2. Rollstuhlwanderung in Großenhain

Am Morgen sah es ja so aus, als würde die Rollstuhlwanderung in Großenhain ins sprichwörtliche Wasser fallen. Doch am frühen Nachmittag verzogen sich die Wolken und als wir uns vor der „Krone“ in Großenhain trafen, war nicht nur die Stimmung sonnig, sondern auch das Wetter.

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Nach einer herzlichen Begrüßung aller Anwesenden durch meine Fraktionskollegin Kerstin Lauterbach, die mich bei der Gelegenheit als Schirmherrn der Wanderung vorstellte,  und ihren Mitarbeiter Harald Kühne ging es auch schon los. 22 „Wanderer“ hatten sich eingefunden, 8 davon im Rollstuhl. Auch eine weitere Fraktionskollegin von mir, Dr. Jana Pinka, war mit von der Partie. Was mich dabei besonders begeisterte, war die Tatsache, dass sich Rollifahrer und Fußgänger, die sich bereit erklärt hatten, Schiebedienste zu leisten, ganz selbstverständlich  zusammenfanden, obwohl sie sich vorher gar nicht kannten. Von den allzu oft beobachteten und letztlich vieles verhindernden Berührungsängsten war da keine Spur!

natürlich wurden uns auch verschiedene Dinge gezeigt und erklärt
natürlich wurden uns auch verschiedene Dinge gezeigt und erklärt

Unsere erste Station war die neue Fußgängerunterführung unter der Bahnstrecke. Die Graffiti-Gestaltung fand hier unter künstlerischer Anleitung statt, sodass statt wilder Schmierereien hier bunte und zum Teil witzige Bilder die Wände zieren.

Graffiti im neuen Tunnel
Graffiti im neuen Tunnel

unser Weg führte uns auch durch den neuen Tunnel

Unser Weg führte uns weiter ins „Schulzentrum“, wo eine in den Asphalt eingelassene „Wasserstraße“ verschiedene Gebäudekomplexe von Schulen und Kindergärten verbindet. Verschiedene Spielgeräte, darunter Netze wie Hängematten, lassen das Gelände wie eine kleine Kinderwelt wirken. „Ob die Sachen auch angenommen werden, weiß ich leider nicht“, sagte Harald Kühne, um gleich darauf zwei Schülerinnen zu entdecken, die es sich in einem Netz bequem gemacht hatten.

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Nächste Station war der Walter-Jakob-Ring, an dem eine Eigenheimsiedlung entstanden war. „Nicht fürs Alter gebaut“, entfuhr es mir beim Anblick der vielen Eingangstreppen. Dennoch war die Siedlung schön und es gab sogar drei freundliche Alpakas zu entdecken.

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Nach diesem Abstecher kamen wir auf unserem Weg in die „Mücke“ nun endlich richtig ins Grüne. Hier waren noch einige Tornadoschäden zu sehen, Bäume, die dem Sturm nicht standzuhalten vermocht hatten und schließlich zerborsten waren. Dass hier aber schon jede Menge Aufräumarbeit geleistet worden war, war unverkennbar.

einige  Tornadoschäden sind noch sichtbar
einige Tornadoschäden sind noch sichtbar

In der „Mücke“ angekommen, konnten wir gleich an einer liebevoll hergerichteten Kaffeetafel Platz nehmen. Eilig wurden noch ein Tisch und Stühle herbeigebracht, denn die Beteiligung an der Wanderung war reger als gedacht, sehr zur Freude von Kerstin Lauterbach, aber auch von mir. Nach ein paar Worten ihrerseits ließen wir uns den selbstgebackenen Pflaumenkuchen bei einer Tasse Kaffee schmecken.

die liebevoll gedeckte Kaffeetafel in der Mücke
die liebevoll gedeckte Kaffeetafel in der Mücke

Für den Rücktransport der Rollifahrer zum Ausgangspunkt der Wanderung war gesorgt, doch da das Wetter sich hervorragend gehalten hatte, beschlossen ich und einige andere, noch einmal den Weg durch den Park zu wählen, um noch etwas mehr Sonne und frische Luft zu tanken.

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Angekommen am Ausgangspunkt, verabschiedeten wir uns genauso herzlich wie wir uns begrüßt hatten. Es war ein wunderbarer Nachmittag. Vielen Dank an Kerstin Lauterbach, ihren Mann und Harald Kühne für die Organisation vor Ort, die wirklich an alles gedacht hatten. Vielen Dank auch an die Menschen, die fleißig geschoben haben, aber auch an die zahlreichen Rollifahrer, die gekommen waren und somit die Rollstuhlwanderung unterstützt haben.

die Teilnehmer der 2. Rollstuhlwanderung in Großenhain
die Teilnehmer der 2. Rollstuhlwanderung in Großenhain

Eine Tradition beginnt mit dem dritten Mal, sagt man. Ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei.