Buchlesung in Glauchau

Es war mir eine große Freude, am gestrigen Dienstag Abend eine Buchlesung von Kerstin Köditz moderieren zu dürfen. Trotz der Hitze waren über 20 Menschen in die Begegnungsstätte der Volkssolidarität gekommen, darunter zahlreiche junge Leute.

Kerstin Köditz, die sich seit Jahren mit dem Thema befasst, las aus ihrem im März erschienenen „Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen“, eine Art Dokumentation sowohl rechter Strategien als auch linker Gegenwehr. Dabei schilderte sie sehr plastisch verschiedene Begebenheiten, bei denen sie oftmals selbst Zeuge des Geschehens war. Vor allem aber spricht sie eines immer wieder an: Das Bild des springerstiefeltragenden Skinheads ist längst überholt, die Rechten agieren inzwischen viel subtiler. Und sie sind, auch wenn es mancher kaum glauben mag, mittlerweile fest in der Mittelschicht verankert.  

Buchlesung "Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen" mit Kerstin Köditz
Buchlesung "Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen" mit Kerstin Köditz

Das war auch Thema in der nachfolgenden Diskussion, ebenso die Frage, was oder wieviel ein Verbot der NPD bewirken kann. Deutlich wurde dabei vor allem eins: wenn der Kampf gegen Rechts nicht Konsens in der Landesregierung und allen ihr unterstehenden Verwaltungen wird, solange es Bürgermeister gibt, die sagen: „wenn Ihr als LINKE einen Stand macht, muss ich das den Rechten auch erlauben“ und das allen Ernstes als Demokratie verkaufen, werden junge Leute weiterhin vom Land in die Städte ziehen oder sogar das Bundesland verlassen, weil sie sich einfach nicht mehr sicher fühlen (können).