Monat: August 2016

Die Richard – Wagner – Stätten Graupa

„…Gott sei Lob, ich bin auf dem Lande … in der reizendsten Gegend von der Sächsischen Schweiz und fange wieder an, als Mensch und Künstler aufzuatmen…“

So schrieb es Richard Wagner während seines Aufenthaltes in Graupa von Mitte Mai bis Ende Juli 1846 an einen Berliner Freund. In dieser Zeit entstand auch der Entstehungsentwurf seiner Oper Lohengrin. In Erinnerung daran regte 1907 der Leipziger Gymnasiallehrer Max Gaßmeyer an, im ehemaligen Schäferschen Gut, dem heutigen Lohengrinhaus, ein Gedenkzimmer zu gestalten. Damit war der Grundstein für die heutige Richard – Wagner –  Stätte Graupa gelegt.

historische Einrichtung im Museum

Erstmalige Erwähnung fand der Ort 1350 als „Grup“ und wurde ab 1401 als Graupa geführt, ein Vorwerk mit Schäferei, Fischzucht und Weingarten. Seit 1547 ist ein Rittergut nachweisbar. Nach vielfältiger Geschichte gelangte der Besitz in kurfürstliche Hand. Es entstand das Jagdschloss als barocke Anlage, die nach Abdankung des Sächsischen König 1918 Eigentum des Freistaates Sachsen wurde. Über die Jahre unterlag das Jagdschloss vielfältiger Nutzung bis 2016 der Stadtrat Graupa die Schaffung der Richard-Wagner-Stätten Graupa beschloss. Dabei sollte das Jagdschloss ausdrücklich mit einbezogen werden. Im Vorfeld des 200. Geburtstages von Richard Wagner wurde das Jagdschloss aufwendig saniert und dann war es soweit. Im Januar 2013 eröffnete eine neu und wesentlich umfangreichere Dauerausstellung im Jagdschloss, für deren Gestaltung Kurator Michael Hurshell verantwortlich zeichnet. In sechs verschiedenen Museumsräumen erfährt der Besucher eine ganze Menge über Wagners Lebens- und Schaffensweg in Sachsen bis 1850. Dabei sorgen die audiovisuellen und Multimedialen Gestaltungsansätze für ein besonderes Museumserlebnis, welches sich von anderen Museen deutlich unterscheidet.

Neben dem Museum bietet die Richard – Wagner – Stätte Graupa auch Raum für vielfältige Veranstaltungen angefangen von der Museumsnacht, Konzerte und Vorträge bis hin zum Silvesterkonzert mit Buffet. Besonderes Highlight ist zweifelsfrei die Möglichkeit, Trauungen oder Hochzeitsfeiern und andere Feierlichkeiten vor barocker Kulisse durchzuführen.

Der Konzertsaal

Bei meinem Besuch, in Begleitung von Katja Mieth (Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen), Christian Schmidt-Doll (Geschäftsführer  der Touristik Marketing Gesellschaft Pirna) und Dr. Christian Mühne (wissenschaftl. Mitarbeiter der Wagner Stätten), hatte ich Gelegenheit, mich selbst von diesem einzigartigen Museumskonzert zu überzeugen. Ein Besuch an dieser historischen Stätte lohnt sich, nicht nur für Liebhaber Wagners Musik.

25 Jahre Chorpartnerschaft – Festliches Konzert in Kirchberg

Einmal mehr wurde der Festsaal im Kirchberger Rathaus zum Konzertsaal. Denn, so hat es die Stadt beschlossen, Vereine können den Festsaal, in dem auch der Stadtrat tagt, kostenfrei für ihre Veranstaltungen nutzen. Dafür wurde er auch extra mit entsprechender Technik ausgestattet, der eine sehr vielfältige Nutzung möglich macht. Schon mehrfach fanden hier vielfältige Musikveranstaltungen mit Solokünstlern oder Chören und Orchestern statt und waren immer ein Genuss für Musikliebhaber der verschiedenen Genres.

