Die Hauptschwerbehindertenvertretung des SMS, Perspektiven der Arbeit mit behinderten Menschen im Freistaat Sachsen

Zu einer Veranstaltung mit diesem Titel trafen sich im Februar zahlreiche Vertreter aus verschiedenen Institutionen, um darüber zu beraten, mit welchen Problemen Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen und/oder Sinnesbeeinträchtigung, aber auch potenzielle Arbeitgeber, auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor konfrontiert sind.

Dabei ging es u.a. um die Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung und die aktuelle Situation der Betroffenen, vor allem in Hinblick auf die Teilhabe am Erwerbsleben.

Die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise wurde lange Zeit als Ursache für die nach wie vor hohe Erwerbslosigkeit von Menschen mit Behinderungen und/oder Sinnesbeeinträchtigung ins Feld geführt. Doch inzwischen wird nicht nur von einer Erholung der Wirtschaft, sondern sogar von einem Wachstum gesprochen, von dem die Betroffenen aber, so belegen es die aktuellen Zahlen, nicht gleichermaßen profitieren wie Menschen ohne Einschränkungen.

Aber auch dieses Problem hat zwei Seiten: Rainer Damrau, Schwerbehindertenvertreter bei Vattenfall, beklagte, dass sein Unternehmen seit Jahren keine schwerbehinderten Auszubildenden mehr hat und das trotz gezielter Werbung und Ansprache der Betroffenen.

Damit war der Bogen gespannt zur inklusiven Bildung, die LINKE, SPD und Grüne schon lange fordern. Auch wurde eine Prüfung der Werkstätten für Menschen mit Behinderung angeregt, und zwar inwieweit diese in der Lage sind, betroffene Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Theoretisch, so zeigte es die Diskussion, steht der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention nichts im Weg – es gibt genügend Regelungen, die eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und/oder Sinnesbeeinträchtigungen an der Gesellschaft ermöglichen sollten. Was jedoch nach wie vor fehlt, ist der Praxistest und damit der Nachweis, dass das, was derzeit von Seiten der Staatsregierung für die umfassende gleichberechtigte Teilhabe getan wird, ausreichend ist. Ich habe da (noch) einige Zweifel.