Horst Wehner

Archiv für April 2017

Geboren um zu leben – geblieben um zu reden

24. April 2017  |  Abgelegt in Allgemein

So in etwa könnte man mit acht Worten beschreiben, was das Leben von Justin Sonder ausmacht. Geboren vor über 91 Jahren in Chemnitz, kehrte er nach dem Krieg in seine Geburtsstadt Chemnitz zurück. Nicht jeder seiner früheren Weggefährten konnte diesen Schritt damals verstehen. Doch was ist so besonders daran, dass es ihm nun die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt einbrachte?

Foto: Susanne Scharper

Justin Sonder wurde 1825 in Chemnitz geboren. 1941 beendete er die Schule. Die anknüpfende Kochlehre konnte er jedoch nicht fortsetzen, da er noch im gleichen Jahr zur Zwangsarbeit eingeteilt wurde. Als Jude hatte er schon in dieser Zeit mit den Rassegesetzen zu kämpfen, die die Nazis gegen die Juden erlassen hatten. Bestimmte Berufe waren tabu, Bänke in den Parks durften sie nicht benutzen und vieles mehr schränkte das Leben stark ein. Doch am schlimmsten war die tägliche Angst, ebenso wie bereits Tausende und Abertausende Jüdinnen und Juden vor ihm verschleppt und in den Konzentrationslagern ermordet zu werden. 1943 wurde er deportiert und landete im Konzentration Auschwitz, Überlebende waren hier eigentlich nicht vorgesehen. Wer noch arbeiten konnte, wurde zu dieser gezwungen. Alle anderen gingen unmittelbar nach ihrer Ankunft ins Gas. Nur wenige Menschen haben die Hölle von Auschwitz überlebt, Justin Sander war und ist einer von ihnen. Nach der Befreiung des KZ Auschwitz war Justin Sander einer von ganz wenigen, die zurück in ihre Geburts- und Heimatstädte in Deutschland gingen. „Was willst Du in diesem Mörderland“ wurde er von einem französischen Freund gefragt, dessen Einladung mit nach Frankreich zu gehen, er ablehnte.

Foto: Susanne Scharper

Er blieb. Er blieb in Deutschland, dem Land, das über 6 Millionen Jüdinnen und Juden in eine grausamen Tod schickte. Er blieb, um zu reden. Er blieb, um nachfolgenden Generationen zu erzählen, wie das war, als die Faschisten an die Macht kamen, als Juden nur noch Menschen zweiter Klasse waren, weniger wert als Vieh. Er erzählte, wie es war, wenn immer mehr Bekannte, Freunde, mit denen er zur Schule ging, verschwanden und nie wiederkehrten, von der Angst eines Tages selbst dazuzugehören und der Ungewissheit, was mit Freunden und Angehörigen passiert war. Er erzählte und erzählt bis heute wie der KZ-Alltag war und auch über das Gefühl, am Leben zu bleiben. Wie es ist, als einer von wenigen den industriellen Massenmord an den Jüdinnen und Juden, den Holocaust zu überleben, kann wohl keiner von uns wirklich nachvollziehen geschweige denn begreifen. Für Justin Sander war es Auftrag und Verpflichtung, sein Wissen, seine Erfahrung an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Nur wenn nachfolgende Generationen um die Gräuel aber und gerade auch um die Entstehung der faschistischen Diktatur wissen, können sie aus der Geschichte für die Zukunft lernen. Über das dunkelte Kapitel Deutscher Geschichte von einem zu hören, der es selber er- und überlebt hat, ist etwas anderes, als es aus Büchern oder Filmen zu erfahren.

Foto: Susanne Scharper

Justin Sonder hat in mehr als 500 Veranstaltungen insbesondere vor Schulklassen jenen ein Gesicht gegeben, die sich hinter der kaum vorstellbaren Zahl von 6 Millionen verbirgt. „Er habe sie durch die Zeiten getragen“ sagte Laudator Christoph Heubner, der geschäftsführende Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Kommitees, und hielt so die Erinnerung an sie wach.  Dafür gebührt ihm allerhöchster Respekt. Und dieser wurde ihm im Festakt zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft von Chemnitz, seiner Geburtsstadt, zuteil. Sander selbst sagte: „Was ich als junger Mensch erleben musste, darf nie wieder geschehen!“ – In diesem Sinne lasst uns weiter und immer und überall für ein solidarisches Miteinander über Länder-, Partei- und Konfessionsgrenzen hinaus streiten! Justin Sander wünsche ich auch weiterhin allerbeste Gesundheit und viel Kraft und Freude im Kreise seiner großartigen Familie und im Kreise all jener, die ihm zur Seite stehen und Weggefährten wurden und sind!

„Kommunale Daseinsvorsorge aus der Perspektive älterer Menschen“

11. April 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Unter diesem Thema stand die am 08.04.2017 in Glauchau stattgefundene Landessenior*innen Konferenz zu der die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag eingeladen hatte.

Rico Gebhardt Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag eröffnete die Konferenz und wies eindrücklich darauf hin , dass besonders für ältere Menschen die lokalen und sozialen Bedingungen vor Ort eine besondere Bedeutung haben. Unsere Menschen werden nicht nur älter, sie bleiben auch länger gesund und  fit. Die Lebenslagen und Lebensbedingungen sind in Sachsen unterschiedlich entsprechend muss die Politik reagieren.

Im Podium von links nach rechts: Rico Gebhardt, Simone Lüdtke, Susanne Schaper und Jörn Wunderlich

Der stellvertretende Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Glauchau, Andreas Salzwedel, betonte in seinem Grußwort, dass es in Sachsen mittlerweile 1 Millionen Bürgerinnen und Bürger leben, die 65 Jahre und älter sind. Deshalb gibt es nicht nur einen aktuellen Anlass über das Älterwerden in der Gesellschaft zu reden sondern vor allem über die Aufgaben, die in den unterschiedlichsten Bereichen von Gesellschaft, Staat und Politik damit verbunden und zu lösen sind.

Andreas Salzwedel, Stellvertretender Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Glauchau

Glauchau hat viel Potential und in den letzten Jahren wurde auch viel Neues geschaffen – was das Leben aller Generationen lebenswert macht. Hinsichtlich der kommunalen Verantwortung wies er darauf hin,  wenn man in der Kommunalpolitik tätig ist,  hat man die Bürgerin oder den Bürger mit seinem Anliegen immer vor oder hinter sich und das Ergebnis der Arbeit ist meist unmittelbar sichtbar. Ein Ausweichen geht nicht! Aber es gibt natürlich wie überall auch Probleme: Glauchau hat viel leerstehenden Wohnraum – aber zu wenig altersgerechte und barrierefreie Wohnungen. Immer mehr ziehen sich ÖPNV, Krankenversicherungen, Banken aber auch staatliche Einrichtungen und andere Einrichtungen aus der Fläche zurück. Davon sind besonders ältere Menschen betroffen und ihnen geht damit ganzes Stück Lebensqualität verloren. Deshalb ist die Aufgabe der Kommunen die Rahmenbedingungen zu schaffen damit die älteren Menschen selbstbestimmt ihre Lebenserfahrung in die gesellschaftliche Entwicklung einbringen können.

Im November 2016 wurde dem Bundestag nach heftigen und langem Drängen der Opposition durch die Bundesregierung der 7. Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. Dieser stellt in dieser Legislatur die Sorge und die Mitverantwortung in der Kommune und damit den Aufbau und die Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften in den Mittelpunkt der Untersuchungen.

Dazu sprach das Mitglied des Deutschen Bundestages, Jörn Wunderlich, parlamentarischer Geschäftsführer und Senioren- und Familienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.  Er machte deutlich, dass die neue Generation der Seniorinnen und Senioren sich von ihren Vorgängergenerationen deutlich unterscheidet – sie sind mobiler, sozial gut vernetzt, gesundheitlich und geistig fit und eine wichtige Stütze für die Familien und die Gesellschaft. Der ausgeprägte Wunsch der älteren Menschen ist es ein selbstbestimmtes und aktives Leben so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Und nirgendwo zeigen sich die demographischen und gesellschaftlichen Veränderungen so deutlich, wie in den Kommunen, dort, wo Menschen wohnen, arbeiten und zusammenleben.

Mitglied des Deutschen Bundestages Jörn Wunderlich

Im 7. Altenbericht werden die Kommunen aufgefordert passgenaue Strukturen seniorengerecht auszubauen und zu entwickeln, um den älteren Menschen attraktive Lebensumfelder und Rahmenbedingungen für die Gewährleistung von Individualität, Selbstbestimmung und Lebensqualität zu bieten. In den Handlungsempfehlungen der Sachverständigen zum Bericht werden der Bund sowie die Länder aufgefordert, den Kommunen mehr Mitbestimmung einzuräumen. Dazu brauchen aus Sicht der LINKEN die Kommunen finanzielle Stabilität und Planungssicherheit. Qualitative Versorgungssicherheit darf nicht durch finanzielle Argumente in Frage gestellt werden. Es bedarf eines politischen Willens , weil für den Erfolg einer emanzipatorischen Seniorenpolitik engagierte Menschen entscheidend sind.

Simone Luedtke, seit 2008 Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Borna mit dem Mandat für DIE LINKE, widmete sich in ihren Ausführungen zu dem Thema: „Alternde Gesellschaft in den Kommunen des ländlichen Raumes gemeinschaftlich gestalten“. Sie machte in ihren Ausführungen deutlich, dass 83 % der Sachsen im ländlichen Raum leben und ein großer Teil von ihnen 65 Jahre und älter ist. Zur  Meisterung dieser Herausforderung gehört ein aktiver Gestaltungswille aller Verantwortungsträger. Die gegenwärtige Entwicklungstendenz zeigt aber eine gegengesetzte und gefährliche Richtung: Dort wo die Anzahl der älteren Menschen steigt – sinken soziale Bedingungen und die soziale Infrastruktur. Damit verbunden ist eine „Landflucht“ auch älterer Menschen in die umliegenden Städte und damit das Aussterben ganzer Ortschaften vorprogrammiert. Eigentlich aber möchte die ältere Generation aber so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung und zu Hause leben. Um dies zu sichern wäre ein Förderprogramm zum ländlichen Wohnen im Alter dringend erforderlich.

Simone Luedtke, Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Borna

Susanne Schaper, Mitglied des Sächsischen Landtages und Stadträtin in Chemnitz  sprach aus der Sicht der Lebensqualität in deiner alternden Stadtgesellschaft. Auch die Großstädte sind von einer zunehmenden Alterung ihrer Menschen betroffen. Und die Bedürfnisse und Wünsche sind nicht von denen im ländlichen Raum zu unterscheiden. Auch in der Stadt ist die Frage des barrierefreien Wohnraumes, einer funktionierenden Infrastruktur, ein barrierefreier ÖPNV, erreichbare Begegnungsstätten und Zugang zur gesundheitlichen Versorgung eine zentrale Frage.

Susanne Schaper, Mitglied des Sächsischen Landtages

Was nicht zu unterschätzen ist – 80 % des Ehrenamtes wird von der Ü-60-Generation ausgeübt. Ein Potential das es zu erhalten gilt.

In der Diskussion mit den anwesenden Seniorinnen und Senioren wurde die u.a. Frage gestellt: Ist die Forderung nach gleichwertigen Lebensbedingungen für alle und überall noch realistisch oder gilt es zumindest Mindeststandards zu sichern und Sorge zu tragen, dass die vorhandene Infrastruktur erhalten bleibt. Auch der Wunsch nach Hausärzten die auch Hausbesuche machen wurde mehrfach geäußert und Forderung nach Änderung  des bisherigen System der Bedarfsplanung von Ärzten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte Elke Köhler, seit 1994 hauptamtliche Senioren- und Behindertenbeauftragte der Großen Kreisstadt Glauchau ihre Arbeit und die des Seniorenbeirates vor.