Das Festkonzert am 27. August 2016 hatte einen besonderen Anlass. Das 25jährige Jubiläum der Chorpartnerschaft zwischen dem Männergesangsverein Arion 1898 Saupersdorf e. V. und dem Männergesangsverein Cäcilia Schiefbahn e. V., die sich zur Verstärkung den Männerchor Lank-Latum 1860/62 e. V., den Frauenchor Cantaria aus Glauchau und das Blasorchester des Kirchberger Gymnasiums eingeladen hatten. 25 Jahre Chorpartnerschaft zeugen von viel Engagement und lassen vielfältige Erfahrungen und Erlebnisse vermuten. Sie zeugen aber und im besonderen auch von einer großen Liebe und Leidenschaft zur Musik und dazu, mit dieser anderen Menschen Freude und schöne Stunden zu bereiten, ihnen ein klein wenig Abwechslung und Erholung in den manchmal auch tristen oder einsamen Alltag zu bringen. Dieses Engagement verdient Unterstützung zum Beispiel durch viele Konzertgäste, die die Künstlerinnen und Künstler mit viel Applaus bedenken.

Ich habe mich sehr gefreut, bei diesem Jubiläum dabei sein zu dürfen. Und ich wünsche allen Beteiligten auch zukünftig viel Freude beim musikalischen Brücken baun…

Zu Besuch im DAETZ-Centrum Lichtenstein

Am letzten Tag meiner Tour war ich zu Gast im DAETZ-Centrum Lichtenstein.  Auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Lichtenstein, Herrn Thomas Nordheim, fanden wir uns zu einem Gespräch gemeinsam mit dem Fachleiter Mario Schubert über die weitere Zukunft der Einrichtung zusammen.

Vor dem Haupteingang im Daetz-Centrum

Dies war nicht mein erster Besuch. Bereits zu einigen Gelegenheiten hatte ich die Möglichkeit die Dauerausstellung „Meisterwerke in Holz“ sowie einige der Sonderausstellungen zu besuchen.

1998 ging die Stadt Lichtenstein mit der Daetz-Stiftung eine privatrechtliche Partnerschaft ein. Die Stiftung stellte ihrerseits die Kunstwerke zur Verfügung und wollte damit erreichen, dass den Besuchern etwas von dem Lebensgefühl und den Denkweisen anderer Völker nahe gebracht wird. Andererseits stellt die Stadt Lichtenstein den wunderbaren Schlosspalaiskomplex mit Neubau zur Verfügung.

Daraus entstand eine einzigartige Erlebnisausstellung „Meisterwerke in Holz“ die mit mehr als 550 Exponaten aus fünf Kontinenten weit über unsere Region hinaus bekannt und geachtet ist. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass seit der Eröffnung im Sommer 2001 mehr als 500.000 Besucher aus dem In- und Ausland sowohl die Dauerausstellung, als auch die Sonderausstellungen besucht haben.

Zu einer Sonderausstellung im Jahr 2013 - im Gespräch mit dem Fachleiter Mario Schubert

Aber nicht nur die einzigartigen Exponate begeistern mich seit vielen Jahren sondern auch, dass diese Einrichtung ein Beispiel dafür ist, wie Kunst und Barrierefreiheit in Einklang gebracht werden kann.

Die Dauerausstellung sowie die wechselnden Sonderausstellungen im Hauptgebäude sind durchgehend barrierefrei mit Aufzügen erreichbar. Behindertenparkplätze befinden sich direkt vor dem Haupteingang. Für Rollstuhlfahrer werden eigens Führungen durch das Haus angeboten. Ebenso stehen spezielle Führungen für Blinde und Sehbehinderte auf dem Programm. Seit 2009 gibt es eine Führung in Gebärdensprache durch die Dauerausstellung. Ergänzt werden die Angebote auch durch buchbare Führungen in Leichter Sprache.

Mit der Sonderausstellungsreihe „Berührungen“ im Jahr 2011 wurde ein Projekt ins Leben gerufen das Kunst im wahrsten Sinne des Wortes greifbar macht. Alle Kunstwerke dieser Ausstellungen können nicht nur sondern sie sollen berührt und mit den Händen erkundet werden.

Ein Beispiel das durchaus viele Nachahmer in Sachsen finden sollte.

Aus diesen Grund – aber nicht nur deshalb –  war es für mich wichtig, mich mit dem Bürgermeister und Herrn Schubert zum Daetz-Centrum zu verständigen.

Ich bedanke mich für das offene Gespräch und möchte nicht versäumen, alle die die diese Einrichtung noch nicht besucht haben darauf hinzuweisen, dass ein Besuch sehr lohnenswert und interessant ist.

Tour „Regionen der Zukunft“ in Werdau

Am 24. August 2016 war die Tour „Regionen der Zukunft“ in Werdau zu Gast, der zweiten Station im Landkreis Zwickau. Auch hier kamen wir auf dem Markt vor dem Rathaus mit Eltern ins Gespräch, während sich die Kids auf der Hüpfburg austobten. Das ist gar nicht so schlecht, ermöglicht es doch ein weitaus intensiveres Gespräch.

