Menschen mit Behinderungen – Fachkräfte für Ihr Unternehmen

Unter diesem Titel fand am 3.12., dem internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, in Leipzig ein Netzwerktreffen statt. Eingeladen hatte die Allianz zur Beschäftigungsförderung von Menschen mit Behinderungen in das Haus des Handwerks. Ziel der Veranstaltung sollte es sein, Unternehmer, vor allem im klein- und mittelständischen Bereich, auf die Potenziale von Menschen mit Handicap aufmerksam zu machen. Einerseits einen Fachkräftemangel beklagen, andererseits aber nicht einmal den Versuch machen, einen Menschen mit Behinderung einzustellen – da beißt sich was!

Auch Frau Staatssekretärin Fischer stellte in ihrem Grußwort fest, dass Menschen mit Behinderung am wirtschaftlichen Aufschwung im Grunde nicht teilhaben, die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung stagniert, sie ist auch nicht gesunken!

Natürlich gibt es auch manch positive Beispiele. Eines ist das Technologiezentrum für Oberflächentechnik und Umweltschutz Leipzig GmbH, dessen Geschäftsführer Gerhard Au ein Impulsreferat hielt. Eher zufällig ist das Unternehmen vor Jahren zu ihrer ersten so genannten behinderten Angestellten gekommen. Nach dem Zukauf eines sehr großen Geländes und entsprechender Anlagen war es eine gehörlose Mechanikerin, die sich dort wie in ihrer Westentasche auskannte. Und nicht nur das: „Die Frau hatte goldene Hände. Wer ein Haus hat, weiß, was das wert ist.“ Die Mitarbeiterin wurde vor einigen Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Derzeit hat das Unternehmen knapp 100 Angestellte, sieben davon haben eine Behinderung. „Die Zusammenarbeit mit den Ämtern ist gut“, so Herr Au. „Klar war es das erste Mal neu und mit Aufwand verbunden, aber mit jedem Mal wird es einfacher und unsere Mitarbeiter machen sich bezahlt.“

Bereits Herr Scheler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, hatte in seiner Begrüßung von einem „guten System der Förderung“ gesprochen. Nur wüssten Unternehmer noch viel zu wenig über die bestehenden Möglichkeiten. Ein Image-Film, herausgegeben vom Kommunalen Sozialverband Sachsen, soll diese Wissenslücken schließen. Er enthält vier Beispiele für erfolgreiche Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Darüber hinaus stellt er die Initiative „Support“ vor, die Firmen kostenlose Beratung zur Beschäftigung von Menschen mit Handicap anbietet.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass dieser Film animiert, mehr Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Aber wen soll er denn animieren? Unternehmen oder Arbeit suchende Menschen mit Behinderung? Na sowohl als auch! Da ganz offensichtlich auch hier der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg bzw. die Berater, Ämter und zuständigen Stellen zu den Unternehmen. Keine leichte Aufgabe, aber ganz sicher eine lohnende! Ja, und um die es geht, die sollte man auch im Blick haben! Das Einfache eben – es muss  nur gemacht werden.