Monat: April 2013

Weiterbildung „Rettung von Menschen mit körperlichen Behinderungen“ in Werdau

Einen ganz besonderen Termin hatte ich am 13.04.2013 in Werdau. Eingeladen hatte mich André Kleber, den ich bereits als Verantwortlichen für Stadtmarketing kannte, und der sich beim Stadtrundgang für Barrierefreiheit im letzten Jahr in den Rollstuhl gesetzt hatte. Diese für ihn sehr interessante Erfahrung hatte ihn nun bewogen, mich zu fragen, ob ich es mir vorstellen könnte, als Betroffener an einer Weiterbildung für die Helfer der Wasserwacht Koberbachtalsperre Langenhessen mitzuwirken. Natürlich habe ich gern zugesagt.

Unterstützt wurden wir in dem Vorhaben durch einen zweiten Rollifahrer, Peter Seebach, der nach einem Feuerwehrunfall 2010 im Rollstuhl sitzt.

Zunächst war ich sehr überrascht, wie jung die Helferinnen und Helfer waren, die sich nach und nach einfanden. Allerdings war von jugendlicher Scheu keine Spur. In der Eröffnung wies Herr Kleber auf eigene Unsicherheiten hin, die er im Umgang mit Menschen mit Behinderung hat – weil schlicht die Erfahrung fehlt. Dazu waren wir ja jetzt hier.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es gleich hinaus. In zwei Gruppen wurde praktisch gearbeitet. Während die eine Hälfte versuchte, Bestzeiten auf dem Rolliparcour zu erreichen (vielen Dank an Alippi, die nicht nur den Parcour im Gepäck hatten, sondern auch mehrere Rollis), übte die andere Gruppe mit uns Rolli-Fahrern das Sichern und das Überwinden von Bordsteinkanten. Auch das Umsetzen in den Tragesitz wurde trainiert – für mich eine Herausforderung, bin ich es doch gewohnt, mich in aller Regel allein oder maximal mit Hilfe fortzubewegen. Im Tragesitz dagegen ist man völlig ausgeliefert.

Daran, wie bestimmte Maßnahmen auf Menschen mit Handicap wirken, wieviel Unterstützung sie wünschen und was unnötig ist, bestand besonderes Interesse. Wir wurde viel gefragt, sowohl nach unseren Einschränkungen („Können Sie noch stehen?“), als auch nach unseren Möglichkeiten („Können Sie Auto fahren?“, „Ich habe gehört, Sie tanzen, können Sie uns das mal zeigen?“). Auch wie man mit einer Behinderung wie der unseren umgeht und wie wir mit Straßenpflaster zurecht kommen, wurde thematisiert.

In der Abschlussrunde brachte es eine junge Frau dann auf den Punkt: „Man muss sich einfach klar machen, dass der Mensch mit einer Behinderung trotzdem auch ein Mensch ist. Und das ist eigentlich ganz einfach.“

LINKE Vize für Beobachtungsstelle und Bundesstiftung

In Berlin trafen sich heute turnusmäßig die Parlaments-Vizepräsidentinnen bzw. -präsidenten der LINKEN aus dem Bundestag und aus Landtagen. Ein Thema der Beratung war das NSU-Nazi-Mord-Desaster. Dazu haben wir erklärt:

„Das Versagen des Rechtsstaates muss vorbehaltlos aufgeklärt werden. In den Fokus der Debatten gehört aber mehr denn je auch die Prävention von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, also das gesellschaftliche Engagement für Demokratie, Toleranz und Menschenrechte. Wir fordern eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Denn nur wenn die Analyse ungeschönt und stimmig ist, können auch die Maßnahmen dagegen erfolgsversprechend sein. Außerdem plädieren wir für eine bundesweite Stiftung, die das Engagement gesellschaftlicher Initiativen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie würdigt, dauerhaft koordiniert und auch finanziell sichert.“