Unterstützung erhielt ich heute von meinem Fraktionskollegen Mirko Schultze, Sprecher für Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz. Dazu passend besuchten wir den DRK-Kreisverband Zwickau e.V. in seinemKatastrophenschutz-Stützpunkt in Werdau. Die Aufgaben sind vielfältig:Rettungsdienst an der Talsperre, Einsätze bei Fußballspielen und verschiedenen anderen Veranstaltungen wie Stadtfesten, Konzerten usw. Damit dies auch bewältigt werden kann sind regelmäßig Trainings- und Übungseinheiten und Fortbildungskurse zu absolvieren. Auch gibt es ein Programm für junge Sanitäter.  Es gibt Schwimmkurse und und und …hervorragend auch das Miteinander zwischen jung und alt, zwischen Menschen, die schon immer hier leben und die neu hinzugekommen sind.

mit MdL Mirko Schultze (rechts im Bild)

Auch für den Katastrophenfall will der DRK vor Ort seinen Beitrag leisten. Obgleich für Einsätze im Katastrophenfall (Hochwasser, Orkan) bestens gewappnet, würde er noch nicht angefordert werden, weil es mangelt noch an der Aufnahme in den entsprechenden offiziellen Landesnetzplan. Hier müssen wir nachfragen woran das liegt.

Noch viele weitere Themen wurden besprochen, selbstverständlich auch Fragen der Finanzierung und Vergütung und der Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit – Fragen, die uns auch in anderen Bereichen immer wieder beschäftigen, wo es die zufrieden stellende Lösung offenbar nicht zu geben scheint.

Ich verneige mich einmal mehr mit großem Respekt und Dankbarkeit vor dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement der Einsatzkräfte im DRK.  Es ist mir ein Bedürfnis, bei den verschiedensten Gelegenheiten für die Anerkennung eben dieses Engagement zu werben und zu streiten. Denn gerade Rettungskräfte bei Veranstaltungen – was wären wir ohne sie, wenn wir Hilfe bräuchten. Insofern: Herzlichen Dank für dieses großartige Engagement und alles Gute! Bis zum nächsten Mal!

Tour „Regionen der Zukunft“ in Glauchau

Seit Mai diesen Jahres ist die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag mit der Tour „Regionen der Zukunft – Sachsen. Hier leben! Hier bleiben!“ in Sachsen unterwegs. Anders als in den Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz sind die ländlichen Räume gekennzeichnet durch lückenhafte Gesundheitsversorgung und (drohenden) Ärztemangel, einem ausgedünnten öffentlichen Nahverkehr und fehlende regionale Wirtschaftskreisläufe. Dabei gibt es viele Menschen unterschiedlichen Alters, die gern in ihren Regionen bleiben würden und machen sich angesichts der zunehmenden Polarisierung zwischen Stadt und Land Sorgen. Fragen wie: Was wünschen sich die Menschen für ihre Region? Wie lassen sich gute Lebensbedingungen in den sächsischen Regionen sichern? Hierfür stehen in den Regionen unsere Landespolitiker auf unserer Tour als Gesprächspartner zur Verfügung, werden unsere Positionen und Lösungsvorschläge vor Ort diskutieren.

Am 23. August 2016 machte die Tour in Glauchau auf dem Markt Station. Von 14 bis 17 Uhr gab es hier die Möglichkeit im gemütlichen Straßenkaffee mit Abgeordneten und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig konnten die jüngeren Besucher sich auf der Hüpfburg austoben. Parallel fanden verschiedene Gespräche  statt, die nachfolgend dokumentiert sind und bei denen ich Unterstützung durch meine Kollegin Kathrin Kagelmann erhielt.

Zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr  (FFW) Glauchau

Zur Freiwilligen Feuerwehr Glauchau gehören drei Ortschaftswehren mit Standort Glauchau. Die Freiwillige Feuerwehr Glauchau hat einen hauptamtlichen Feuerwehrmann und 380 Mitglieder von denen 240 Aktive sind und ist mit 25 Fahrzeugen ausgestattet. Neben den Pflichtaufgaben wie Feuerbekämpfung und Einsatz im Katastrophenfall (etwa bei Hochwasser) ist sie auch ein wichtiger Träger des kulturellen Lebens in der Region. Im Jahr kommen etwa 150 bis 170 Einsätze zusammen. Zu beobachten ist, dass inzwischen früher als in der Vergangenheit die Feuerwehr gerufen wird. Einen ganz besonderen Anstieg gibt es im Falle der Türnotöffnungen, was als Folge sozialer Vereinsamung gewertet werden kann. Daneben wird ein Anstieg an Einsätzen zu extremen Wetterereignissen beobachtet, etwa bei Hochwasser oder Orkan.

