Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte

„Wie herrlich ist es, daß niemand eine Minute warten muß, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu ändern.“ Diese Worte schrieb Anne Frank 1944 als 14-Jährige in ihr Tagebuch.

Zu sehen ist dieses berühmte Dokument noch bis zum 7. Dezember in der Stadtbibliothek Pirna in einer multimedialen Ausstellung. Das Besondere: sie richtet sich vor allem an junge Menschen. Doch nicht nur das:  die zweistündigen Führungen werden von Schülerinnen und Schülern in Annes Alter durchgeführt.

Schülerinnen stellen ihre Mitarbeit an der Ausstellung vor *

Schon die Eröffnung, an der ich in Vertretung des Landtagspräsidenten am 9. November  2012 sehr gern teilgenommen habe, war ein Erlebnis. Auch wegen des Generalkonsuls der USA, Marc Powell, und wegen Thomas Heppener, Direktor des Berliner Anne-Frank-Zentrums. „Ich finde es bemerkenswert, dass hier deutsche Volkslieder gespielt werden“,  so in etwa begann er seine Rede, und er bezog sich damit auf die musikalischen Beiträge von Felix Räuber. „Für gewöhnlich höre ich bei solchen Anlässen immer Klezmer-Musik. Und da frage ich mich dann schon: wo fangen die Schubladen an?“ Schließlich sei Anne ein deutsches Mädchen gewesen, das Greta Garbo und Heinz Rühmann toll fand. Aber sie war eben auch Jüdin, deshalb wurde sie verfolgt.

Eingeladen hatte der Aktion Zivilcourage e.V., der die Ausstellung ein Jahr lang vorbereitet hatte und bereits am Eröffnungsabend viel positive Resonanz erhielt. „Es ist erstaunlich, dass Anne Frank noch immer so populär ist, gerade bei jungen Leuten.“, hörte ich eine Besucherin sagen. Warum das so ist, beantworteten die Schülerinnen und Schüler, die sich am Projekt beteiligen, selbst: „Eigentlich war (ist) Anne wie wir. Oder wir sind wie Anne.“ Vor allem aber versicherten sie: „Wir wollen noch viel mehr wissen über diese Zeit. In der Schule kommt das viel zu kurz!“

Felix Räuber spielt u.a. deutsche Volkslieder *

Ich kann nur sagen: „Weiter so!“ Und wer die Gelegenheit hat, sollte sich die Ausstellung keinesfalls entgehen lassen!

Führungen können über Aktion Zivilcourage gebucht werden. Ansonsten ist der Eintritt zu den Bibliotheksöffnungszeiten kostenlos.

* vielen Dank an Herrn Sebastian Reißig für die freundliche Begleitung und für die Bilder; alle Bildrechte bei Aktion Zivilcourage e. V.