Vor-Ort-Tag in Meerane

Unser Vor-Ort-Tag am 30. Mai drohte buchstäblich ins Wasser zu fallen. Aber wir ließen uns davon nicht entmutigen.

Als erstes stand für Sabine Zimmermann (MdB) und mich ein Besuch im Kursana-Pflegeheim auf dem Plan. Von der Direktorin Frau Tannert wurden wir sehr freundlich begrüßt und was sie uns berichtete, war in mehrfacher Hinsicht sehr informativ.

Zunächst sprachen wir über die Personalsituation. Da sie schon in mehreren anderen Bundesländern gearbeitet hat, konnte sie da gute Vergleiche ziehen. So steht z. B. in Niedersachsen mehr Personal für die gleiche Anzahl zu Versorgender zur Verfügung, was sich gerade in Urlaubszeiten sehr bemerkbar macht.

Außerdem hält sie überhaupt nichts von den Bestrebungen der Agentur für Arbeit, möglichst viele Menschen zu Altenpflegern auszubilden. „Für diesen Beruf muss man berufen sein“, ist ihre Ansicht, die wir unbedingt teilen. Empathie ist dabei die wichtigste Voraussetzung.

Das Kursana-Heim arbeitet mit modernen Pflegeansätze insbesondere bei der Betreuung Demenzkranker. Dadurch, so Frau Tannert, wird man nicht nur den älteren und alten Menschen gerecht, sondern auch der Krankenstand des Personals kann deutlich gesenkt werden.

Bei einem Rundgang durch‘s Haus fiel denn auch die freundliche Atmosphäre auf. Und noch etwas überraschte positiv: die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung liegt hier bei 25 %!

Für den Nachmittag war ein Rundgang durch Meerane geplant, doch noch immer regnete es ohne Unterlass. Deshalb änderten wir kurzerhand den Plan und ich hielt in der Stadtbibliothek einen Vortrag über Barrierefreiheit, während meine Mitarbeiterinnen  Marina Salzwedel und Katrin Pritscha, begleitet von der Behindertenbeauftragten des Landkreises Frau Werner, den Stadtrundgang allein absolvierten und fotografisch dokumentierten. In einer Präsentation werteten wir die Ergebnisse anschließend zusammen aus.

Leider war der Bürgermeister der Stadt nicht zugegen, doch Frau Schäfer von der Stadtverwaltung machte sich viele Notizen und nahm viele Anmerkungen auf.

Im Gespräch zeigte sich auch hier, wie wichtig es ist, miteinander zu reden. Ein Anfang ist mit unserem Besuch gemacht. Ich bin gespannt, was folgt.