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Der Geist der Weihnacht

Wir leben in einem christlich geprägten Land und doch werden die wenigsten wissen, welche Bedeutung die vier Adventsonntage für Christen haben. Viele werden nicht einmal wissen, dass mit dem 1. Advent das neue Kirchenjahr beginnt. Und schaut man sich in der bunten Welt des Konsums und der Werbung um, so scheint von der eigentlichen Bedeutung der Zeit der Besinnung wahrlich nicht mehr viel übrig zu sein. Wir hetzen durch den Alltag und haben im Hinterkopf die Termine zu Weihnachten, wen man mit welchen Geschenken wie am besten beeindrucken kann oder was man für die perfekte Feier mit manchmal auch eher ungeliebten Verwandten noch alles braucht. Höher, schneller, weiter scheint auch zu Weihnachten wichtigste Regel zu sein. Zeit zur Besinnung, für Freunde und Familie, für Menschen die einem besonders wichtig sind aber auch der Blick auf jene, denen es nicht so gut geht, für die die Weihnachtsfeiertage schon aus wirtschaftlicher Sicht eine Herausforderung sind, gehen in dieser lauten, bunten  und hektischen Welt viel zu oft verloren.

Die fertigen Beutel mit Nikolaus und einer kleinen Botschaf

Wie schon im Vorjahr wollten wir auch in diesem Jahr auf den Wochenmärkten in Wilkau-Haßlau und Kirchberg mit kleinen Schokoweihnachtsmännern ein klein wenig Weihnachtsstimmung verbreiten, den Menschen ein kleines Lächeln entlocken oder auch ein klein wenig Mut machen in nicht ganz so guten Zeiten. Wieder trafen wir auf viel Erstaunen, freudige Erwiderung unserer Weihnachtswünsche aber auch auf die nachdenklich machenden Geschichten. Die alte Dame etwa, die kürzlich ihren Mann verlor und eigentlich gar kein Weihnachten feiern wollte und nun wohl doch mit Sohn und Enkel die Tage verbringen wird; oder die junge Mutter die ihren beiden kleinen Kindern eben nichts zum Nikolaus schenken konnte und kaum einen Ton raus brachte. Die Kinder winkten uns noch hinterher, da waren wir rund 100 Meter weit entfernt. Solche Momente berühren und zeigen, wie viel selbst kleine  Gesten bewirken können.

Elfried Börner, Streetworker der Stadtmission Zwickau und Simone Hock aus meinem Kirchberger Büro bei der Scheckübergabe

Eines war dann doch anders an unserer Nikolaustour. Im Februar hatten wir im Rahmen der Wohnungs- und Mietentour von MdB Caren Lay auch die Arbeit der Wohnungsnothilfe der Stadtmission kennengelernt und bei unserer Abendveranstaltung durch den Streetworker Elfried Börner zudem erfahren, wie kompliziert die Situation der Wohnungslosigkeit gerade für Jugendliche ist. Wir berichteten hier. Neben wohnungslosen Jugendlichen sind die Streetworker auch an Schulen unterwegs und betreuen viele soziale Projekte im Landkreis. Klar, dass wir da den Helfern helfen wollten, „ihren“ Kindern ein wenig Weihnachtsfreude zu bereiten. Also brachte meine Mitarbeiterin vom Kirchberger Büro 60 Schokoweihnachtsmänner vorbei. Die Überraschung war gelungen und wurde noch größer, als wir heute noch einen Spendenscheck über 200 Euro aus dem Spendentopf meiner Fraktion überreichen konnten. Die Arbeit, die sowohl die Streetworker als auch die Wohnungsnothilfe der Stadtmission Zwickau im Landkreis leisten, ist nicht hoch genug zu schätzen. Im Zusammenspiel auch mit den entsprechenden Behörden konnte gerade verhindert werden, dass eine sechsköpfige Familie in Wohnungsnot gerät. Herzenssache, dass wir hier mit unterstützen. Wer mehr  über die Stadtmission und ihre Arbeit im Allgemeinen oder die Arbeit der Streetworker und der Wohnungsnothilfe im Besonderen erfahren will, findet auf der Homepage die nötigen Informationen.  Und wer die Arbeit ebenfalls mit einer Spende unterstützen will, findet hier die entsprechende Bankverbindung und kann im Verwendungszweck den Bereich benennen, der unterstützt werden soll.

