Horst Wehner

Archiv für Mai 2017

„Glauchau spielt zusammen“

30. Mai 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Unter diesem Motto fand am 28. Mai 2017 ab 14 Uhr die 17. Auflage des Spieltages in Glauchau statt.

Auf dem Gelände der Stadtwerke Glauchau – die auch gleichzeitig die Veranstalter sind – boten bei strahlendem Sonnenschein 53 Spielstationen für alle kleinen und goßen Gäste Spiel, Spaß und Unterhaltung an. Gestaltet wurden auch in diesem Jahr die Stationen von Firmen, Vereinen und Institutionen sowie den Stadtratsfraktionen der Stadt Glauchau.

Klettergerüst, Fahrradturnier, Kinderschminken, Wasserspiele verschiedene Wissens-und Bastelstationen sowie Hüpfburgen und viele andere Mit-Mach-Spiele … es war für jeden der Gäste etwas dabei.

Auf der Bühne gab es  ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm – gestaltet u.a. von Kindern und Jugendlichen unserer Region. Und auch für das leibliche Wohl war gesorgt.

Wie jedes Jahr konnten sich auch die Schulanfänger der Stadt Glauchau über ein T-Shirt oder einen Fahrradhelm freuen – gesponsert von den Stadtwerken Glauchau.

Natürlich war auch wie seit vielen Jahren unsere Stadtratsfraktion und Genossinnen und Genossen des Ortsverbandes Glauchau mit einem eigenen Stand dabei.

Von unseren Helfern gab es auch Luftballons

Begehrt und umlagert das Reiten im Parcours ebenso wie unser Geschicklichkeitsparcours mit Sackhüpfen, Eierlauf, Büchsen- und Ringewerfen. Aber auch für kleine und große Bastelfreunde war an unserem Stand gesorgt.

Wie immer dicht umlagert unser Reiten im Parcours

Für die ganz besonders sportlichen und geschickten Gäste gab es unterschiedliche Preise zu gewinnen und keiner musste ohne einen kleinen Preis weggehen.

Beim Büchsenwerfen war Geschicklichkeit und sondern vor allem Treffsicherheit gefragt

Ein Tag nicht nur für die Kinder und Jugendlichen der Stadt Glauchau und der Umgebung sondern auch für die Eltern und Großeltern.

Da jedes Jahr die besten Stände von den Kindern und Jugendlichen gekürt werden und wir bisher stets unter den ersten drei Plätzen waren – hoffen wir natürlich auch 2017 auf ein ähnlich gutes Ergebnis. Zumal die Stadtwerke für den besten Stände jedes Jahr eine Prämie ausgeben die wir als DIE LINKE immer für einen guten Zweck an gemeinnützige Einrichtungen oder an Vereine als Spende weitergeben.

Mein Dank gilt allen fleißigen Helferinnen und Helfern des Ortsverbandes Glauchau sowie der Stadtratsfraktion die mit viel Engagement und Unterstützung den Spieltag mit vorbereitet und durchgeführt haben.

Buntes (Kinder)Treiben auf dem Alten Markt in Wilkau-Haßlau

23. Mai 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Strahlend blauer Himmel und angenehme sommerliche Temperaturen lockten schon einige Zeit vor offiziellem Beginn erste neugierige Kinder und ihre Eltern und Großeltern zum Ort des Geschehens.

Eröffnung des Kinderfestes durch Schirmherr und OB Stefan Feustel

Der Alte Markt in Wilkau-Haßlau, vorm Schützenhaus gelegen, verwandelte sich am Nachmittag des 20. Mai 2017 in ein buntes Kinderparadies mit vielfältigen Angeboten aus Sport und Spiel, Kulturprogrammen, Kinderschminken und Wissensangeboten. Gleich zwei Hüpfburgen boten Gelegenheit zum wilden Toben, verschiedene Fahrgeräte des Freizeitzentrums zum Ausprobieren.

Blick auf Kinderschminken (vorn) und Programm (hinten)

Vielfältig war die Beteiligung durch die Kindertagesstätten der Stadt, die nicht nur kleine Programme gestalteten sondern auch eine Bastelstraße aufgebaut hatten. Viele kleine Kunstwerke entstanden so in kurzer Zeit. Eine Tombola, von der örtlichen SPD initiiert, sorgte für kleine Überraschungen und die kindliche Neugier wurde am Stand der Grünen gestillt. Hier konnten Amphibien aus dem heimischen Garten bestaunt werden. Außerdem erfuhren die Kinder, wie man Samenbomben selber herstellen kann. Die damit verbundene Matscherei machte natürlich ganz besonders viel Spaß.

Etwas ernster ging es beim DGB zu, der die Großen daran erinnerte, dass Vorsorge fürs Alter wichtig ist. Mit einer Fotoaktion „Wofür muss die Rente reichen…“ regte sie die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken an. Denn jede und jeder von uns hat andere Hobbys oder Vorlieben, die ihm wichtig sind und die auch im Alter nicht ins Abseits geraten sollen.

Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt mit Rostern und von den Genossinnen selbst gebackenem Kuchen sowie Zuckerwatte und Popcorn, Kaffee und alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Ein gelungenes Fest, zu dessen Gelingen viele beigetragen haben. Als unsere Stadträtin Steffi Müller mit der Idee kam, hatte ich ja kleine Bedenken, ob wir das hinbekommen und habe natürlich gern mit meinem Kirchberger Büro das Vorhaben unterstützt. In Zusammenarbeit mit vielen Partnern, zu denen auch zahlreiche Spender aus und um Wilkau-Haßlau gehörten, die mit Geld und Sachspenden halfen, ist ein tolles, buntes und vielfältiges Kinderfest entstanden. Ganz herzlichen Dank auch an Oberbürgermeister Stefan Feustel, der die Schirmherrschaft übernahm und zusagte, die Neuauflage des Festes auch im nächsten Jahr zu unterstützen.

v.l.n.r.: Stadträtin Steffi Müller, OB Stefan Feustel, MdB Sabine Zimmermann, Wolfgang Wetzel (Direktkandidat der GRÜNEN)

So hatten wir uns das gedacht: Ein Kinderfest für die großen und kleinen Einwohner der Stadt, welches in diesem Jahr zum ersten aber ganz sicher nicht zum letzten Mal stattfand. Herzlichen Dank an alle Helfenden, auch den Regionalmitarbeitern meiner Fraktion und meinem Fraktionskollegen Rene Jalaß, Sabine Zimmermann, Unterstützenden, Akteuren und natürlich unserer Stadträtin Steffi Müller für Idee und Regie.

Man muss reden, wenn man etwas erkennt, was falsch und schlecht ist!

8. Mai 2017  |  Abgelegt in Allgemein

So manch einer wird sich noch an Sätze wie „Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen! Nach all’ den Jahren der Stagnation – der geistigen, wirtschaftlichen, politischen; – den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengewäsch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit…“ und „… Macht korrumpiert und absolute Macht (…) korrumpiert absolut…“ aus seiner Rede am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexander Platz. Die Rede ist von Stefan Heym, der immer widerständig war – vor und nach dem Krieg und es auch nach der Wende blieb. „Man muss reden, wenn man etwas erkennt, das falsch und schlecht ist“, ist mehr als nur ein Zitat von Heym. Es war wohl sein Lebensmotto. Neben zahlreichen Publikationen, Reden, Interviews und Kolumnen, auch im Westen, bleibt er mit seinen Romanen in unserer Erinnerung. Besonders hervorzuheben sind wohl „Schwarzenberg“ und „Fünf Tage im Juni“.

v.r.n.l.: Franz Sodann, Peter Sodann, Annette Richter

Franz Sodann stellt aus den zahlreichen Veröffentlichungen, Reden, Interviews Textpassagen zusammen, die ein eindrucksvolles Bild seines Lebens und seines literarischen Schaffens zeichnet. In einer Szenischen Lesung mit Peter Sodann und Annette Richter, bei der Peter Sodann die Rolle Stefan Heyms einnimmt, scheinen Interviews und Textauszüge für den geneigten Zuhörer lebendig zu werden. Durch die sensible Auswahl der Texte und die empathische Lesung schien man den jeweiligen Akteuren gegenüberzusitzen.

