Horst Wehner

Archiv für Juni 2015

Wer nichts tut, erreicht auch nichts!!

25. Juni 2015  |  Abgelegt in Allgemein

Gestern besuchte ich auf Einladung der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Hohenstein-Ernstthal das G.-E.-Lessing-Gymnasium. Gemeinsam haben wir uns mit dem Schulleiter Herrn Hoppe zu dem Thema Schulische Inklusion beschäftigt.

Mit der Fraktion (von links nach rechts) Alexander Weiß, Rositta Rammler, Barbara Müller und Dr. Gisela Prohatzky im G.-E.-Lessing-Gymnasium

Von den über 800 Schülern besuchen zurzeit das Gymnasium 12 Integrative Schüler mit unterschiedlichen Handicaps (physische Beeinträchtigungen, Sehbehinderungen, ADHS, LRS und Autismus). Schnell wurde deutlich dass hier ein engagierter Schulleiter mit einem ebenso engagierten Lehrerteam alle Möglichkeiten ausschöpft um den integrativen Schülern bestmögliche Voraussetzungen für ihr Lernen am Gymnasium zu ermöglichen. Das ist nicht immer einfach, aber Lösungen finden sich!

“Wenn alle an einem Strang ziehen und wenn alle es wollen ist fast alles machbar” (alle das sind die Lehrer, die Mitschüler, die Eltern, der integrative Schüler selbst aber auch die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft) so Herr Hoppe zum Thema Integration. Von Inklusion zu sprechen – das ist sei noch ein weiter Schritt!

Bei allem Engagement zeigt sich aber auch – dass es noch Bedingungen gibt, die nicht in der Verantwortung des Schulleiters und seinem Lehrerkollektiv liegen. Dazu gehören die Klassenstärke, die räumlichen, personellen und zeitlichen Kapazitäten

(Klassen mit integrativen Schülern sollten eine Anzahl von 20 Schülern nicht überschreiten, die Integrativverordung sieht 25 Schüler vor, leider wird diese Problematik nicht thematisiert; integrative Schüler_innen benötigen u.U. mehr  Platz;  Lehrer_innen müssen die Möglichkeit haben, sich den besonderen Bedarfen von integrativen Schüler_innen auch widmen zu können –  Weiterbildung, Betreuung). Schließlich  sind  vor allem viele bürokratische Regelungen zu kritisieren, als die Bearbeitungszeiten von Anliegen viel zu lange dauern. Hier wünscht sich der Schulleiter  mehr Vertrauen in seine Fachkompetenz.

Als unverzichtbar für den Direktor ist die Zusammenarbeit mit den Förderschulen. deren fachlichen Hinweise, was  Lehrer_innen, aber auch  Mitschüler_innen  beachten sollten, sind enorm wichtig.

Es geht “Meine Schüler_innen” und was sie brauchen, damit sie sich gut entwickeln, dass sollen sie auch bekommen…

Ich bedanke mich  herzlich bei der Fraktion für die  Initiative, inklusive Bildung vor Ort kennen zu lernen, und zugleich für die Einladung, an dieser Gesprächsrunde teilnehmen zu dürfen und ganz besonders herzlich, dem engagierten Schulleiter Herrn Hoppe für die vielen Informationen.

Ich wünsche ihm, allen Lehrerinnen und Lehrer und natürlich allen Schülerinnen und Schülern weiterhin viel Erfolg und Freude an der Schule und beim Lernen.

Teil haben und Teil sein – schöne Worte, aber….?!

18. Juni 2015  |  Abgelegt in Allgemein

In Leipzig fand vom 16.-18. Juni 2015 der 80. Deutsche Fürsorgetag im Congress Center Leipzig statt.

Besuch am Stand des DRK in Leipzig

Das Motto in diesem Jahr – “Teilhaben und Teil sein” – greift ein Grundbedürfnis aller Menschen auf: Teilzuhaben und Teil der Gesellschaft zu sein. Am 17. Juni besuchte die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel den 80. Fürsorgetag und hielt eine Grundsatzrede unter anderem über die Integration sowie Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Rede der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Der Veranstalter, der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.” muss sich die Frage gefallen lassen wie ernst er es denn selbst mit der Inklusion meint. Jedenfalls bei der Veranstaltung (Rede Bundeskanzlerin) selbst war leider davon nichts zu spüren. Für Rollstuhlfahrer war im Saal kein Platz. Auf direkte Nachfrage, ob es denn Plätze für Rollstuhlfahrer gäbe, gab es die Antwort, dies wäre nicht vorgesehen.  Ganz im Rande des Saales im Gang fanden sich für die Rollifahrer (Ab-)Stellplätze.
Mittendrin ist was anderes! Aber immerhin – und das meine ich wirklich positiv – für hörbehinderte Menschen wurde die Rede der Kanzlerin in Gebärden übersetzt.
Aber für die Beachtung der umfassenden Barrierefreiheit bleibt noch viel zu tun. Ich wiederhole wieder: Es beginnt in den Köpfen! Und nicht nur darüber reden, sondern auch handeln!

“Wir feiern gemeinsam!”

9. Juni 2015  |  Abgelegt in Allgemein

Unter diesem Thema  fanden am 6. Juni 2015 der 6. Regionale Behindertentag und das 25.  Kinderfest der Stadt Hohenstein-Ernstthal im und um das Mehrgenerationshaus in Hohenstein-Ernstthal statt.

“Menschen wie du und ich  - Inklusion, Mobilität und Bewegung” so präsentierten sich bei herrlichstem Sonnenschein 30 Vereine und Organisationen mit Sport-, Spiel- und Kreativangeboten den Besuchern mit und ohne Handicap.

Berührungsängste und Vorurteile abbauen und gelebte Inklusion zeigen – das ist das Anliegen dieser bereits zur guten Tradition gewordenen Veranstaltung.

Mich begeistert immer wieder mit wie viel Freude und Engagement sich vor allem junge Menschen mit Handicap im sportlichen und kulturellen Miteinander wetteifern und wie schnell diese Lebensfreude auf alle Besucher überspringt.

Jubel der Handballmannschaft der Werkstatt für Menschen mit Behinderung "Lebensbrücke" Niederlungwitz über ihren 1. Platz im Handballturnier

Ich nahm gern die Gelegenheit wahr, mich an den Ständen über deren Angebote zu informieren, aber auch mich selbst mal auszuprobieren.

Am Stand des Blinden- und Sehbehindertenverbandes

Mit dem Oberbürgermeister der Stadt Hohenstein-Ernstthal Lars Kluge am Stand des VdK Kreisverbandes Zwickau

Es war eine gute Idee, diese beiden Veranstaltungen gleichzeitig durchzuführen – sind es doch gerade Kinder,die die wenigsten Berührungsangst untereinander haben und viel schneller verstehen dass “anders sein” etwas ganz normales in unserer Gesellschaft ist.

Im Gespräch mit dem Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen der Sächsischen Staatsregierung, Stephan Pöhler

Ich bedanke mich bei allen Organisatoren und Mitwirkenden für ihr Engagement und ihre Teilnahme und freue mich schon auf den 7. Regionalen Behindertentag in der Stadt Meerane.