Monat: September 2015

Ausstellungseröffnung bei der Bundesknappschaft in Chemnitz

Ausreichend Bewegung und Sport ist gesund, lernen wir von klein auf. Das gilt für alle Menschen, auch für Menschen mit Behinderungen und ist wichtiger Ausgleich zur sonst so häufigen Bewegungsarmut im Alltag.

Gerade die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zeichnet eine vorbildliche Unterstützung der Belange des Reha- und Behindertensports aus. Kern ist dabei das Verbundsystem, dessen zentrale Idee im bis heute einzigartigen Zusammenwirken der Leistungsbereiche, beispielsweise als Kranken- und Rentenversicherung im Rahmen der Gesundheitsversorgung bei Rehabilitationsleistungen, besteht. Zu diesem Verbund gehören auch zehn Reha-Kliniken, in Sachsen die Knappschafts-Klinik Warmbad. Darüber hinaus werden zahlreiche Vereine, darunter auch Reha- und Behindertensportvereine, im Rahmen der Selbsthilfeförderung unterstützt.

Empfang zur Ausstellungseröffnung

Mit diesem Wissen über die Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See verwundert nun auch nicht mehr der Titel der Ausstellung, die am 23. September in den Räumen  der Chemnitzer Regionaldirektion, Jagdschänkenstraße 50 eröffnet wurde. „Sport überwindet Grenzen“ lautet das Motto dieser Ausstellung, die noch bis zum 30. November zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden kann. Sie zeigt über 40 Fotografien des Harthaer Fotografen Dr. Ulrich Bethge, der zunächst als Landschafts- und Naturfotograf  nun seit vier Jahren sein fotografisches Können dem Behindertensport widmet. Mehrmals im Jahr ist er bei Sportveranstaltungen dabei, so zum Beispiel bei den Paralympics 2012 in London. Zu sehen sind aussagefähige Momentaufnahmen unterschiedlicher Sportarten, die das Engagement, den Ehrgeiz, Fleiß und die Professionalität von Sportlerinnen und Sportlern mit Handicap eindrucksvoll widerspiegeln.

Horst Wehner mit Marina Eichhorn beim Tanz

„Sport überwindet Grenzen“ ist in mehrfacher Hinsicht richtig, spielen doch der kulturelle, religiöse oder soziale Hintergrund des Sportlers oder der Sportlerin keine Rolle. Es zählt die erbrachte Leistung, gemessen an den individuellen Möglichkeiten und ist verbunden mit Werten wie Fairplay, Respekt und Teamgeist. Gerade für die Integration von Migrantinnen und Migranten spielt der Sport eine ganz besondere Rolle und wirkt als Integrationsmotor. In vielen Vereinen trainieren Sportlerinnen und Sportler mit und ohne ausländischen Wurzeln zusammen, bilden ein Team und verfolgen gemeinsame Ziele. Dabei sind nicht nur die Gewinner die Helden. Beharrlichkeit weiter zu trainieren, sich neue Ziele zu stecken, sich selbst zu überwinden und die Grenzen des Machbaren auszuloten sind wichtige Eigenschaften Vieler und macht sie zu Vorbildern und Integrationsfiguren. Das gilt besonders für Menschen mit Behinderungen. Dabei ist Sport ein idealer Treiber für Inklusion, hat sich doch gerade im Behindertensport in den vergangenen Jahren viel bewegt und erfährt er inzwischen deutlich mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viel zu tun ist, um ungehinderten Zugang zu allen Sportanlagen zu bekommen. Denn barrierefreie Einrichtungen sind längst noch nicht überall eine Selbstverständlichkeit.

Über Barrierefreiheit und Inklusion

Schränkt das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt die Bewegungsfreiheit ein? Ist das noch nicht entfernte Laub auf Gehwegen ein Problem? Stören Werbeaufsteller vor Geschäften, die Außenbestuhlung vor Cafés und Restaurants oder falsch geparkte Autos mein Fortkommen?

Die meisten Menschen würden diese Fragen wahrscheinlich mit „Nein“ beantworten. Für Menschen mit Behinderung – zum Beispiel Rollstuhlfahrer, Blinde oder Taube – sind dies aber alltägliche Hindernisse, welche die Bewegungsfreiheit einschränken. „Aber Mütter und Väter mit Kinderwägen kennen diese Sorgen auch“ – so Horst Wehner.

Ist das Pflaster nicht ordentlich verfugt, können sich die Räder eines Rollstuhls dort festfahren. Liegt im Herbst eine dichte Laubdecke auf den Gehwegen, können Kanten und Absätze nicht gesehen werden. Und Werbeaufsteller, Außenbestuhlung oder falsch geparkte Autos erzeugen oftmals schmale Lücken, die ein Fortkommen mit dem Rollstuhl unmöglich machen.

„Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen besagt, dass Barrieren, die mich zusätzlich zu meiner körperlichen Einschränkung behindern, weg müssen“ – unterstrich Horst Wehner. Dies muss sich vor allem in der Planung von Gebäuden niederschlagen. Wenn die Belange von behinderten Menschen bereits bei der Planung Berücksichtigung finden, zieht auch nicht mehr das gern gehörte Argument, dass dann alles viel teurer wird. Barrierefreiheit umfasst aber mehr. Neben der Gestaltung von baulichen Anlagen geht es auch um die Gestaltung von Gebrauchsgegenständen oder die Bereitstellung von akustischen Informationsquellen für Blinde und Gehörlose.

Seit Jahren ist Horst Wehner „Auf den Spuren der Barrierefreiheit“ in Sachsen unterwegs. Anhand zahlreicher Fotos zeigte er, auf welche Probleme er immer wieder stößt bei seinen Besuchen in den Städten und Gemeinden. Er möchte die Verantwortlichen vor Ort dafür sensibilisieren, den Begriff Inklusion mit Leben zu erfüllen. Inklusion heißt, dass Menschen mit Behinderungen elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft sind. Und gelebte Inklusion stärkt die Selbstkompetenz der Betroffenen und soll ihnen eine selbstverständliche und umfassende Teilhabe ermöglichen.

Wertedialog des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – was uns wichtig ist

Vertreter der Paritätischen Landesverbände aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen trafen sich unter diesem Motto zu einer Regionalkonferenz am 23.September 2015 in Leipzig.

In den nächsten Tagen werden die Verbände auf ihren Homepages die Dokumentation zu dieser Veranstaltung veröffentlichen. Ein Grund mehr also, einmal auf den Seiten des Paritätischen vorbei zuschaun und dabei auch mehr über die Referentinnen und Referenten  sowie den genauen Ablauf der Veranstaltung zu erfahren. An dieser Stelle möchte ich auf einen anderen Aspekt im Zusammenhang mit der Arbeit des Paritätischen verweisen.

Voller Saal bei der Wertekonferenz des Paritätischen

Offenheit, Toleranz, Vielfalt, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Respekt, Vertrauen – all diese Werte können Voraussetzung und Triebfeder zur Durchsetzung sozialer Rechte sein. Das Soziale darf in der Ökonomie nicht fehlen. Die Werte, die hier für einen Wohlfahrtsverband wichtig sind, heißen Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Die Menschen, für die und mit denen Sie arbeiten, müssen Ihnen trauen; und die Gesellschaft muss Ihnen vertrauen. Vertrauen steht vornan! Vertrauen ist der Grundstock der Arbeit der Wohlfahrtsverbände, somit auch des Paritätischen.

Soziale Politik ist eine Politik, die Geborgenheit schafft.

Unsere Leistungsgesellschaft verlangt die „Superhelden“, die alles können, die vor allem total fit und immer einsatzbereit sind. Ich will das nicht. Ich will Vielfalt, den Starken genauso wie den Schwachen und ich will Solidarität des Starken mit dem nicht so Starken. Ich will, dass wir uns Brücken bauen. Dass wir miteinander füreinander da sind, das Alte und Junge bei allen Konflikten, die es aus welchen Gründen auch immer mal geben kann, gemeinschaftlichen füreinander da sind.

Der Paritätische leistet hier mit seinen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter_innen im Verband selbst und in seinen Mitgliedsorganisationen einen wichtigen  Beitrag. Natürlich muss der Paritätische sich kritisch hinterfragen wie zeitgemäß seine Angebote sind, ob der Verband auch in seinen eigenen Reihen die proklamierten Werte lebt. Dabei muss der Paritätische auch kritischer und kompetenter Partner gegenüber den Vertretern aus Politik und Verwaltung sein.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband und seine Mitgliedsverbände genießen Vertrauen.  Sie haben dieses Vertrauen, weil und solange sie als Hüter der sozialen Grundrechte gelten, solange sie Streiter für die sozialen Grundrechte sind. Dies erneut festzustellen, war die Motivation des heutigen Treffens  – quasi als Fortsetzung der im Paritätischen im Frühjahr eröffneten Wertediskussion im Gesamtverband.

Ich bin stolz, dazu zu gehören und Mitstreiter sein zu können.