1999 wurde anläßlich des „Internationalen Jahres der Senioren“ in Glauchau ein Seniorenbeirat, der aus 10 Senioren der Stadt Glauchau und 2 Stadträten besteht, zu ihrer Unterstützung aber auch zur Unterstützung der Arbeit des Oberbürgermeisters und des Stadtrates, ins Leben gerufen. Seit 1994 gibt es jährlich im Monat Mai die „Glauchauer Seniorentage“ in denen über 3 Wochen unterschiedliche Aktivitäten und Veranstaltungen für ältere Menschen angeboten und zahlreich genutzt werden. Seit 2008 wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Galuchau und dem Seniorenbeirat ein Seniorenwegweiser herausgegeben.

rechts neben mir: Elke Köhler, Senioren- und Behindertenbeauftragte der Großen Kreisstadt Glauchauz

In Zusammenarbeit mit der Bertelsmannstiftung  wurde 2003 im Rahmen des Programms „Neues Altern in der Stadt“ ein Leitbild „Dialog der Generationen“ für die Seniorenarbeit in der Stadt Glauchau entwickelt, nach dem sich auch nach wie vor die Seniorenarbeit in der Stadt gestaltet.

Ich bedanke mich allen Referentinnen und Referenten und den Podiumsgästen für ihre interessanten Beitrage und Hinweise sowie bei allen anwesenden Seniorenvertreter*innen für die angeregte Diskussion. Danke an das Vorbereitungsteam und die Mitarbeiter*innen des „Deutschen Hauses“ für ihren hervorragenden Service.

Schuldnerberatung, Seniorenbüro, Rente – ein spannender Tag ganz nah am Menschen

5. April 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Gemeinsam mit Susanna Karawanskij war Sabine Zimmermann am 4. April in Zwickau unterwegs, verschiedene Stationen standen auf dem Plan. Doch gleich der erste Tagesordnungspunkt fiel buchstäblich ins Wasser. Bei strömendem Regen war an eine öffentliche Bürgersprechstunde auf dem Kirchberger Wochenmarkt leider nicht zu denken.

Susanna Karawanskij, Sabine Zimmermann (beide MdB), Sandro Tröger, Andreas Schäfer und Frau Müller

Die nächsten Stationen fanden dann allesamt im trockenen und in sehr angenehmer Atmosphäre statt. Zunächst ging es zur Schuldnerberatung der Caritas. Herr Schäfer, der Leiter,und seine Mitarbeiterin Frau Müller informierten über ihre tägliche Arbeit. Wir erfuhren: Im Jahre 2016 suchten 1230 Menschen Rat und Hilfe, um ihre finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei betreut die Caritas sowohl Kurzzeitfälle, denen mit wenigen Gesprächen geholfen werden kann, als auch Langzeitfälle. Diese erhalten umfassende und langfristige Unterstützung bei der Bewältigung der Schulden, teils bis zum Privatinsolvenzverfahren und Hilfestellung zur Vermeidung erneuter Schulden. Doch auch die Vermittlung zu weiteren Hilfsangeboten etwa der Suchthilfe aber auch der Wohnungsnothilfe und anderen Angeboten ist Teil der Arbeit. Verkompliziert wird diese jedoch durch rechtliche Vorgaben, die etwa die Erteilung von Beratungsscheinen durch entsprechende Behörden zu Kannleistungen reduziert. So erhalten etwa Arbeitslosengeld I-Bezieher, die zusätzlich ALG II beziehen aber seit 1. Januar der Arbeitsagentur zugeordnet sind, keinen Beratungsschein mehr. Eine Krux, die die Beratungsstelle immer wieder vor Herausforderungen stellt, sollen doch die Hilfesuchenden nicht darunter leiden, dass Schuldnerberatung noch immer keine feste Leistung des Sozialgesetzbuches ist. Hier ist die Politik gefragt und wir werden das entsprechend transportieren.

im Seniorenbüro des Vereins Aktiv ab 50 e. V.

