Horst Wehner

Archiv für Mai 2011

Besuchergruppen

25. Mai 2011  |  Abgelegt in Allgemein

Gleich zwei Besuchergruppen waren  in der letzten Woche bei mir zu Gast.

Am Dienstag empfing ich “meine” Klasse aus Lichtenstein. Wir hatten uns im letzten Jahr in ihrer Schule kennen gelernt und schon damals war ich begeistert von dem Zusammenhalt und dem Umgang unter den Schülern miteinander. Den Schülerinnen und Schülern hat es offensichtlich gut gefallen, denn ohne die sonst so übliche anfängliche Schüchternheit haben wir auch dieses Mal kräftig diskutiert. Vor allem, was Petitionen sind und was man mit ihnen erreichen kann, wollten Schüler und Lehrer wissen. Und wie man sich gegen drohende Schulschließungen wehren kann.

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Aktiv-Passiv-Überleitungsfeier für Frau Dr. Maria Wandke

25. Mai 2011  |  Abgelegt in Allgemein

Dass der PARITÄTISCHE nicht nur kräftig arbeiten, sondern auch feiern kann, bewies er als Dr. Maria Wandke aus der aktiven in die nun sogenannte Passivphase verabschiedet (nach dem ATZ-G) wurde.

Da wurde vorgetragen, gemeinsam gesungen, erzählt und geschmaust, alles bei schönsten Sonnenschein und bester Laune.

Ich möchte Frau Dr. Wandke auch hier noch mal meinen Dank für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit aussprechen und ihr alles Gute für die nächsten Jahre wünschen, vor allem Gesundheit.

“Nachgefragt bei…”

18. Mai 2011  |  Abgelegt in Allgemein

Der PARITÄTISCHE will es immer genau wissen und lud mich zu seiner Veranstaltung “Nachgefragt bei…” ein. Thema des Nachmittags war “Eingliederungshilfe im Wandel – Teilhabe jetzt ermöglichen”, also genau das, wofür ich mich auf allen möglichen Veranstaltungen und in meiner parlamentarischen Arbeit einsetze.

Es waren viele Interessierte gekommen und bald entstand eine lebhafte Diskussion. Ein Kernpunkt war das Spannungsfeld “Erwerbsarbeit und Behinderung”. Worauf wird geachtet, wenn ein Mensch mit Behinderung und/oder Sinnesbeeinträchtigung auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Anstellung sucht: auf seine Behinderung oder auf seine Fähigkeiten? Und was bringen all die Förderprogramme, die von den verschiedensten Stellen initiiert werden? Bringen sie wirklich Menschen mit Handicap dauerhaft in Arbeit? Dass Menschen mit Behinderung und/oder Sinnesbeeinträchtigung sehr wohl Potentiale haben, wird immer wieder betont. Doch wer weiß um diese Potentiale? Und wann wird endlich begonnen, diese zu nutzen? Ja und was bringen denn die Förderprogramme überhaupt???

Selbstbestimmte Teilhabe war ein weiterer Schwerpunkt im Gespräch – und sorgte ebenfalls für Zündstoff, zumal “Inklusion” inzwischen in aller Munde ist. Nicht wenige fordern inzwischen, Sondereinrichtungen für behinderte Menschen abzuschaffen, doch wird dieses Ansinnen jedem betroffenen Menschen gerecht? Was ist mit denen, die in einer solchen Einrichtung leben und/oder arbeiten wollen? Genau das macht ja die Selbstbestimmung aus: dass man die Wahl hat, dass man sich für ein Lebens- und Arbeitsumfeld entscheiden kann, das man selbst für sich als gut und passend erachtet! Natürlich ist dabei entscheidend, was die Menschen wollen – eine “Abschiebung” in eine Sondereinrichtung darf nicht länger möglich sein! Vor allem darf – egal wie die Entscheidung ausfällt – keine Diskriminierung nachgeschoben werden!!

Menschen mit körperlichen, seelischen, geistigen oder/und Sinnesbeeinträchtigung sind vollwertige Mitglieder der Gesellschaft, sie haben die gleichen Rechte wie Menschen ohne diese Beeinträchtigungen. Verschiedenheit ist Normalität. Was es im Moment noch so schwer macht sind neben den baulichen Barrieren (ich werde nicht müde, immer wieder auf Barrierefreiheit insbesondere in der gestalteten Umwelt hinzuweisen!) vor allem die Barrieren im Kopf. Wir müssen endlich beginnen, nicht immer nur die Schwierigkeiten zu denken, die es möglicherweise geben könnte, sondern die Chancen und die Bereicherung zu sehen, die eine inklusive Gesellschaft birgt.

