Ge(h)denken am 8. Mai

Wir gedachten heute am Mahnmal der russischen gefallenen Soldaten in Hohenstein-Ernstthal der Opfer von Krieg und Gewalt, der  Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedachten der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedachten derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen die Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir gedachten derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Der 8. Mai 1945 ging in die Geschichte ein als Tag der Befreiung  und als Tag des Sieges.

Wenn wir heute hier der Gefallenen gedachten, dann gedachten wir auch jenen Frauen und Männern, Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberalen, Konservativen, Christen und Gewerkschaftern, die im antifaschistischen Widerstand und in den nationalen Befreiungsbewegungen gekämpft haben. Gerade heute ist es wichtiger denn je, dass alle demokratischen, friedliebenden Menschen sich den rechtsextremistischen,  faschistischen und neonazistischen, diskriminierenden und rassistischen Parolen und Handlungen mit demokratischen Mitteln entgegen stellen und hier einheitlich und entschlossen handeln. Mit demokratischen Mitteln in der politischen Auseinandersetzung. Nicht mit Gewalt. Gewalt löst keine Probleme, jedenfalls nicht wirklich und dauerhaft. Gewalt erzeugt nur neues Leid .

Wir stehen heute hier an den Gräbern von Vätern und Söhnen, Müttern und Töchter, die den Tag der Befreiung nicht erleben konnten und auf deren Rückkehr die Angehörigen vergeblich gewartet haben. Dieser Opfer zu gedenken und ihr Andenken zu bewahren, war, ist und bleibt für uns Deutsche und erst recht für uns demokratische Sozialisten Verpflichtung.

Antifaschismus und Antimilitarismus sind und Bleiben für DIE LINKE Grundkonsens im Programm der Partei und sind Grundlagen des politischen Handelns.