Tage der Demokratie und Toleranz in der Zwickauer Region

Am 11.04.2011 wurden die „Tage der Demokratie und Toleranz“ in der Zwickauer Region eröffnet.  Als  Veranstaltungsort wurde die Versöhnungskirche in Zwickau-Neuplanitz gewählt, was zugleich ein Symbol war. Dies brachte auch der Hausherr Pfarrer Thomas Storl in seinem Grußwort zum Ausdruck, in dem er für ein friedliches und tolerantes Miteinander warb.

Im Jahr 2011 finden die „Tage der Demokratie und Toleranz“ unter dem Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ statt, die Schirmherrschaft haben der Landrat des Landkreises Zwickau, Herr Dr. Scheurer, und die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Frau Dr. Findeiß übernommen.

Dr. Scheurer verwies in seinem Grußwort darauf, dass ohne das vielfältige bürgerschaftliche Engagement der vielen Vereine, Initiativen und Unternehmen der Landkreis ein Stück ärmer wäre. Zugleich sieht er  mit der Wahl dieses Themas in diesem Jahr einen Hoffnungsschimmer für das Gemeinwohl  und eine Chance,  auch Wirtschaftsunternehmen weiter dafür zu sensibilisieren.

Oberbürgermeisterin Dr. Findeiß dankte allen für ihren Einsatz für das Gemeinwohl, und hob in diesem Zusammenhang besonders die Initiatoren und Unterstützer der „Tage der Demokratie und Toleranz“ hervor.

Eine  etwas andere Sicht auf das Thema bürgerschaftliches Engagement brachte Björn Redmann, Landesbildungsreferent „Sächsische Landjugend e. V.“, in seinem Impulsreferat zum Ausdruck.

Im Gespräch mit
Im Gespräch mit Björn Redmann, Landesbildungsreferent "Sächsische Landjugend e.V."

Durchaus kritisch, aber auch konstruktiv und engagiert beleuchtete er die Stellung und den Stellenwert des Ehrenamtes in der Gesellschaft.

So führte er z.B. aus, dass die Bereitschaft, sich solidarisch für andere einzusetzen, weitaus größer ist als hinlänglich genommen. So sind in Deutschland 22 Mio. Bürgerinnen und Bürger im Sinne des bürgerschaftlichen Engagements tätig.

Aber ebenso konstatierte er, dass  bürgerschaftliches Engagement zurück zu führen sei auf die Krise der kommunalen Haushalte, nach dem Motto „Privat vor Staat“. Es bestünde die Gefahr, dass bürgerschaftliches Engagement  in Stellung gebracht würde für nicht mehr bezahlbare Sozialarbeit. Dies schade sowohl dem Ansehen des Ehrenamtes als auch der Sozialarbeit durch ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte.

Kritisch sprach er  die immer drastischeren Kürzungen sowohl im ehrenamtlichen Bereich als auch in der Kinder- und Jugendarbeit an. Da habe der Freistaat Sachsen überproportional finanzielle Mittel (sowohl für Sachkosten als auch für Fachkräfte) gestrichen.

Die Haltung des Staates erscheine zwiespältig, wenn auf der einen Seite die hohe Achtung gegenüber dem bürgerschaftlichen Engagement verkündet wird, andererseits aber die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen in Form von Haushaltskürzungen erfolgt. Hier muss dringend wieder das Gleichgewicht hergestellt werden, ansonsten droht dem Ehrenamt, dass durch tausende Bürgerinnen und Bürger mit großer Hingabe gelebt wird, das Aus.

Im Gespräch mit Ralf Lehmann und Sabine Hietzke
Im Gespräch mit Ralf Lehmann und Sabine Hietzke, Koordinatorin des Bündnisses für Demokratie und Tolenranz Zwickau

Künstlerisch gestaltet wurde das Eröffnungsprogramm durch das Theater Plauen-Zwickau, sowohl musikalisch als auch mit einem kleinen nachdenklichen Dialog.

Noch bis zum 20.04. warten die „Tage der Demokratie und Toleranz“ mit einem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm auf und ich lade alle Interessierten ganz herzlich ein, sich diese Veranstaltungen nicht entgehen zu lassen.

Vielen Dank den Initiatoren, allen Beteiligten, und der Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Frau Dr. Findeiß, und dem Landrat des Landkreises Zwickau, Herrn Dr. Scheurer, für die Schirmherrschaft über die Tage der Demokratie und Toleranz, denen ich viel Erfolg wünsche.