Es war ein intensiver Abend, der neugierig machte auf die Texte Heyms aber auch darauf, sich mit der Geschichte gerade um 1989 und die Jahre danach auseinanderzusetzen. Was brachte etwa einen Menschen wie Heym dazu, 1994 gerade für die PDS für den Bundestag zu kandidieren, obgleich das DDR-Regime es ihm nicht gerade leicht machte? Warum ließen ihn die Medien Westdeutschlands nach der Wende fallen, obgleich sie den aufmüpfigen Schriftsteller der DDR in den Jahrzehnten zuvor hofiert hatten? Fragen, die unmittelbar mit unserer (ostdeutschen) Geschichte und Biografie und Erfahrungen verbunden sind und sich lohnen, auch mit einigen Jahren und Jahrzehnten Abstand erneut hervorzuholen und zu überdenken. Etwas Abstand hilft manchmal, auch auf eigene Verletzungen mit mehr Abstand und vielleicht auch mehr Objektivität zu schauen, Zusammenhänge besser zu durchblicken und eröffnet so die Chance, Lehren für die Zukunft, für kommende Generationen zu ziehen.
Herzlichen Dank an Peter und Franz Sodann und Annette Richter für die szenische Lesung. Herzlichen Dank Franz Sodann für die Auswahl der Texte und das Arrangement und für den nachdenklichen und interessanten Abend!

Komm mit: Inklusiv leben und lernen – was heißt das eigentlich?

6. Mai 2017  |  Abgelegt in Allgemein

So lautete der Titel der Abendveranstaltung am 4. Mai 2017 im Rahmen der Tage für Demokratie und Toleranz im Schützenhaus in Wilkau-Haßlau. Schon das Objekt selber zeigte, dass Barrierefreiheit und die Möglichkeiten der Inklusion schnell an Grenzen stoßen können. Das Schützenhaus ist barrierefrei erreichbar und auch der Gastraum ist zumindest teilweise für Rollstuhlfahrer geeignet. Auch eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden, hat allerdings Einschränkungen. Mit einem E-Rollstuhl ist sie nicht nutzbar und auch mit einem kleineren Rollstuhl muss man sich auf engstem Raum bewegen können. Günstig ist das nicht und eben nicht für alle geeignet. Und wer glaubt, im Hotel gleich mit übernachten zu können, wird enttäuscht, soweit er auf einen Fahrstuhl angewiesen ist, um in die Zimmer in den höher gelegenen Etagen zu gelangen. Wirkliche Alternativen gibt es jedoch in Wilkau-Haßlau nicht und in Sachen Gastlichkeit und Qualität der Küche gibt es nichts zu meckern. In Sachen Barrierefreiheit jedoch ist noch Luft nach oben, obgleich das augenscheinlich Mögliche getan wurde. Insgesamt jedoch ist im Ländlichen Raum und in Wilkau-Haßlau im Besonderen noch viel zu tun auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft.

Die Diskussion selber entwickelte sich mit Blick auf die Anwesenden zum Fachgespräch, hatten doch alle in irgendeiner Art und Weise mit dem Thema Barrierefreiheit und Inklusion zu tun. Die Berichte aus dem eigenen Arbeitsumfeld mit konkreten Beispielen im Positiven wie weniger Positiven ergaben einen interessanten Erfahrungsaustausch mit gegenseitigen Hinweisen zu Hilfsmöglichkeiten, Ansprechpartnern und vieles mehr. Und so danke ich herzlich für die gewährten Einblicke und wünsche allen weiterhin viel Erfolg bei der täglichen Arbeit.

Inklusiv Lernen – Herausforderungen und Erfolge an der Dittes-Grundschule in Wilkau-Haßlau

6. Mai 2017  |  Abgelegt in Allgemein

Am Vortag des europaweiten Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ging es auch bei unserem Vor-Ort-Termin um Inklusion. Inklusiv Lernen soll für alle Kinder möglich sein, so das erklärte Ziel. Doch geht das so einfach? Wo liegen die Herausforderungen und Probleme aber auch die Chancen?

vor Beginn des Rundgangs im Hof der Schule

Die Dittes-Grundschule in Wilkau-Haßlau gewährte uns einen Blick hinter die Kulissen. Dabei zeigte uns Direktorin Frau Martin nicht nur die Rosinen sondern verwies ganz bewusst und konkret auch auf die Dinge, die nicht so toll sind und wo Veränderungen wünschenswert sind. 150 Schülerinnen und Schüler besuchen die Dittes-Grundschule, darunter 12 mit besonderem Förderbedarf, eine Schülerin davon ist körperbehindert. Eines vorweg: bestehende Schulen, Gebäude barrierefrei umzubauen, ist immer eine besondere Herausforderung, entscheidet doch die Statik des Gebäudes darüber, was wie möglich ist. Das wurde auch in der Dittes-Schule deutlich.

