Monat: Februar 2015

Jugend im Dialog

Am 18.02.2015 fand zum achten mal der „Dialog der Jugend“ im Sächsischen Landtag statt. Die Veranstaltung ist ein Projekt des Jugendverbandes SäGees (Sächsische Generation). Er ist die Jugendorganisation des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe e. V..

Wie jedes Jahr konnte ich die JugendweihteilnehmerInnen aus unserer Region zu einem Gespräch bei mir begrüßen. Nach anfänglicher Zurückhaltung ging es dann frisch und munter in die Diskussion. So interessierten sich die Jugendlichen u.a für den Tagesablauf eines Abgeordneten, die Zusammensetzung des Landtages und die Arbeitsweise der Fraktionen, meine Meinung zum Sächsischen Bildungssystem, dem Freizeitangeboten aber auch wie ich zu den LINKEN gekommen bin und was mir an meiner besonders Partei gefällt.

Im Gespräch mit den Jugendlichen

Spannend und interessant für mich, wie aufmerksam zum einem die Jugendlichen sich an der Diskussion beteiligten und zum anderem wo und wie sie sich in ihrer Freizeit selbst ehrenamtlich beschäftigen – zumal oft pauschal gesagt wird, die Jugend interessiert sich für nichts!

Im anschließend Rundgang durch die Räumlichkeiten des Plenarsaales konnten alle Teilnehmer am Dialog der Jugend ein Bild von der Architektur und den Aufgaben des Sächsischen Landtages machen.

Während des Rundgangs in der Lobby vor dem Plenarsaal

Zum Abschluss wurde im Plenarsaal das Ergebnis der Befragung der Jugendlichen (1.048 Jugendliche haben ihre Antwort auf die 11 Fragen eingesandt) im Rahmen des Dialogs der Jugend, vorgestellt.

Um nur einige Ergebnisse zu nennen: 41 % meinen in Sachsen wird voll und ganz genug für die Jugend getan, mehr als 52 % wünschen sich mehr Unterstützung und bessere Bedingungen vor Ort.

43 % meinen von sich, dass sie politisch aufgeschlossen sind, 57 % meinen sie sind es nicht.

Eher erschreckend das Ergebnis nach der Glaubwürdigkeit der Politiker: 23 % finden Politiker glaubwürdig, 77 % finden sie unglaubwürdig. Vor allem nicht gehaltene Versprechen von Politikern kommen bei den Jugendlichen nicht gut an!

Auch im Rahmen der Ergebnisauswertung hatten die Jugendlichen noch einmal die Möglichkeit mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen, was sie auch ergiebig ausnutzten.

Im Plenarsaal des Sächsischen Landtages

Für mich wieder eine schöne und wertvolle Erfahrung, mit jungen Menschen zu ins Gespräch zu kommen, ihre Meinungen und Haltungen zu erfahren. Gut dass es solche Veranstaltungen gibt – es müsste wesentlich mehr davon geben.

Gemeinsamer Beschluss Landesvorstand DIE LINKE. Sachsen und Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag vom 6. Februar 2015 – Beschluss:

Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Asylsuchenden – nicht aber mit Pegida & CoDie TeilnehmerInnen der gemeinsamem Beratung des Landesvorstandes DIE LINKE. Sachsen und der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag unterstützen die Erklärungen des Parteivorstandesund des sächsischen Landesvorstandes der LINKEN zu den PEGIDA-Demonstrationen (Anlage 1 und 2). Wir erklären unsere Solidarität mit allen Migrantinnen und Migranten, Geflüchteten und Asylsuchenden in Sachsen, mit allen Initiativen und Vereinen, die beispielsweise Asylsuchende unterstützen. Unsere Unterstützung und unser Dank gilt auch all jenen, die sich konkret vor Ort für Geflüchtete einsetzen, sie unterstützen und ihre Lebensumstände verbessern. Gemeinsam mit jenen, die sich gegen rassistische und menschenfeindliche Positionen auf die Straßen und Plätze unseres Landes begeben, wendet sich DIE LINKE. Sachsen gegen alle Ansätze, unser Land weiter abzuschotten und Menschen anderer Herkunft das Leben unerträglich zu machen. Unabhängig davon, wie sich Kundgebungen und Demonstrationen, die sich im Kern gegen Geflüchtete oder eine Religion wenden, in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln, gehen wir davon aus, dass die Gründe und Ursachen dafür weiter bestehen bleiben, wenn nicht aktiv und offensiv deren Beseitigung in Angriff genommen wird. Die Pegida-Demonstrationen der letzten Wochen sind auch das Ergebnis des politischen Versagens der sächsischen CDU, die im letzten Vierteljahrhundert in Sachsen durchgehend Regierungsverantwortung getragen hat. Der sture Widerstand der sächsischen CDU gegen eine Ausweitung der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungen, z.B. durch die Erleichterung von BürgerInnenentscheiden, ist in diesem Zusammenhang genauso zu nennen, wie das sozialpolitische Versagen, durch das z.B. große Teile der sächsischen Bevölkerung von Altersarmut bedroht oder bereits betroffen sind. Die sächsische CDU hat darüber hinaus selbst die Grundlage dafür gelegt, dass die Demonstranten von Pegida & Co. der letzten Wochen auf eine vermeintliche Auseinandersetzung von Kulturen verweisen können: z.B. dass seit 2004 das sächsische Schulgesetz in seinem Bildungs- und Erziehungsauftrag an „die christliche Tradition im europäischen Kulturkreis“ anknüpft, schallt nun als nur leicht verzerrtes Echo zurück. Ebenso wurden immer wieder gerade in Dresden die Zeichen der Zeit nicht erkannt und insbesondere rechten Demonstrationen mit Nichtstun und Schweigen seitens der Stadtoberen begegnet. Im Gegenteil, Protest gegen rechte Aufmärsche wurde verunglimpft. Die jahrelange verantwortungslose Unterschätzung rechtsradikaler Umtriebe durch die regierenden CDUPolitikerInnen hat ein weiteres dazu geleistet, deren menschenverachtenden Denkmuster zu enttabuisieren. DIE LINKE. Sachsen stellt sich der Herausforderung, eigenständige Beiträge in der derzeitigen öffentlichen Debatte zu leisten. Wir wollen mit jedem und jeder daran Interessierten in den Dialog darüber treten, wie ein Leben in sozialer Sicherheit und Demokratie für alle Menschen in Sachsen möglich werden kann und welche politischen Schritte dafür notwendig sind. Grundlage sind für uns nicht die Demonstrierenden, sondern unsere langjährigen Alltagserfahrungen, dass sich Menschen in dieser Gesellschaft ausgegrenzt fühlen, Zukunftsängste haben und die Schere zwischen Arm und Reich auch in Sachsen weiter auseinander geht. Wir werden keinen Tabubruch begehen und mit Menschen „verhandeln“, welche die Beurteilung von (persönlichen) Situationen auf Ausländerfeindlichkeit und damit Ideologien der Ungleichwertigkeit fußen lassen.

Dies heißt insbesondere:

1. Wir sind die Lobby derer, die in der Gesellschaft keine Lobby haben. Genau deshalb werden wir die Zuspitzung in der herrschenden Politik im Freistaat suchen.

2. Wir werden die vor Ort bestehenden Willkommensbündnisse unterstützen und, wo notwendig, Willkommensbündnisse begründen.

3. Gemeinsam mit den Gewerkschaften, mit Vereinen und Initiativen, mit Menschen mit und ohne Migrationshintergrund wird DIE LINKE. Sachsen verstärkt an Konzepten für ein weltoffenes Sachsen und die gemeinsame Gestaltung einer Willkommenskultur arbeiten.

4. DIE LINKE. Sachsen wirbt weiterhin für ihre sozialpolitischen Konzepte für ein Leben in Menschenwürde für alle Menschen in Sachsen und ihre Vorschläge zur Erweiterung der Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen. Wir machen deutlich, dass der Riss in der Gesellschaft zwischen oben und unten verläuft und nicht zwischen In- und AusländerInnen.

5. Deutlicher als bisher wollen wir die Ursachen von Flucht benennen und öffentlich thematisieren.

6. In den Regionen und Gemeinden setzen wir uns für einen transparenten Dialog darüber ein, wie das Zusammenleben zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gestaltet werden und interkulturelle Kompetenz entwickelt werden kann.

7. Wir werden weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden parlamentarischen Möglichkeiten nutzen, um eine Verbesserung der Situation von Geflüchteten in Sachsen zu erreichen.

Andere Augen – Eine Ausstellung über das Sehen

Das sollte Sie interessieren:

Die neue Sonderausstellung des Schloss und Stadtmuseums Hoyerswerda zeigt anhand von Fotografien des Künstlers Gregor Strutz das Leben und den Alltag zweier sehbehinderter Menschen. Eine Video-Dokumentation des Projektes mit Arild Røland, Terje Karlsrud und Gregor Strutz, ergänzt die Schau. Sie ist mit einer Hörbeschreibung versehen und steht somit auch blinden Menschen zur Verfügung.

Die Ausstellung folgt einem Ziel: sie will die unterschiedlichen Wege der Kunstwahrnehmung von Sehenden, Sehbehinderten und blinden Menschen verbinden, um ihnen so erstmals ein gemeinsames Kunsterlebnis zu ermöglichen. Das geschieht durch die konsequente Verknüpfung sehr unterschiedlicher Darbietungsformen in einer gemeinsamen Ausstellung. Die Barrierefreiheit der Ausstellung wird somit zu ihrem eigentlichen Inhalt. Über das gemeinsame Erleben von Kunst schafft «Andere Augen» ein Forum zum Austausch von Menschen mit und ohne Behinderungen und wirbt dadurch für gegenseitiges Verständnis.“*

Die neue Sonderausstellung wurde am 1. Februar 2015 um 11 Uhr im Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda feierlich eröffnet.

*www.andereaugen.de