage mit Marina Eichhorn vom Rollstuhltanzkreis MODUS VIVENDI

Tanzeinlage mit Marina Eichhorn vom Rollstuhltanzkreis MODUS VIVENDI

 

 

 

 

 

 

 

 Nach einer kurzen Verschnaufpause trat ich in einer gemischten Mannschaft der RSC Rollis Zwickau und Gästen zu einem 20 minütigen Rollstuhlbasketballspiel mit an, was ganz schön an die Kräfte ging. 

Rollstuhlbasketballspiel mit den RSC Rollis Zwickau

Rollstuhlbasketballspiel mit den RSC Rollis Zwickau

 

 

 

 

 

 

 

Mein Fazit des Tages: Eindrucksvoll und voller Lebensfreude konnte ich an diesem Tag erleben, wie Betroffene sich selbst einbringen und mitten im Leben stehen!

5. Mai – Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

10. Mai 2010  |  Abgelegt in Allgemein

Am 5. Mai jeden Jahres findet der Europäische Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Ich war dieses Jahr in Glauchau und Zwickau mit dabei.

Zahlreiche Senioren (in Glauchau war gleichzeitig Seniorentag), Behinderte, aber auch Interessierte hatten sich zur Eröffnung um 10 Uhr im Simmelmarkt-Center Glauchau eingefunden, wo uns nach der Eröffnung durch Bürgermeisterin und Landtagskollegin Ines Springer (CDU) als erstes ein kleines Programm der Kinder des DRK-Kindergartens dargebracht wurde. Es wurde gesungen und getanzt und vor allem viel gelacht.

Danach waren die Kinder des Integrativkindergartens an der Reihe, die ebenfalls eine tolle Liedauswahl mitgebracht hatten.

kleines Ständchen zum Protesttag zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderung

Kinder und Erzieherinnen des Integrativen Kindergartens bringen ein kleines Ständchen

Nach dem Programm gab es die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zudem stellten sich Selbsthilfegruppen vor und es war eine sehr interessante Erfahrung für mich, mittels speziell präparierter Brillen zu erleben, was eine Gesichtsfeldeinschränkung bedeutet.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Zwickau, wo für 17 Uhr ein Stadtrundgang angekündigt war. Zahlreiche Leute hatten sich dazu eingefunden: Abgeordnete, Stadträte, Behindertenbeauftragte, aber auch viele Interessierte mit und ohne Handicap. Für letztere waren Rollstühle bereitgestellt, ebenso Brillen und Stöcke zur Simulation einer Sehbehinderung.

Der Rundgang erfolgte in drei Gruppen. Unsere erste Station war der Hauptmarkt, von dem es dann mit Frau Angelika Michaelis, unserer Stadtführerin, zur Katharinenkirche ging, in der einst Müntzer predigte, bis zum Schloss, das inzwischen zu einer Seniorenresidenz  umgebaut wurde. Ursprünglich war auch ein Abstecher zum Muldeparadies geplant, den wir dann aber aus Zeitgründen nicht mehr geschafft haben – zu viel gab es zu den einzelnen Stationen vorher zu berichten! (An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei Frau Michaelis bedanken, zum einen natürlich für die vielen Informationen, aber auch für ihre Umsicht im Umgang mit uns Rollifahrern, Seh- und Hörbehinderten.)

auf dem Zwickauer Hauptmarkt

auf dem Zwickauer Hauptmarkt

Auf dem Rückweg zum Robert-Schumann-Haus, in dem eine Auswertung des Stadtrundganges stattfand, fiel auf, dass sich an fast jedem Geschäft, das über eine Eingangsstufe verfügte, eine Klingel für Rollstuhlfahrer befand. Kritisch wurde dazu in der folgenden Auswertung allerdings angemerkt, dass die Klingeln oftmals zu hoch angebracht sind.

Dass sich Zwickau dennoch Mühe gibt im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen, hatten wir schon etwas früher erfahren, als ich nämlich mit Jürgen Dürrschmidt für ein Foto vor der Stufe der Löwenapotheke posierte und wir von einer vorübergehenden Passantin  mit kleinem Kind und Sportwagen ganz freundlich und hilfsbereit darauf hingewiesen wurde, dass die Apotheke über einen zweiten, barrierefreien Eingang  verfüge. Leider hat die Apotheke immer noch kein Hinweisschild an ihrem Haupteingang.

Barrieren, die wir meinen... - allerdings hat diese Apotheke einen barrierefreien Nebeneingang!

Barrieren, die wir meinen... - allerdings hat diese Apotheke einen barrierefreien Nebeneingang!

Dass es natürlich auch in Zwickau weiterer Anstrengungen auf dem Weg zur Barrierefreiheit bedarf, steht außer Frage. Denn Bequemlichkeitsstreifen sind nach wie vor nur so lange von Rollifahrern, Menschen mit Gehhilfen und Blindenstöcken zu nutzen, so lange auf ihnen keine Blumenkübel, Tische und Stühle oder Auslagen vor Geschäften stehen. Trotzdem war eine Stunde Stadtrundgang in Zwickau nicht so anstrengend für mich als Rollifahrer wie einmal in Chemnitz über den Markt.