Eine gute Gelegenheit dazu bietet die Bilderausstellung des Kunstzirkels der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle der Solidar-Sozialring gemeinnützige Betreuungsgesellschaft mbH, die noch die nächsten sechs Monate in den Räumen der Parität zu sehen sein wird. Wer von Ihnen also in dieser Zeit im Waldschlösschenareal in Dresden unterwegs ist, sollte diese Schau unbedingt besuchen! Eine weitere gute Gelegenheit ist, den Menschen nicht aus dem Wege zu gehen, Kontakte zu suchen. Miteinander füreinander da zu sein. Eine Vision???….

Weitere Artikel zur Veranstaltung finden Sie auf der Seite der Parität oder der des Selbsthilfenetzwerkes Sachsen.

Ge(h)denken am 8. Mai

8. Mai 2011  |  Abgelegt in Allgemein

Wir gedachten heute am Mahnmal der russischen gefallenen Soldaten in Hohenstein-Ernstthal der Opfer von Krieg und Gewalt, der  Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedachten der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedachten derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen die Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir gedachten derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Der 8. Mai 1945 ging in die Geschichte ein als Tag der Befreiung  und als Tag des Sieges.

Wenn wir heute hier der Gefallenen gedachten, dann gedachten wir auch jenen Frauen und Männern, Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberalen, Konservativen, Christen und Gewerkschaftern, die im antifaschistischen Widerstand und in den nationalen Befreiungsbewegungen gekämpft haben. Gerade heute ist es wichtiger denn je, dass alle demokratischen, friedliebenden Menschen sich den rechtsextremistischen,  faschistischen und neonazistischen, diskriminierenden und rassistischen Parolen und Handlungen mit demokratischen Mitteln entgegen stellen und hier einheitlich und entschlossen handeln. Mit demokratischen Mitteln in der politischen Auseinandersetzung. Nicht mit Gewalt. Gewalt löst keine Probleme, jedenfalls nicht wirklich und dauerhaft. Gewalt erzeugt nur neues Leid .

Wir stehen heute hier an den Gräbern von Vätern und Söhnen, Müttern und Töchter, die den Tag der Befreiung nicht erleben konnten und auf deren Rückkehr die Angehörigen vergeblich gewartet haben. Dieser Opfer zu gedenken und ihr Andenken zu bewahren, war, ist und bleibt für uns Deutsche und erst recht für uns demokratische Sozialisten Verpflichtung.

Antifaschismus und Antimilitarismus sind und Bleiben für DIE LINKE Grundkonsens im Programm der Partei und sind Grundlagen des politischen Handelns.

5. Mai: Klares Wort zum Europaweiten Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

5. Mai 2011  |  Abgelegt in Allgemein

Der 5. Mai ist der europaweite Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder/und Sinnesbeeinträchtigungen machen darauf aufmerksam, dass sie die gleichen Rechte wie Menschen ohne Beeinträchtigungen haben und sie fordern ein, dass, damit sie auch gleichberechtigt teilhaben können, zumindest die von Menschenhand geschaffenen Barrieren beseitigt werden.

Dazu gilt es, die Hindernisse zu erkennen und dann Entscheidungen zu ihrer Beseitigung zu treffen.

Als ich bei Frau Schöne  (Stadträtin für die CDU) im letzten Jahr zu Besuch war, sprach sie davon, dass sie sich mehr Aufmerksamkeit gegenüber jedermann wünschte. Wir verabredeten uns zu einer gemeinsamen Aktion. Am 5. Mai 2011 war es soweit.

Pünktlich 15 Uhr trafen sich Frau Hoch (Stadträtin, DIE LINKE), Frau Schöne (Stadträtin, CDU), das Ehepaar Böhme (Beirat in Lichtenstein), er ist Rollifahrer, Herr Werner (Stadtmanagement), Herr Warnat (Stadtrat, CDU) und Herr Müller (Stadtrat, DIE LINKE) und ich zum Rundgang durch Lichtenstein. Begleitet wurden wir von einem Kameramann vom Kabeljournal und Jens Bammelt, der unsere Tour fotografisch dokumentierte. Frau Schöne hatte sich auf das Experiment eingelassen, in einem Rollstuhl Platz zu nehmen, den Frau Hoch und Herr Warnat im Wechsel schoben.

Frau Schöne im und Frau Hoch am Rolli

Schon auf den ersten hundert Metern zeigten sich Tücken in Form von Bordsteinen, die zwar an mancher Stelle abgesenkt sind, aber nicht konsequent und auch nicht unbedingt an den Ecken, an denen es zu erwarten und notwendig wäre.

Bordsteine sind immer wieder eine Herausforderung - auch für die Helfer

An einer anderen Stelle wurde es so eng, dass Herr Böhme mit seinem Rolli die Straßenseite wechseln musste und Frau Schöne das Wegstück lieber zu Fuß gehend überwand. Ich selbst nahm die Herausforderung mit sportlichem Ehrgeiz an, was natürlich nicht im Sinne der Barrierefreiheit ist.

andere Barrieren sind baulicher Natur

Der Rest des Weges war dann aber ohne größere Probleme zu bewältigen. Außerdem ging es ja darum festzustellen,  wo Menschen mit Behinderung und/oder Sinnesbeeinträchtigung nicht oder nur schlecht zurechtkommen.

Sehr herzlich empfangen wurden wir beim Optiker Barth. Der Zugang ist durch einen Seiteneingang selbstbestimmt möglich, der Sehtestplatz ist mit dem Rolli ohne Hilfe zu erreichen, das Personal ist sehr aufmerksam und hilfsbereit – eine sehr angenehme Erfahrung, auch wenn nicht alle Bereiche selbstbestimmt erreicht werden können – die Verkaufsfläche gliedert sich in zwei unterschiedlich hohen Ebenen.

bei Optiker Barth

Der gute Eindruck der Stadt Lichtenstein wurde etwas getrübt, weil das Informationszentrum, in dem man sich über die Sehenswürdigkeiten und die effektiven Wege am besten abstimmen kann, eben nicht für jeden erreichbar ist. Es gibt Ideen, wie dem abgeholfen werden kann, eine Sache, die ich in der Zusammenkunft mit dem Bürgermeister zum Abschluss der Tour unbedingt zur Sprache bringen wollte.  Wir trafen uns also am Ende einer sehr interessanten, aufregenden und natürlich auch anstrengen, aber trotz alledem fröhlichen Tour im Rathaus der Stadt. Das ging auch völlig problemlos. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass es offenbar selbstverständlich für den Bürgermeister der Stadt, Herrn Wolfgang Sedner war, über unsere Eindrücke informiert zu werden. Entsprechen aufgeschlossen war auch die Gesprächsatmosphäre. Mit in der Runde Platz genommen hatten neben Bürgermeister Wolfgang Sedner, der Leiter des Ordnungsamtes Herr Fritzsche und die Beigeordnete Frau Hamann, später kam auch noch Frau Landtagskollegin Ines Springer dazu.

Wir hatten die Initiative der Stadträtinnen und  Stadträte begrüßt. Ich durfte über die schönen und weniger schönen Erlebnisse berichten. Ich kenne ja auch aus vorangegangen Besuchen dieser schönen Stadt weitere Perlen der Stadt. Bedauert hatte ich, dass es nicht jedem Menschen möglich ist, sich im Informationszentrum einen Überblick zu verschaffen. Rollstuhlfahrer  wie ich kommen beispielsweise nicht dort hin. Der Bürgermeister verstand den Hinweis und versicherte, hier wird sofort Abhilfe geschaffen.Das Informationszentrum kommt in den Erdgeschoss unmittelbar neben dem Rathaus. Großartig!!!

Anhand der von Herrn Bammelt gemachten Fotos „wiederholten“ wir anschließend unseren Weg durch die Stadt, der alles in allem für uns Rollifahrer gut zu bewältigen war. Was allerdings (noch) komplett fehlt, sind Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen, ebenso sind Menschen mit Hörbehinderung in der Gestaltung der Stadt nicht berücksichtigt.

Sowohl Herr Sedner als auch Herr Fritzsche und Herr Werner machten sich eifrig Notizen, mehr noch, sie waren dankbar für jeden Hinweis, fragten aufmerksam nach und  benannten sogar schon Termine, an denen bestimmte Dinge bei bestimmten Leuten angesprochen werden sollen.

Einig waren sich alle, dass es vor allem auf die Sensibilisierung aller in der Stadt lebenden Menschen ankomme, denn einige Engstellen waren lediglich von gedankenlos aufgestellten Waren oder Schildern verursacht worden. Solche Dinge könne man schnell beheben.

Bürgermeister Sedner machte zum Schluss den Vorschlag, den Stadtrundgang in drei Jahren zu wiederholen. Sein Ziel ist es, die Stadt für alle ihre Bürger barrierearm, wenn nicht gar barrierefrei zu gestalten. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Mal!!!

Fotos: Jens Bammelt