„Gesund aufwachsen“

Am 31.05.17 besuchte der Arbeitskreis „Soziales, Familie, Verbraucherschutz, Gesundheit, Inklusion und Jugend“ der Landtagsfraktion DIE LINKE den Landkreis Zwickau.

Unsere zentrale Frage war: wie ist die Gesundheitsversorgung insbesondere im Hinblick auf das Sächsische Gesundheitsziel „Gesund aufwachsen“ gesichert?

In unserer ersten Gesprächsrunde im Landratsamt Zwickau gaben uns Frau Hölzel, 1. Beigeordnete des Landratsamtes und Frau Bretschneider, Leiterin des Sozialamtes, einen Überblick über Daten und Fakten zur Kindergesundheit im Landkreis.

Durch das Sozialamt wird  alle zwei Jahre ein Gesundheitsbericht erstellt, der auch  den aktuellen Stand zur Kindergesundheit widerspiegelt. Nach den Ergebnissen der Kita Untersuchung im Alter von 4 Jahren sind 32,6 % der untersuchten sprachauffälligkeiten,  bei 15,3 % finden sich Störungen der Feinmotorik  und und 14,9% haben  Störungen der Grobmotorik . Dieses Bild ändert sich auch nicht bei den Schulaufnahmeuntersuchungen (i.d.R. mit 5 Jahren). Im Gegenteil, es kommen  mit steigendem Schulalter noch verstärkt Probleme mit Übergewicht und Adipositas hinzu.

Im Gespräch mit (linke Seite) Frau Hölzel und Frau Bretschneider

Zur Verbesserung der Lage  wurde im Landkreis in den vergangenen Jahren ein Netzwerk Kindeswohl aufgebaut, in dem Fachkräfte aller Berufsgruppen, die mit Kinder und Jugendlichen und deren Familien bis zum 18. Lebensjahr arbeiten, zusammen arbeiten. Organisiert wird die Netzwerkarbeit durch eine Koordinierungsstelle im Landratsamt.

Im Gespräch wurde deutlich, dass besonders im ländlichen Raum Kinderärzte fehlen. Als ein Grund dafür wird angesehen, dass  Ärzte (und nicht nur Kinderärzte) in Institutionen abwandern und so der Arbeit mit den Patienten abhanden kommen. Wünschenswert – so wurde im Gespräch zum Ausdruck gebracht – wäre eine Pauschalisierung und Regionalisierung der finanziellen Mittel für die Landkreise in Form eines übergreifenden Budgets – da vor Ort am besten entschieden werden kann welche Bedarfe bestehen  und wie die Mittel insoweit  am Effektivsten eingesetzt werden können.

Vielen Dank an Frau Hölzel und Frau Bretschneider für das Gespräch und die interessanten Zahlen und Fakten.

Anschließend besuchten wir die Integrierte Rettungsleitstelle Zwickau (IRLS), dessen Träger der Rettungszweckverband „Südwestsachsen“ ist, der 2014 mit seiner Einrichtung in Betrieb gegangen ist.

Versorgt wird derzeit das Gebiet des Landkreises Zwickau, des Vogtlandkreises und vorübergehend noch das Gebiet des Altkreises Aue-Schwarzenberg (bis zur Fertigstellung der ILRS Chemnitz 2017). Insgesamt wird dann die IRLS Zwickau für 558.000 Einwohner zuständig sein.

Zu Beginn gaben uns Herr Kühnert (Leiter der Leitstelle), Herr Rose (Sachbearbeiter der Leitstelle) sowie Herr Leistner (Leiter des Rettungszweckverbandes) eine Übersicht ihrer Tätigkeit – bevor wir uns vor Ort von der Arbeit in der Zentrale der Rettungsleitstelle überzeugen konnten.

Pro Tag werden im gesamten  Gebiet ca. 100 Notärzteeinsätze, 120 Rettungswageneinsätze sowie 350 Krankentransporte koordiniert und ca. 1.500 Anrufe  entgegengenommen.