Der Geist der Weihnacht: schenken von Herzen – manchmal auch einfach nur Zeit und Aufmerksamkeit, jenen geben, die es nötig haben und Helfern helfen anderen zu helfen. In diesem Sinne wünschen ich und mein Team Ihnen allen eine friedliche und besinnliche Weihnachtszeit!

„Auch Jerusalem hat Krallen“ – eine ganz normale Lesung!?

Im Rahmen der Novembertage, einer Veranstaltungsreihe des Zwickauer Demokratiebündnisses, war schon lange für den 28. November 2017 die Lesung „Auch Jerusalem hat Krallen“ im Kirchberger Bürgerbüro geplant. Und üblicherweise konzentrieren sich am Veranstaltungstag die Aktivitäten auf die Vorbereitung des Abends: Bestuhlung richten, für das abendliche Buffet einkaufen, die Platten anrichten und schließlich das Buffet aufbauen. Kurz, die Referenten und Gäste stehen im Mittelpunkt, sie sollen sich schließlich wohlfühlen bei uns. Gestern kam noch ein weiterer wichtiger Aspekt dazu, der sonst nicht so im Zentrum der Aufmerksamkeit steht: die Sicherheit der Veranstaltung und ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Warum? Nun, beim Eintreffen im Büro mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass unser Büro in Kirchberg nun schon zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen attackiert worden war. Waren es vor einer Woche noch Plakate der Partei „Der III. Weg“, hatten wir es nun mit Schmierereien an Hauswand und Fenstern zu tun.

Schmierereien an Fenster und Fassade

Der durchgestrichene Davidstern auf unserer Fensterscheibe legt nahe, dass die Attacke konkret auf unsere Veranstaltung zielte. Den geplanten Ablauf der Vorbereitungen brachte das schon durcheinander, aber die Nazis konnten die Veranstaltung nicht verhindern. Nachdem die Kripo-Beamten die Tat aufgenommen hatten und die Fenster gereinigt waren, liefen die üblichen Vorbereitungen an. Als die Gäste eintrafen, stand wie gewohnt das Buffet bereit.

Wir erlebten eine normale Lesung, die Einblick in die Erfahrungen und Eindrücke der Autorin Christin Löchner gewährte. Die hat sie während ihres Studienaufenthalts in Israel gewonnen. Ein interessanter Abend, der einige Gäste animierte, von ihren Eindrücken bei Aufenthalten in Israel und Jerusalem zu berichten. Individueller Austausch ergab sich im Anschluss an die Lesung – letztlich also alles wie immer. Die Atmosphäre war entspannt, unsere Gäste haben sich wohl gefühlt und sind mit vielfältigen Eindrücken nach Hause gegangen. Es war ein gelungener Abend!

Eine Bemerkung sei mir an dieser Stelle gestattet: Niemand muss unsere Meinung gut finden oder teilen. Man kann unsere Positionen, ja sogar uns, aus vollem Herzen ablehnen. Aber das kann man uns auch gern direkt sagen, und im besten Fall sogar noch, warum das so ist. Dann gibt es eine Grundlage für den Meinungsaustausch, für einen politischen, inhaltlichen Diskurs. Übergriffe auf Büros aber verhindern das. Wir sind als Ansprechpartner vor Ort, wir sind mindestens zweimal im Jahr mit Infoständen und öffentlichen Bürgersprechstunden in der Region unterwegs, auch auf dem Wochenmarkt in Kirchberg. Es gibt also Gelegenheit, uns mitzuteilen, wo der Schuh drückt, was man teilt und was eben nicht.

 

Ich bin mal eine Weile weg…

Liebe Genossinnen, liebe Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, meine Damen, meine Herren,

meine Gesundheit lässt es im Augenblick nicht zu, deshalb ziehe ich mich jetzt auf unbestimmte Zeit zurück. Sobald ich wieder in der Lage sein werde, melde ich mich mit aktuellen Beiträgen zurück. Inzwischen wird sich auch mein Internetauftritt erneuern, weitere Beiträge folgen aus gegebenem Anlass. Seien Sie alle herzlich gegrüßt und passen Sie schön auf sich auf! Auf bald!

Horst Wehner

Interkulturelles Fest – Die Zweite!