Ehrung im Ortsverband Torgau des VdK

Als Vorsitzender des Landesvorstandes des Sozialverbandes VdK Sachsen e. V. weilte ich am 21. September in Torgau beim dortigen Ortsverband. Neben den Wahlen des neuen Ortsvorstandes stand auch die Ehrung eines langjährigen Mitglieds auf dem Programm. Namens des Landesvorstands durfte ich Herbert Lechelt die Verdienstmedaille des VdK Sachsen für seine über 23 Jahre währende erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit überreichen und herzlich für sein unermüdliches Engagement danken. Herbert Lechelt hatte schon geraume Zeit angekündigt, nicht mehr für den Vorstand zu kandidieren.

Dank für 23 Jahre unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz!

Ohne den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen in unserer Gesellschaft und natürlich auch im VdK, wäre vieles nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dieses Engagement auch gebührend zu würdigen. Sehr eindrucksvoll wird uns die Bedeutung des ehrenamtlichen, des zivilgesellschaftlichen Engagements mit Blick auf die zahlreichen Fliehenden deutlich, die derzeit Schutz und Hilfe in unserem Land suchen. Ohne diese vielen Helferinnen und Helfer, zu denen auch viele Mitglieder und Verbände des VdK gehören, wäre es kaum möglich, diesen Neuankömmlingen die Hilfe zuteil werden zu lassen, die sie brauchen. Auch hierfür mein Dank und die klare Botschaft: Der VdK in Sachsen und in ganz Deutschland steht für Solidarität und Menschlichkeit gerade mit den Schwächsten unserer Gesellschaft, ganz unabhängig von Nationalität, Religionszugehörigkeit, sexueller Orientierung oder dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Beeinträchtigungen. Sie bedürfen unserer Hilfe. Gleichzeitig erteilen wir Gewalt, Fremdenhass und Ausgrenzung eine klare Absage. Denn nur ein solidarisches Miteinander macht unsere Gesellschaft zu einer starken Gesellschaft.
Dem neu gewählten Vorstand in Torgau habe ich zur Wahl gratuliert und viel Erfolg gewünscht sowie Unterstützung zugesagt, wenn mein Rat gebraucht wird. Gedankt habe ich auch den Vertretern der Stadtverwaltung und des Landratsamtes für die Wertschätzung unserer Arbeit vor Ort.

Wo man singt,…

… da lass dich ruhig nieder, sagt man im Volksmund. Und so freue ich mich immer auf Begegnungen mit sangesfreudigen Menschen. Am Wochenende hatte ich gleich zwei Mal die Gelegenheit dazu.

25 Jahre Westsächsischer Chorverband im Konzert- und Ballhaus Neue Welt in Zwickau

Am 19. September durfte ich im Konzert- und Ballhaus Neue Welt in Zwickau den Chören des Westsächsischen Chorverbandes lauschen, der an diesem Tag mit über 300 Aktiven sein 25jähriges Bestehen feierte. Ensembles aus Glauchau, Döbeln, Reichenbach, Schwarzenberg und Thalheim trugen dabei ebenso zum Gelingen bei wie der Schwanenschloss-Kinderchor, die Chorvereinigung Sachsenring, der Männerchor Liederkranz und der Zwickauer Singekreis aus Zwickau. Neben den dargebotenen Sangeskünsten gab es auch noch Wissenswertes. So gehörten bei Gründung fünf Chöre, ein Vokalensemble und sieben Einzelmitglieder dem Westsächsischen Chorverband an, dessen erster Präsident kein geringerer als Rainer Eichhorn war. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Zwickau engagiert sich heute im Zwickauer Bündnis für Demokratie und Toleranz.

gemeinsames Singen aller Chöre beim Ostsächsischen Chorverband in Nochten

Am 20. September führte mich mein Weg nach Nochten in den Findlingspark, wo ich innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Mal die Grüße des Sächsischen Landtags überbringen durfte. Stehen doch die Treffen des Ostsächsischen Chorverbandes bereits seit vielen Jahren unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten. In allen Fraktionen es Sächsischen Landtags besteht Konsens darüber, dass die Kulturförderung im Rahmen der Haushaltsgesetzgebung auf hohem Niveau und im Dialog mit den Vereinen und Verbänden weitergeführt werden muss.
Der Sächsische Chorverband, dem sowohl der West- als auch der Ostsächsische Chorverband angehören, stellt sich als die Interessenvertretung von über 260 Chören aus ganz Sachsen der Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen und kulturpolitischen Themen und Problemen unserer Zeit. Dabei bilden die sächsischen Chöre einen festen und unverzichtbaren Bestandteil unserer einzigartigen Landeskultur, was gerade mit diesem Chortreffen wieder auf eindrucksvolle und nachhaltige Weise unter Beweis gestellt wurde.