In der Rettungsleitstelle im Gespräch von links nach rechts mit Herrn Kühnert und Herrn Rose

Um dem Fehlen von geeigneten Notärzten entgegenzuwirken ist  die IRLS Mitglied in der „Notarztbörse“ und sichert somit somit im Einzugsgebiet 14 Notarztstnadorte ab.. Wünschenswert wäre, dass auch die Krankenhäuser stärker in die Pflicht genommen werden, Notärzte bereitzustellen.

Insgesamt gibt es im gegenwärtigen Einzugsgebiet 377 Freiwillige Feuerwehren, 2 Berufsfeuerwehren in Zwickau und Plauen sowie die Betriebsfeuerwehr bei VW Mosel.

Vielen Dank nicht für die Gesprächsbereitschaft sondern vor allem auch für die wertvolle Arbeit, die mit hohen Engagement im Interesse der Gesundheit und des wohl Ergehens unserer Bürger geleistet wird.

Nach einem Mittagessen im „Café mit Herz“ in Zwickau-Eckersbach, bei dem wir uns für gute Gastfreundschaft bedanken, einer Tagung des Arbeitskreises, bei der einerseits Bilanz über die bisherige Arbeit gezogen und die zukünftigen  Schwerpunktthemen besprochen wurden, teilte sich der Arbeitskreis in  zwei Gruppen.

Im Verein „Gesundheit für alle“, der sich 1993 gegründet hat, konnte ich mich mit meiner Kollegin Susanne Schaper, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Arbeitskreisleiterin, von der überwiegend im Ehrenamt geleisteten umfangreichen Arbeit vor allem in den Selbsthilfegruppen, überzeugen. In der dort beheimateten Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe (KISS) sind ca. 200 Selbshilfegruppen tätig, die – und das war für uns interessant – nicht nur für sich allein tätig sind, sondern auch vieles gemeinsam organisieren. So  finden viermal im Jahr Gesamtreffen statt und einmal jährlich wird  ein gemeinsamer öffentlicher Selbsthilfetag durchgeführt. Darüber hinaus werden die unterschiedlichsten Angebote für Seniorinnen und Senioren unterbereitet.

Zur Unterstützung ihrer wertvollen Arbeit haben wir dem Verein ebenso wie der Kita „Kuschelkiste“, den die zweite Gruppe besucht hatte,   eine Spende in Höhe von 100 Euro übergeben.

Bei der Übergabe des Schecks (von links nach rechts: MdL Horst Wehner, MdL Susanne Schaper an Frau Kahle vom Verein "Gesundheit für alle"

Meine Fraktionskolleginnen Janina Pfau und Kerstin Lauterbach besuchten zeitgleich die Kindertagesstätte „Kuscheligste“ in Trägerschaft der AWO um sich in der Einrichtung darüber zu informieren wie das Programm „Audit gesunde Kita“ umgesetzt wird. Das Motto der Kita ist: „Wir lassen Kinder Kinder sein“  – bedeutet, dass sie aufmerksam und fördernd in ihren Spielen begleitet werden. Sie sollen vor allem Spaß und Freude beim Spielen  haben. Deshalb wird in den 9 Kindergruppen Bewegung und Natur groß geschrieben. U.a. werden solche Specials wie: Sauna, das Lernprogramm „Schlaumäuse“ und die Waldgruppe „Haselmäuse“ angeboten ebenso wie die Projekte Sprachentwicklung und Baumbepflanzung.

Mein Dank gilt allen Einrichtungen und unseren Gesprächspartnern für die Bereitschaft uns zu empfangen sowie für die vielen anregenden und interessanten Gespräche aus denen wir viel für unsere weitere Arbeit im Landtag mitnehmen konnten. Und selbstverständlich gilt auch unser Versprechen bei allen Problemen und Sorgen uns als Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen. Wir wünschen allen für ihre wichtige Arbeit in der Zukunft viel Erfolg, Gesundheit und Durchhaltevermögenvermögen.