Horst Wehner

Archiv für Juni 2014

Menschen mit Behinderung bei Krankheit, im Alter und im Sterben

30. Juni 2014  |  Abgelegt in Allgemein

„Ich will den Tod als etwas Normales, als zugehörig zum Leben akzeptieren, will einen würdigen Tod, zufrieden und müde; wie nach einer langen Reise möchte ich diese Erde verlassen.“ Ich weiß nicht, ob Karla Eckert, eine Modeberichterstatterin, von der dieses Zitat stammt, eine Behinderung hatte. Es ist auch nicht wichtig. Denn eines haben alle Menschen gemeinsam: wir sind mal krank, wir werden alt und eines Tages werden wir sterben. Die einen nach einem langen, erfüllten Leben, andere viel zu früh durch Unfall oder tödliche Krankheiten. Im Sterben sind wir alle gleich.

So begann meine Rede zur Konferenz „Menschen mit Behinderung bei Krankheit, im Alter und im Sterben“. Über 80 Interessierte waren gekommen, um sich auf der Gemeinschaftsveranstaltung der Akademie für Palliativ- und Hospitzmedizin Dresden, des PARITÄTISCHEN  Sachsen und des Sozialverbandes VdK LV Sachsen e.V. im Dresdner Verkehrsmuseum zu informieren und auszutauschen.

Das Programm war vielfältig. Neben ethischen Fragen („Die Begleitung von Menschen mit Behinderung im Alter, bei Krankheit und im Sterben ist vornehmste Pflicht“) wurden auch ganz spezielle wie z. B. zur  Schmerzbehandlung von Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen oder zur Zahngesundheit von Menschen mit Behinderung bei Krankheit, im Alter und bei Demenz erörtert. Auch über Voraussetzungen zur Pflege und das Bildungsprofil in einem multiprofessionellen Bereich, der insbesondere die Sterbebegleitung ist, wurde referiert.

eine größere Gruppe von Menschen (ca. 30 Personen) sitzt in einem Saal und hört einer Person in ihrer Mitte zu

aus dem Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen immer wieder wertvolle Beiträge

Am zweiten Konferenztag stand vor allem die Seelsorge im Mittelpunkt. Sehr eindrücklich war dabei ein Beitrag, von Bewohnerinnen und Bewohnern eines Projektes in Hamburg Alsterdorf, die sich an einem Gruppennachmittag mit den Themen Alter und Sterben auseinandersetzten. Manche hatten schon ganz genaue Vorstellungen davon, wie sie sterben wollten, andere vor allem Angst, dass sie in dem Moment, wo sie Assistenz und Hilfe benötigen, diese womöglich nicht bekommen. Ein weiterer Beitrag an diesem Tag beschäftigte sich mit der Arbeit mit den Angehörigen von schwer kranken oder sterbenden Menschen.

In der Abschlussdiskussion stand noch einmal im Mittelpunkt, dass jeder Mensch eigene Vorstellungen davon hat, wie er im Alter und im Sterben behandelt werden möchte. Wichtig ist vor allem, diese Wünsche herauszufinden, was bei Menschen mit Behinderung – je nach Schwere – vielleicht nicht einfach, aber keinesfalls unmöglich ist. Auch ist die Politik gefragt, wie an vielen Stellen an diesen zwei Tagen deutlich wurde. Auch hier wurde deutlich zum Ausdruck gebracht: der Dialog ist wichtig, dass man miteinander kommuniziert.

Podiumsdiskussion, drei Personen sind zu sehen, vor ihnen ein Tisch, auf dem Wasserflaschen stehen und Papiere liegen. Bei den Personen handelt es sich um eine Rechtsanwältin, eine dunkelhaarige Frau, Horst Wehner, einen grauhaarigen Mann in dunklem Anzug mit roter Krawatte und einen älteren Herrn, Prälat in Rente, in einem hellen Anzug

Um Kommunikation geht es auch beim Generationenmusikfestival, das gleich im Anschluss an die Konferenz im Verkehrsmuseum stattfand. Unter dem Titel „mit & ohne“ sangen, spielten und tanzten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler den ganzen Nachmittag und brachten Stimmung ins Haus. Ein gelungener Abschluss für eine Konferenz mit einem ernsten, aber ebenso wichtigen Thema.

zwei Menschen mit Akkordeon, links ein blonder Mann mit Brille, rechts eine dunkelhaarige Frau mit Bubikopf, die Augen geschlossen, völlig auf ihr Spiel konzentriert

das Duo Krachkovsky eröffnete auch diesmal das Generationenmusikfestival

Perspektivwechsel im DRK-Krankenhaus Lichtenstein

5. Juni 2014  |  Abgelegt in Allgemein

Auch in diesem Jahr lud die Liga der Freien Wohlfahrtspflege zur Aktion „Perspektivwechsel“ ein. Wir Vertreter aus Politik und Verwaltung sollen so die Möglichkeit erhalten, für einen Tag die Abläufe in sozialen Einrichtungen und Diensten mitzumachen und so wichtige Erkenntnisse für unsere parlamentarische Arbeit gewinnen.

Im Rahmen der Aktion besuchte ich am 04. Juni 2014 das DRK Krankenhaus Lichtenstein.

Zunächst nahm ich an der Dienstberatung teil, in der es auch ganz praktisch zur Sache ging.

Injektionen für Diabetiker einfacher und sicherer; Übung macht den Meister

Anschließend führten mich der Leitende Chefarzt, Dr. Harry Sirb, und die Pflegedienstleiterin, Katja Brauer-Nötzel, durch das Haus.  In zahlreichen Gesprächen erörterten wir unter anderem die Gestaltung der Krankenhauslandschaft sowie die medizinische Versorgung im Hinblick auf den demographischenWandel. Auch Vergütungsfragen wurden diskutiert und inwieweit diese gerecht oder ungerecht ist.

bei der Besichtigung des Kreißsaals

Dieser Tag hat mir einmal mehr bestätigt, wie engagiert die Menschen im Gesundheitswesen arbeiten und das unter zum Teil wirklich schweren Bedingungen. Umso wichtiger ist es, sie in die Gespräche mit einzubeziehen, denn das Krankenhaus Lichtenstein zeigt auch, dass die Angestellten oftmals die besten Ideen für eine optimale Betreuung der Patientinnen und Patienten haben. Die zentrale Aufnahmestation ist nur ein Beispiel.

Ich bedanke mich bei allen, die mir diesen wertvollen Blick hinter die Kulissen gewährt haben.