Monat: September 2014

Wie mobil sind Seniorinnen und Senioren im ländlichen Raum?

83 % der Fläche Sachsens sind ländlicher Raum. Von den 4,1 Mio. Einwohnern Sachsens leben 2,7 Mio. außerhalb der Städte Dresden, Chemnitz und Leipzig. Unser Anspruch als DIE LINKE lautet, gleichwertige Bedingungen in Stadt und Land zu sichern.

Ältere und behinderte Menschen sollen auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Ein gut ausgebauter ÖPNV ist die grundlegende Basis für ihre Mobilität.

Enrico Stange, verkehrspolitischer Sprecher unserer Fraktion, stellte bei der Veranstaltung der Landes-AG der Seniorinnen und Senioren am 15. September acht Thesen zur Mobilitätssicherung vor. Dabei geht es z. B. darum, die Linienentwicklung auf die Bedürfnisse der Menschen und nicht der Verkehrsunternehmen auszurichten. Grundzentren sollten in 30 Minuten, Mittelzentren in 40 Minuten und Oberzentren in 90 Minuten mit dem ÖPNV erreichbar sein und das mit benutzerfreundlichen Taktzeiten auch am Wochenende und zu Veranstaltungen.

Wichtig ist mir dabei, dass Fahrzeuge und Bahnsteige bei Bahn und Bus barrierefrei gestaltet sein müssen.

v.l.n.r. neben mir Herr Müller (Verkehrsverbund Vogtland), Heidemarie Lüth, Herr Böhme (Mitteldeutscher Verkehrsverbund), Enrico Stange

Zur Veranstaltung eingeladen waren auch Herr Thorsten Müller vom Verkehrsverbund Vogtland und Herr Böhme vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund.

Beide Fachleute stellten an Hand ihrer Verkehrsverbünde vor, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden bzw. umgesetzt werden sollen, um in den entsprechenden Territorien Mobilität für alle zu sichern. Schnell wurde klar, dass viele Maßnahmen an nicht vorhandenen finanziellen Mittel bzw. Planungsunsicherheit scheitern. Da sind sowohl der Freistaat Sachsen, der Bund aber auch die Deutsche Bahn AG als Tochtergesellschaft des Bundes gefragt. Allein sind die Verkehrsverbünde nicht in der Lage, die immer höher werdenden Kosten zu schultern, es sei denn, weitere Strecken werden geschlossen bzw. Taktzeiten eingeschränkt. Das führt aber zwangsläufig dazu, dass vor allem Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderungen in ihrer Mobilität stärker eingeschränkt werden. Aber auch die Attraktivität des ÖPNV leidet darunter.

Dabei gibt es sehr gute Ansätze in den beiden Verkehrsverbünden wie Kombitickets, die Anschaffung kleinerer Busse, um auch entlegene Gebiete anfahren zu können, bis hin zur beitragsfreien Nutzung des Schülerverkehrs im Landkreis Vogtland.

Die Veranstaltung brachte viele neue Anregungen und Hinweise. Im nächsten Jahr soll eine Landeskonferenz unter dem Titel „Wohnen im Alter“ folgen, ein ebenso interessantes wie brisantes Thema.

Vielen Dank an die Sprecherin der LAG Seniorinnen und Senioren in Sachsen, Heidemarie Lüth, die gewohnt sachlich, aber dennoch an der einen oder anderen Stelle humorvoll die Veranstaltung moderiert hat.

Neue Chancen für den Beruf

Bei unserem Besuch im Berufsförderungswerk Dresden, einem Zentrum für berufliche Rehabilitation, konnten wir uns nicht nur von dem umfangreichen Berufsbildungsangebot für Erwachsene, sondern auch von den beeindruckenden Bedingungen vor Ort überzeugen.

Das Berufsförderungswerk Dresden versteht sich mit seinen 130 Mitarbeitern und Auszubildenden als soziales Dienstleistungsunternehmen auf dem Bildungssektor. Dafür stehen die 490 Rehabilitationsplätze sowie die 330 Internatsplätze genauso wie eine Integrationsquote von 77 % der in 2-jähriger Ausbildung zum Abschluss gebrachten Facharbeiter.

Zielgruppe sind Erwachsene im Alter von 25 – 45 Jahre, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben und nach § 35 SGB IX eine berufliche Rehabilitation in Anspruch nehmen können. Derzeit liegt der Altersdurchschnitt bei 35 Jahren.

in der IT-Abteilung wird neben Windows auch in den Systemem Mac OS und Unix ausgebildet.

Mit einem umfassenden Angebot zur beruflichen Neuorientierung und Qualifizierung in 26 Facharbeiterberufen, leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag, Menschen vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren und ihnen eine neue Berufschance zu bieten.

Im einführenden Gespräch mit dem Geschäftsführer Herrn Köhler konnten wir uns ein ausführliches Bild von der Struktur der Einrichtung, den Angeboten, aber auch den Ergebnissen ihrer Arbeit machen. Diese sind nur möglich durch den ständigen Kontakt zu den Rehabilitationsträgern, der Agentur für Arbeit und den Arbeitgebern, um immer in arbeitsmarktrelevanten Berufen ausbilden zu können. Als besonders wichtig betrachtet es die Einrichtung, von vorn herein die individuellen Stärken aber auch Schwächen der Teilnehmer herauszuarbeiten, um so ein ganz spezielles Profil für den Einzelnen und für seine zukünftige Ausbildung zu erstellen.

Mit dem Leiter des BFW, Herrn Henry Köhler, in der Elektronik-Abteilung

Im sich anschließenden Rundgang konnten wir uns von den hervorragenden Lern- und Arbeitsbedingungen für die künftigen Facharbeiterinnen und Facharbeiter überzeugen. Neben moderner Technik gehört dazu z.B. auch ein physiotherapeutischer Bereich, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Behandlungen erhalten können.

Frau Wolf leitet die Physiotherapie

Der Besuch hinterließ bei mir den Eindruck, dass es hier im Berufsförderungswerk wirklich um den einzelnen Menschen geht und nicht um Zahlen und Statistiken. Wobei diese nicht ganz aus den Augen verloren werden dürfen, wie Herr Köhler andeutete.

Ich bedanke mich recht herzlich bei Herrn Köhler und Frau Müller für die freundliche Aufnahme und die Möglichkeit, diese Einrichtung kennenzulernen. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Berufsförderungswerkes für ihr Engagement und die gute Arbeit, die sie leisten, bedanken.

DANKE

Allen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Unterstützerinnen und Unterstützern, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden, aber auch allen Wählerinnen und Wählern ein herzliches