Mit Katrin Kagelmann, MdL

Ein Problem gibt es im Zusammenhang mit den Feuerwehrvorschriften, die für Freiwillige wie für Berufswehren gleichermaßen gelten. Laut diesen müssen z.B. 40 Stunden Ausbildung pro Kamerad und Qualifikation erfolgen. Das ist ein Pensum, welches selbst für Berufswehren kaum leistbar ist, geschweige denn für freiwillige Wehren. Die gesamte Führungsarbeit einer Feuerwehr, d.h. von der Beantragung von Fördermitteln, über Ausrüstungspflege und Anschaffung, Buchhaltung usw. wurden ins Ehrenamt gedrückt, was Angesichts der vergleichbaren Größe zu einem mittelständischen Betrieb allen sehr viel abverlangt. Für die Leistungen der Feuerwehrleute gibt es gerademal eine von den Kommunen gezahlte Aufwandsentschädigung, die aber nicht ausreicht, um junge Leute zu werben. Von Vorteil ist einzig der Steuervorteil. Für die Zukunft wird eine Professionalisierung der Feuerwehren nötig, um sie überhaupt aufrecht erhalten zu können. Es ist zu befürchten, dass im Bereich der Feuerwehren in 10 bis 15 Jahren ein ähnlicher Personalmangel zu verzeichnen ist, wie wir ihn derzeit bei den Lehrerinnen und Lehrern erleben. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Auch zur momentan diskutierten Zivilschutzverordnung gibt es einige Punkte die sowohl Sorge machen, als auch sehr sensibel gehandhabt werden müssen. So sind die Sirenensignale der Bevölkerung nicht mehr bekannt und die Frage, wie die Bevölkerung im Notfall gewarnt werden kann, ein sehr sensibler Bereich. Dabei ist der Katastrophenschutz Aufgabe des Landkreises.

Im Gespräch mit OB Dr. Dresler und Frau Modrack von der Wirtschaftsförderung

Gewohnt informativ und sachlich ging es zu beim Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Dresler und Frau Modrack von der Wirtschaftsförderung. Letztere war spontan dazugekommen, auch weil sie uns ihr Büro zur Verfügung gestellt hat, weil der Treppenlift zum Bürgermeisterbüro kurzfristig ausgefallen war.

„Wir jammern auf hohem Niveau“ stellte Dr. Peter Dresler gleich zu Beginn des Gespräches fest. Sich beklagen ist sein Ding ohnehin nicht, wie wir schon in früheren Treffen erleben durften. Er orientiert sich viel lieber am Machbaren und geht auch mal unkonventionelle Wege. Dennoch kann auch er nicht immer wie er will. Wenn zum Beispiel Rechtsvorschriften zu viel Zeit verschlingen. Überhaupt hat die Bürokratie in den letzten Jahren Dimensionen angenommen, dass die Eigenqualifizierung seiner VerwaltungsmitarbeiterInnen im Schnitt zehn Jahre in Anspruch nimmt. Allein die Einführung der Doppik erfordert eine sehr hohe Qualifikation. Um ausreichend Fachkräfte zur Verfügung zu haben, bildet die Stadtverwaltung jedes Jahr zwei Nachwuchskräfte aus.

Auch die zahlreichen Förderprogramme binden sehr viel Arbeitskraft, manche stellen sich für Kommunen wie Glauchau gemessen an ihrem Aufwand gar als völlig unbrauchbar heraus. Da wäre eine Vereinfachung wirklich wünschenswert.

Als der absolut richtige Weg in den letzten Jahren hat sich die Schwerpunktsetzung im Bereich Bildungseinrichtungen erwiesen. Über 20 Mio € wurden investiert, der Lohn ist der Zuzug von jungen Familien. Ausreichend Kita- und Arbeitsplätze sind vorhanden, die Nähe zur Autobahn ist ebenfalls ein Vorteil. Die besten Voraussetzungen also, dass Glauchau weiter wachsen kann.

Wir waren ja auch gekommen, um uns über Handlungsbedarf auf Landes- und Bundesebene zu informieren. Die Sicherheitspolitik ist so ein Gebiet, auf dem in den letzten Jahren zu wenig getan wurde. Zwar hat Glauchau noch eine Polizeidienststelle, nur ist diese zunehmend lückenhaft besetzt. Schon jetzt ist der derzeitige Personalverlust in frühestens fünf Jahren wieder ausgeglichen.