Das Treppenhaus

Ein großes, helles Treppenhaus ist nur auf den ersten Blick perfekt für den Schulbetrieb. Denn Möglichkeiten für den Einbau eines Fahrstuhles bietet es nicht. Hier musste mit einiger Fantasie und Kompromissbereitschaft eine andere Lösung gefunden werden. Nun sind zwar alle Etagen mit dem Fahrstuhl erreichbar, allerdings nur über den Hintereingang der Schule. Das entspricht nicht den eigentlichen Zielen von Inklusion, ist aber im konkreten Fall nicht anders möglich. Viel schwieriger ist die Tatsache, dass die Turnhalle vom Schulgebäude aus nur über Treppen erreicht werden kann. Hier muss dringend eine Lösung geschaffen werden, denn dass die Assistenz der körperbehinderten Schülerin diese zum Sportunterricht in die Turnhalle tragen muss, ist auf Dauer nicht zumutbar. Zwar gibt es einen barrierefreien Zugang zur Turnhalle von Außen, jedoch gilt es dann wieder Stufen zu den Umkleidekabinen zu überwinden. Hier braucht es also dringend eine andere Lösung. Dieses gilt ebenso für den Schulhort direkt gegenüber der Grundschule. Dieser ist auf Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen überhaupt nicht eingerichtet. Damit hat die betreffende Schülerin nicht die Möglichkeit, nach der Schule mit ihren Freundinnen und Freunden aus der Schule zu spielen und die Hausaufgaben zu machen. Das ist schade, denn die Kleine ist sehr aufgeweckt und möchte auch selber alles tun, was die anderen auch tun und einfach mittendrin sein.

Das Musikzimmer mit vielen Möglichkeiten für die Kinder und Erweiterung zur Schulaula

Andere Probleme, die Frau Martin benannte, dürften sich an den meisten sächsischen Schulen aller Stufen wiederfinden. So sind derzeitig drei Lehrerinnen längerfristig krank, Vertretungslehrer gibt es jedoch nicht. Das hat zur Folge, dass eine Teilzeitkraft und auch die Direktorin und selbstredend auch die anderen Kolleginnen und Kollegen nun die Stunden mit übernehmen, eine Doppelbelastung für alle. Erschwerend kommt hinzu, dass eine der Erkrankten Klassenlehrerin einer ersten Klasse ist – eine schwierige Situation für Eltern, SchülerInnen und Lehrerkollektiv gleichermaßen. Dazu wird nächstes Jahr eine Lehrerin in Rente gehen, doch auch hier ist Ersatz nicht in Sicht. Denn die nächsten Absolventen gibt es erst im übernächsten Jahr. Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten und Quereinsteiger alleine werden es nicht richten können. Einen Wunsch wollte Frau Martin noch äußern. Das neue Schulgesetz sieht ja Schulsozialarbeiter vor, allerdings erst ab den höheren Stufen. Sie wünscht sich Schulsozialarbeiter an allen Schulen, also auch an den Grundschulen. Denn auch hier gibt es Familien, die aus unterschiedlichen Gründen Hilfestellungen bedürfen.

Im Klassenzimmer - der Tisch wächst mit

Insgesamt hat mich der Besuch in der Dittes-Grundschule sehr beeindruckt. Alle Klassen sind mit Beamer, Laptop und interaktiven Tafeln ausgestattet – hier fehlt aktuell eine Wartungsfirma – auf jeder Etage gibt es ein behindertengerechte Toilette und bei der Gestaltung von Schulgebäude und Außenanlage wird überall das große Engagement von Lehrkräften wie Eltern gleichermaßen sichtbar. Beeindruckend auch, wohl sich die Schülerin, die uns während unseres Besuches begleitete und durchs Haus führte, in ihrer Grundschule fühlt. Hier zeigt sich, wie wichtig integratives Lernen ist und wie Kinder mit uns auch ohne Beeinträchtigungen voneinander lernen und profitieren können. Herzlichen Dank für den Einblick und weiter viel Erfolg!