Zum Zweiten Mal luden Vereine, Sozialverbände, Einrichtungen und die Stadtverwaltung Zwickau am 30. September 2017 zum Interkulturellen Fest auf dem Hauptmarkt in Zwickau ein. Von Hüpfburg bis zur kleinen Rodelbahn, Kinderschminken und der Origami-Faltkunst war alles geboten. Die Westsächsische Hochschule lud zu einem kleinen Exkurs in die arabische Sprachwelt ein, das Gasometer wartete mit einem Länder-Memory auf und auch sonst wurde einiges geboten.

Zahlreiche Gäste beim Interkulturellen  Fest

Der Deutsch-Polnische Verein und der Verein der Vietnamesen wirkten ebenso am Bühnenprogramm mit wie Radio Zwickau sowie die Gruppe Saitenspiel, die zum Abschluss des gelungenen Festes begleiteten. Höhepunkt war zweifelsfrei die Tombola, an der sich viele der umliegenden Geschäfte beteiligten. Wer einen der gestifteten Preise gewinnen wollte, musste die teilnehmenden Geschäfte aufsuchen und dann einen Fragebogen ausfüllen. Nur wer alle Fragen richtig beantworten konnte, landeten zum Schluss auch in der Lostrommel.

Tanzgruppe des Deutsch-Polnischen Vereins

Wie schon im Vorjahr war es ein gelungenes Fest, welches Einblick in verschiedene Kulturen und Traditionen gewährte und auch internationale, meist süße Köstlichkeiten bereit hielt. Die Schirmherrin und Ausländerbeauftragte der Stadt Zwickau, Ulrike Lehmann, erklärte, dass es auch im nächsten Jahr ein solches Fest geben wird, so es von den beteiligten Akteuren gewünscht ist.

Gefaltete Kunstwerke

Das ist wünschenswert, denn wo kommt man einfacher über scheinbare kulturelle Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch als bei einem solchen Fest. Und genau aus diesem Grund haben meine Fraktion und auch der Spendenverein der LINKEN Bundestagsfraktion das Fest mit je einer Spende unterstützt, welche am Samstag übergeben wurden.

Übergabe des Spendenchecks meiner Fraktion

Innenstadtbelebung, Unterhaltung, Kultur und Begegnung – all das steckt in einem solchen Fest, dessen Besuch jedem nur empfohlen werden kann.

140 Jahre Männerchor – Herzlichen Glückwunsch!

Man stelle sich einmal vor: Im örtlichen Gemeindesaal oder vielleicht auch der Vereinsstube einer örtlichen Kneipe sitzen Handwerker, Förster, Lehrer und Gewerbetreibende zusammen und ihre sangesfreudigen Stimmen dringen nach außen und begeistert heimliche Zuhörer. Aus einer Anfangs vielleicht noch spontanen, geselligen Runde entsteht eine Idee, die im Juni 1877 zur Gründung des Chores führte. So oder ähnlich könnte es sich zugetragen haben und ist nun 140 Jahre her.

Seither hat der Chor viele historische Ereignisse und gesellschaftlichen Veränderungen er- und auch überlebt. 1948 vereinigten sich die Sangesfreunde mit dem Männerchor Werminghoff (Knappenrode) zum Werksmännerchor des Braunkohlewerkes „Glück Auf“ und führte fortan den Namen „Männerchor Lohsa/Knappenrode“. Seit dem 6. Dezember 1994 sind die sangesfreudigen Herren als Männerchor Lohsa e. V. unterwegs und erfreuen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer Sangeskunst.

Heute nun hatte ich das Vergnügen in Vertretung des Landtagspräsidenten, Dr. Matthias Rößler die Glückwünsche der Abgeordneten des Sächsischen Landtags zu überbringen. Auch die Grüße des Sächsischen Chorverbandes, dessen Mitglied der Männerchor Lohsa ist, durfte ich übermitteln. Natürlich ließen sich die Jubilare nicht lange bitten und erfreuten die zahlreichen Gratulanten und Gäste mit ihren Stimmen. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem durch den Männerchor Bad Muskau, den Chor Wiednitz, den Kirchenchor Lohsa sowie den Männerchor Uhyst.

Für alle einschließlich Bürgermeister Leberecht war das ein wundervoller Nachmittag, der immer wieder dazu einlud, einfach mitzusingen. Herzlichen Glückwunsch, lieber Männerchor und noch viele Jahre Freude an der Musik und am Singen!