Ebenfalls mit Sorge wird die Entwicklung im Bildungsbereich gesehen. Immer weiter zieht sich der Freistaat hier zurück, sodass Bildung zunehmend vom Geldbeutel abhängig wird. Kitas und Schulen in freier Trägerschaft sind immer teurer als kommunale Einrichtungen, doch auch diese müssen bezahlt werden können. Das fällt den Kommunen zunehmend schwerer, da auch die Landkreise schon längst nicht mehr auskömmlich finanziert sind.

Wie wichtig die Zusammenarbeit auch mit dem Landrat ist, wird am Beispiel Krankenhaus deutlich. Nur weil der Landrat dahinter steht, kann das große Krankenhaus sich halten. Privat könnte es nicht überleben.

Immer wieder kam zur Sprache, wie wichtig auch ein Zusammenhalt der Kommunen untereinander ist. Und dass in manchen Bereichen dringend ein anderer Kurs eingeschlagen werden sollte, damit sich die Kommunen und ländlichen Räume weiterentwickeln können. Manchmal steht die Politik all dem im Weg. Unser Anspruch ist es jedoch, mit unserer Politik Wege zu ebnen.

Gespräch mit dem Regionalverband Werdau/Glauchau der Gartenfreunde e. V.

Beim letzten Termin des Tourtages ging es um das Schrebergartenwesen. Mit dabei waren der Geschäftsführer des Regionalverbandes Werdau/Glauchau der Gartenfreunde e. V. Uwe Jakubelt sowie der 2. Vorsitzende Frank Tröger und der Schatzmeister Wolfgang Dörr des Verbandes. Zu Beginn stellte sich der Verband mit einer Powerpoint-Präsentation vor – alle Infos zum Regionalverband finden sich auf der Homepage.

Foto: Uwe Jakobeit

Schwerpunkte waren der Leerstand von Parzellen. Um diesen abzufangen, wurden Tafelgärten eingerichtet, mit denen man sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Eine weitere Möglichkeit, leerstehende Parzellen zu nutzen, könnten Schulgärten sein. Hierfür wäre allerdings die Einführung von Schulgarten als Pflichtfach nötig. Das wäre eine gute Sache sowohl für die SchülerInnen, die erfahren und lernen, wie Nahrungsmittel erzeugt werden, wie Früchte und Gemüse erzeugt und welche Helfer es in der Natur dafür braucht. Gleichzeitig würde es dem Erhalt des Kleingartenwesens helfen, junge Menschen für das Kleingartenwesen interessieren. Seit 2005 sind im Regionalverband 1.418 Parzellen durch Rückbau oder Leerstand verschwunden. Nachwuchs ist also dringend erforderlich. Dabei hat Sachsen die meisten Kleingärten – jeder fünfte Kleingärtner in Deutschland kommt aus Sachsen. Bei dem sehr interessanten Gespräch wurden denn auch ein Wunsch an unsere Landtagsfraktion herangetragen:  Es wird dringend ein Förderprogramm für den Rückbau von Kleingärten benötigt, denn der Rückbau eines Gartens kostet zwischen 3 bis 5000 Euro, was weder die Kleingartenvereine noch die Kommunen tragen können. Doch noch mehr wäre zu wünschen, wenn sich wieder mehr Menschen für einen Garten entscheiden, der nicht nur die Möglichkeit gibt, Obst und Gemüse selber anzubauen sondern auch ein Hort der Erholung für die ganze Familie ist.

Der Garten - mit allen Sinnen genießen

Abschließend bleibt zu sagen, dass es ein sehr interessanter Tag in Glauchau und mit den Gesprächspartnern von Freiwilliger Feuerwehr, Verwaltung und Kleingartenverein war. Es ist gerade die Vielfalt, die unsere Kommunen so lebenswert machen und dazu gehören eben auch die Sichtweisen aus Verwaltung und den Vereinen. Um deren Arbeit zu unterstützen, sind entsprechende Mittel bereitzustellen und in den nun anstehenden Haushaltsverhandlungen im Sächsischen Landtag werde ich zusammen mit meinen Fraktionskollegen wieder zahlreiche Anträge einbringen, um die Finanzausstattung der Kommunen aber auch für Vereine auf bessere Füße zu stellen, die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen vor Ort zumindest so ein wenig zu unterstützen.