Horst Wehner

Archiv für Januar 2014

“Leben im Alter im ländlichen Raum – Infrastruktur und Mobilität”

22. Januar 2014  |  Abgelegt in Allgemein

Ein bisschen sperrig das Thema, das Wetter trüb – trotzdem fanden sich am 20. Januar ca. 20 Seniorinnen und Senioren aus weiten Teilen des Landkreises im Bürgerhaus in Geithain ein, um mit meinem Fraktionskollegen Enrico Stange, Vertretern des MDV, dem Beigeordneten des Landkreises Leipzig, Dr. Thomas Voigt, und mir über den öffentlichen Nahverkehr ins Gespräch zu kommen.

Nachdem Enrico Stange, der in meiner Fraktion Sprecher für Landesentwicklung und Infrastruktur ist, 8 Thesen aufgestellt hat, wie der ÖPNV in Westsachsen idealerweise gestaltet werden sollte, stellten der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes Steffen Lehmann und sein Mitarbeiter für Verkehrsplanung, Ron Böhme, sowohl den MDV als Unternehmen, als auch Neuerungen und Ziele für die nächsten Jahre vor. Besonders erfreut war ich darüber, dass die beiden nicht nur ausgesprochen aufgeschlossen waren, sondern auch ein umfangreiches Problembewusstsein an den Tag legten. “Ich frage mich schon”, so Herr Lehmann, der in Brandis zu Hause ist, “warum der Bus nicht direkt an der Einkaufsstraße in Brandis, am Einkaufszentrum zwischen Brandis und Beucha und am Gewerbepark hält.” Ein Nahziel ist für ihn, allen Haltestellen ein einheitliches Bild zu geben und auch die Fahrkartenautomaten möglichst einheitlich zu gestalten. Eine Neuerung, die seit Mitte Dezember letzten Jahres in Kraft ist, ist z.B. ein Zugbegleiter auf jedem Zug im Schienenverbund, der angehalten ist, Fahrscheine zu verkaufen. “Wenn also jemand Probleme mit den Automaten hat, kann er immer noch ein Ticket im Zug lösen.” Auch eine dichtere Taktung sowie Nacht- und Wochenendverbindungen sind neu. Zwar erstmal vorrangig auf der Schiene, aber, so Ron Böhme, die Busse sollen nachziehen.

Die Fragen aus dem Publikum waren sehr konkreter Natur, wobei sich einige durch die Neuerungen bereits erübrigten. Anregungen, wie z.B. die Schienennutzung nur auf einem Gleis, von dem aus man treppenlos zum Bussteig gelangen kann, nahmen die beiden Herren mit, um sie in ihrem Unternehmen und mit ihren Partnern zu besprechen.

Was die Barrierefreiheit betrifft, so ist auch da schon an einiges gedacht – z.B. verfügen die neuen S-Bahnen über Rampen und sogar Behinderten-WCs – jedoch wird noch zu wenig mit den Betroffenen zusammengearbeitet. Deshalb habe ich den Vorschlag gemacht, mal eine Strecke gemeinsam zurückzulegen, um herauszufinden, wie selbstbestimmt der ÖPNV im Netz des MDV tatsächlich genutzt werden kann. Denn auch die heute noch mobilen Seniorinnen und Senioren werden älter …

Frank Franke, Stadtrat aus Borna, fasste am Ende der Veranstaltung sehr schön zusammen: “Ein Idealzustand wird kaum erreichbar sein, trotzdem muss man sich auf den Weg machen.”

Ich denke, in Mittelsachsen tut sich schon eine Menge. Bleiben wir dran!