Auf ebenso engagierte jedoch in anderem Bereich tätige Menschen trafen wir im Seniorenbüro des Vereins Aktiv ab 50 E. V. Die Vereinsvorsitzende und gleichzeitig 2. Sprecherin der Seniorenvertretung in Zwickau, Kathrin Fiebig sowie Christiane Tröger von der Seniorenvertretung informierten über ihre vielfältigen Aufgaben, Angebote aber auch Herausforderungen. So bemängelte etwa Christiane Tröger, dass die Seniorenvertretung in keinem weiteren Gremium der Kommune vertreten sei. Vorlagen an den Stadtrat würden leider nicht zur Stellungnahme zur Verfügung gestellt werden. Die direkte Einflussnahme auf kommunale Entscheidungen aus Sicht der Seniorinnen und Senioren sei damit sehr eingeschränkt. Ganz anders gelagert seien die Herausforderungen für den Verein Aktiv ab 50 e. V., der ein vielfältiges Angebot aus den Bereichen Bewegung/Sport, Weiterbildung, Geselligkeit, Ausflüge Demenzbegleitung und vieles mehr anbietet und dabei Hilfesuchende und Hilfsbereite gleichermaßen zusammenbringt. Eine Bitte wurde geäußert, dass die Projektförderungen nicht mehr an die sehr hohen bürokratische Hürden geknüpft würden. Diese Hürden führten dazu, dass bereitgestellte Mittel nicht abgerufen werden (können). Es sei wichtig, Menschen auch zu ehrenamtlicher Arbeit befähigen zu können, etwa in dem Fahrtkosten erstattet oder vergünstigt werden oder aber bei der Steuererklärung Aufwendungen für ehrenamtliche Arbeit geltend gemacht werden können. Auch hier bedürfe es der Unterstützung durch die Politik. Hier gab es insofern wichtige Anregungen für die weitere politische Arbeit. Wir bleiben natürlich im Kontakt.

v.l.n.r.: Susanna Karawanskij, Matthias Eulitz, Sandro Tröger, Sabine Zimmermann

Abschluss des Tages bildete eine Diskussionsveranstaltung „Das muss drin sein: eine Rente von der man gut leben kann“. Hier ging es um das Rentenkonzept der LINKEN sowie die Auswirkungen der aktuellen und bisherigen Arbeitsmarktentwicklung auf die Höhe der späteren Altersrente; um die Frage wie ein zukunftsfähiges Rentenkonzept aussehen kann und muss. Auch die Rentenkampagne des DGB wurde vorgestellt. Sowohl in den Positionen der Referenten Sabine Zimmermann, Susanna Karawanskij und Matthias Eulitz vom DGB also auch der Diskutanten im Publikum wurde deutlich: die gesetzliche Rente muss gestärkt, die Riesterrenten in die gesetzliche Rente überführt, die paritätische Finanzierung wieder hergestellt werden und schließlich, ganz wichtig, alle müssen in die Rentenkasse einzahlen: der Bandarbeiter genauso wie die Reinigungskraft, Politiker, der Beamte. Und schließlich auch der Selbstständige, egal ob ein kleines mittelständiges oder großes Unternehmen. Einigkeit bestand auch darin, dass das Rentenniveau auf 53 % wie es vor Jahren bereits der Fall war wieder angehoben werden müsse.
Ein langer, ein vor allem spannender Tag, der Einblick in vielfältige soziale und ehrenamtliche Arbeit gewährte. Der Einblick in Herausforderungen und Hemmnisse gab, der uns beeindruckende Menschen kennenlernen ließ und uns Aufträge für unsere tägliche Arbeit in den Parlamenten mitgab. Nochmals herzlichen Dank für die Offenheit, für das vielfältige Engagement und für die weitere Arbeit viel Erfolg, Kraft und Ausdauer. Wo wir unterstützen können, werden wir es tun.