Messe INTERSCHUTZ 2010

Hochinteressant war mein Besuch auf der weltweit führenden Messe für das Rettungs-und Sanitätswesen, die noch bis Sonntag auf dem Leipziger Messegelände stattfindet. Gezeigt wird das komplette Weltmarktangebot für die Bereiche Rettung, Brand-/Katastrophenschutz und Sicherheit.

Nach der Begrüßung durch Herrn Rose (bei dem ich mich an dieser Stelle besonders bedanken will für die Begleitung bei meinem Rundgang) und Frau Dietze war meine erste Station der Stand der Leipziger Branddirektion. Diese hatte einen eigenen Stammtisch aufgebaut, an den ich gebeten wurde und Herr Petrasch gab mir Einblicke in die verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Arbeit der Direktion.

im Gespräch mit Herrn Petrasch von der Branddirektion Leipzig
im Gespräch mit Herrn Petrasch von der Branddirektion Leipzig

Am Stand des Sächsischen Landesfeuerwehrverbandes gab es eine kleine Ausstellung aller Landesverbände der Feuerwehr. Im Gespräch erfuhr ich, dass der letzte Generationswechsel in den Feuerwehrverbänden in den siebziger Jahren stattgefunden hatte und gerade ein neuer ansteht. Dabei kommt dem Ehrenamt eine besondere Rolle zu. Schwierigkeiten bestehen für die Freiwilligen Feuerwehren inzwischen in den z.T. langen Arbeitswege ihrer Mitglieder, sodass diese im Ernstfall mitunter nicht rechtzeitig zur Stelle sein können. Erfreulich ist dagegen, dass es nach wie vor Feuerwehrnachwuchs gibt. Denn nicht selten übernehmen inzwischen Verbände der Freiwilligen Feuerwehr wichtige Aufgaben in der Jugendarbeit.

Ausstellung der Landesverbände der Feuerwehr
Ausstellung der Landesverbände der Feuerwehr

Am Stand des Sächsischen Textilforschungsinstitut konnte ich endlich meine Frage loswerden, wie denn überhaupt „textilmäßig“ geforscht wird und erfuhr, dass Unternehmen, aber auch Berufsgruppen wie z.B. Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer ganz gezielt an das Forschungsinstitut herantreten und ihre Wünsche äußern, wie ihre Kleidung beschaffen sein sollte, um in ihr optimaler arbeiten zu können.

hier wird mir erklärt, wie ein Textilforschungsinstitut arbeitet
hier wird mir erklärt, wie ein Textilforschungsinstitut arbeitet

Als nächstes stand Motorola auf dem Programm, das Unternehmen, das die meisten als Mobilfunkhersteller kennen. Nicht ohne Stolz wurde mir hier berichtet, dass Motorola schon seit 80 Jahren Kommunikationsgeräte für Rettungskräfte entwickelt und dass die meisten auf Flughäfen eingesetzten Funkgeräte aus diesem Unternehmen kommen.

neueste Technik seit 80 Jahren
neueste Technik seit 80 Jahren

Beim Medizinische Katastrophenhilfswerk wurde mir sehr ausführlich über die Arbeit der verschiedensten Berufsgruppen im Katastrophenfall berichtet. Terroristische Anschläge, so die Erfahrung der Mitarbeiter des MHW, sind z.B. besser zu handhaben als Naturkatastrophen, die wegen des Klimawandels auch in Deutschland immer mehr zunehmen. Das neuerliche Oder-Hochwasser, aber auch der Tornado in der Region Großenhain sind die jüngsten Beispiele. Vor allem in der Zivilbevölkerung müsste ein Bewusstsein dahingehend geschaffen werden, dass im Katastrophenfall alle gefordert sind, nicht nur das entsprechend dafür ausgebildete Personal.

beim Medizinischen Katastrophenhilfswerk
beim Medizinischen Katastrophenhilfswerk

Bei der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgemeinschaft) wurde es noch mal ganz konkret, indem mir erst die Wasserrettung und dann der Deichschutz durch Taucher bei Hochwasser an Modellen erklärt wurde. Auch die Ausrüstung der Wasserrettungsfahrzeuge wurde mir ausführlich erklärt. In Anbetracht der Tatsache, dass der DLRG hauptsächlich ehrenamtlich arbeitet, kann man vor diesen Leistungen wirklich nur den Hut ziehen!

Mitarbeiter der DLRG erklären mir Maßnahmen des Deichschutzes
Mitarbeiter der DLRG erklären mir Maßnahmen des Deichschutzes

Natürlich kamen wir bei unserem Rundgang auch an riesigen Fahrzeugen vorbei, wie sie z.B. auf Flughäfen eingesetzt werden und auf dem Freigelände war bei der Fahrzeugausstellung das Interesse auch entsprechend groß.

herzlichen Dank an Herrn Rose für seine Begleitung bei meinem Rundgang
herzlichen Dank an Herrn Rose für seine Begleitung bei meinem Rundgang

Insgesamt hat mir der Rundgang gezeigt, wie hochmodern die Ausrüstung der Rettungs- und Katastrophenschutzdienste ist und wie engagiert die Feuerwehrleute, Katastrophenhelfer, Sanitäter. Aber ich habe auch erfahren, dass sich der demografische Wandel in diesem Bereich genauso bemerkbar macht wie anderswo. Die sich hieraus ergebenden Herausforderungen können die Kräfte, die im Katastrophenfall zur Stelle sind, aus eigener Kraft kaum bewältigen. Deshalb ist an dieser Stelle die Politik gefragt und gefordert. Zumal der demografische Wandel auch die Chance bietet, neue (bessere) Wege zu beschreiten, wie z.B. durch Netzwerke von Ressourcenträgern.