Monat: Oktober 2012

Zu Gast im „Rudolf Virchow“ Klinikum Glauchau

Nach meinem ersten Besuch der Einrichtung im Juli 2012 folgte ich gern der Einladung des Geschäftsführers Dr. Knöfler, mich  am 08.10.12 bei einem Rundgang mit den verschiedenen Einrichtungen des Kreiskrankenhauses vertraut zu machen.

Seit der Eröffnung im Jahre 1842 hat das heutige Klinikum, stets als medizinische Einrichtung genutzt, eine wechselvolle Geschichte erlebt.

Seit 1990 wurden mit zahlreichen Investitionen umfangreiche Bau- und Rekonstruktionsmaßnahmen durchgeführt, die das Klinikum zu einer modernen, auf das Wohl der Patientinnen und Patienten ausgerichteten Einrichtung gemacht haben. Seit 1995 befindet sich das Klinikum als gemeinnützige GmbH in der Trägerschaft des Landkreises Zwickau.

Mit 325 Akutbetten, 30 Tagesklinischen Plätzen und ca. 600 Mitarbeitern gehört das „Rudolf Virchow“ Klinikum Glauchau zu den modernsten im Landkreis Zwickau und zu einem der größten Arbeitgeber  Glauchaus.

auf dem Rundgang in der Geriatrischen Abteilung, hier in der Ergotherapie

Beeindruckend für mich war, wie es in den letzten Jahren gelungen ist, neben dem eigentlichen Klinikum, weitere Einrichtungen wie das Medizinische Versorgungszentrum am Klinikum Glauchau, das REHA-Z-Glauchau am Klinikum und das Gesundheitszentrum am Klinikum, einzurichten. Dahinter verbergen sich u. a. eine Therapie- und Sporthalle, das Schwimmbad mit Sauna, eine gut ausgebaute Physiotherapie sowie eine Anzahl von niedergelassenen und im Angestelltenverhältnis arbeitenden Fachärzten in eigenen Praxen. Das bringt sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte und gesamte Personal hohe Synergieeffekte, was letztlich sich wieder auf eine hohe Qualität an medizinischer Betreuung niederschlägt.

Beim Rundgang in der Geriatrischen Abteilung
auf dem Rundgang in der Geriatrischen Abteilung

Natürlich wurden auch Probleme angesprochen, so bspw. dass  in einer immer älter werdenden Gesellschaft, neue Herausforderungen im Bereich der geriatrischen Versorgung mit sogenannten „Alterserkrankungen“ und deren Behandlung ergeben.  Als Geriatrisches Zentrum stehen dem Klinikum mehr Möglichkeiten offen, die aber eigentlich an allen Einrichtungen dieser Art, angeboten werden müssten.

Ein weiteres Problem ist die Zunahme psychischer Erkrankungen: ohne deren Ursachen näher vertieft zu haben, besteht der Fakt,  der  Bedarf  an fachgerechter Behandlung ist gestiegen, die Kapazitäten im stationären Bereich reichen nicht aus; auch erscheint es noch nicht ausreichende wissenschaftlich belegbare Untersuchungen für eine adäquate Verweildauer  zu geben. Es gibt Vorbehalte, fehlt an ausgebildeten Psychiatern.

Ich hatte einen guten Eindruck von der Klinik. Helle Zimmer, freundliches Personal.

Ich bedanke mich recht herzlich bei dem Geschäftsführer Dr. Knölfler und der Pflegedienstleiterin Frau Geyer, die mich auf dem Rundgang begleitet und mir interessante Einblicke in den medizinischen Alltag des Klinikums gewährt haben.

„Billig: Kommt teurer – öffentliche Aufträge gesetzlich fair regeln!“

Unter diesem Thema fand am 8.10.12 im Haus des DGB in Zwickau eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Gewerkschaft statt.

Zuvor wurden der neue DGB Kreisverband Zwickau gegründet und die benannten Mitglieder des neuen Vorstandes aus den Einzelgewerkschaften vorgestellt. Ziel ist, die gewerkschaftliche Arbeit basisorientierter zu gestalten.

Ich wünsche dem neu gebildeten Kreisverband und dem Vorstand hierzu viel Kraft und Erfolg.

Zu den wichtigsten und aktuellsten Aufgaben des DGB und seiner Einzelgewerkschaften gehört die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes in ganz Deutschland und damit auch in Sachsen.

Podiumsdiskussion DGB (von links nach rechts. Horst Wehner MdL, Marion Pecher MdL, Sabine Zimmermann Vorsitzender MdB DGB Region Südwestsachsen, Markus Schlimbach stellv. Vorsitzender DGB Sachsen, Michael Weichert MdL)

„Geiz ist geil“ – oder das von dem FDP geführten Wirtschaftsministerium hoch gepriesene „Billiglohnland Sachsen“ – nützen in Zeiten fehlender Fachkräfte und Auszubildender weder  Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmern noch der wirtschaftlichen, ökologischen, kulturellen, sozialen Entwicklung des Freistaates.

Darin waren sich auch die Podiumsdiskussionsteilnehmer  einig. (Mario Pecher/SPD – MdL, Michael Weichert/Bündnis 90/Die Grünen – MdL; Sabine Zimmermann /DGB-Regionsvorsitzende Südwestsachsen – MdB/DIE LINKE.; Markus Schlimbach/Stellv. Vorsitzender DGB Sachsen). Schade, dass keine Vertreter derKoalitionsfraktionen CDU und FDP den Weg nach Zwickau gefunden hatten. Auch insofern, als im Mittelpunkt der Diskussion die neuen Entwürfe für ein Vergabegesetz in Sachsen standen. Sachsen hat mit seinem bisherigen Gesetz aus dem Jahr 2002 das älteste und unmodernste in der BRD.

Podiumsdiskussion (Horst Wehner, Mario Pecher)

Nunmehr werden im Landtag drei Gesetzentwürfe beraten: ein mit dem DGB abgestimmter gemeinsamer Entwurf der Fraktionen DIE LINKE. und SPD, ein  Entwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie  ein Entwurf der Koalitionsfraktionen CDU und SPD.

In den Gesetzentwürfen der Oppositionsfraktionen sind Kernbotschaften u.a.: Tariftreue, Gewährleistung von Mindestarbeitsbedingungen, Mindestlöhnen, ÖPNV-Leistungen nur an Unternehmen, die Tarif zahlen, Heranziehung sozialer, ökologischer, innovativer Aspekte, Aufforderungen an kleine und mittelständische Unternehmen, sich an Ausschreibung zu beteiligen, Beachtung der ILO-Kernarbeitsnormen.

Die Sichtweisen der Kolleginnen und Kollegen der CDU- und FDP-Fraktionen hätten  die Diskussion mit den Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern noch interessanter und lebendiger gemacht!