Arbeitsgruppentreffen „Inklusion in Sachsen“

Nach einem arbeitsreichen Tag im Bürgerbüro am letzten Donnerstag war ich zum Arbeitsgruppentreffen ins Lukashaus nach Zwickau eingeladen.

„Inklusion in Sachsen“ ist ein Projekt der Lebenshilfe zur  Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. In einem ersten Schritt soll erfasst werden, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit körperlichen, seelischen und/oder Sinnesbeeinträchtigungen im Freistaat konfrontiert sind. Danach soll ein Katalog erarbeitet werden, in dem die notwendigen Änderungen aufgelistet werden, die nötig sind, um allen eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen.

im Gespräch mit Stephan Poehler
im Gespräch mit Stephan Poehler

In der Arbeitsgruppe am letzten Donnerstag wurden wir zu einer Art Rollenspiel aufgefordert. In drei Gruppen sollten wir uns entweder in die Rolle der Menschen mit Beeinträchtigung hineinversetzen, in einer anderen in die der Helfer und Angehörigen und die dritte Gruppe hatte die Aufgabe, die Rolle der „Gesellschaft“ einzunehmen, der Menschen, die mit Behinderung oder mit Menschen mit Beeinträchtigungen in der Regel nichts zu tun haben. Ich war der letzten Gruppe zugeteilt und es war zugegebenermaßen recht schwer, alle Erfahrungen außen vor zu lassen und so zu tun, als ginge einen das Thema nichts an.

Arbeitsgruppentreffen "Inklusion in Sachsen" am 5.02.2010
Arbeitsgruppentreffen "Inklusion in Sachsen" am 5.02.2010

Nach der Einteilung sollten wir zum einen Aussagen darüber machen, wie wir die jeweils andere Gruppe sehen, was wir von ihr fordern und was wir selbst bereit sind, für Inklusion zu tun.

In der anschließenden Diskussion wurde sehr schnell klar, dass der allererste Schritt im Kopf der Menschen passieren muss. Und dass allumfassende Barrierefreiheit das vordringlichste Ziel ist. Erst wenn jeder selbstbestimmt hingehen kann, wo er möchte, und stets die Hilfe bekommt, die er braucht, ohne bevormundet zu werden, kann Inklusion Wirklichkeit werden. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun.