„Zuhören, Lernen, Handeln“

Unter diesem Motto besuchte der Vorsitzende meiner Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, am 19.08.13 Limbach-Oberfrohna. Begleitet wurden wir dabei von Jörn Wunderlich (MdB), der sich am 22. September erneut zur Wahl stellt.

im Gespräch mit Rico Gebhardt, dem Fraktionsvorsitzenden der LINKEn im Sächsischen Landtag

Unser erster Besuch an diesem Tag führte uns in das Altenheim „Am Wasserturm“ unter der Trägerschaft des Kreiskrankenhauses „Rudolf Virchow“ Glauchau. In der Diskussion und beim Rundgang wurde schnell – für uns zum wiederholten Maße – deutlich, dass unsere Gesellschaft besonders in der Pflege vor neuen Herausforderungen steht.  Die moderne Medizin führt erfreulicherweise zu einer deutlichen Erhöhung der Lebenserwartung, jedoch auch dazu, dass bei vielen ab einem bestimmten Punkt Pflege nötig wird. Kostenträger, aber auch Pflegebedürftige werden künftig für die Pflege mehr berappen müssen. Schon jetzt ist absehbar, dass künftige Rentenzahlbeträge geringer ausfallen werden als dies bisher der Fall war, sodass die Pflegekosten von immer weniger Menschen aus eigener Kraft bestritten werden können. Pflegende und Pflegeeinrichtungen sind nach wie vor gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten. Wird das Auswirkungen auf die  Qualität der Pflege haben? Außerdem haben Pflegeberufe noch immer den Ruf, viel schwere Arbeit für wenig Geld bei familienunfreundlichen Arbeitszeiten zu bieten. Entsprechend unattraktiv ist er bei jungen Menschen, sodass auch der Bedarf an qualifiziertem Personal in diesem Bereich weiter zunehmen dürfte . Es wird von der Politik erwartet, die Rahmenbedingungen den neuen Bedingungen anzupassen.

Darüber, wie Textilindustrie zwischen Tradition und Moderne funktioniert, konnten wir uns im anschließenden Gespräch mit Bürgermeister Herrn Hohlfeld informieren. 25 Firmen im verarbeitenden Gewerbe mit ca. 8.384 sozialpflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind vorwiegend in der Automobilzulieferindustrie, dem Maschinenbau, der Softwareentwicklung und der Logistik tätig. Aber auch Firmen in der Textilindustrie (Wirkerei, Stoffherstellung, Konfektion und Strumpfherstellung) haben hier ihren Standort. Im Rundgang durch das Esche Museum, einer ehemaligen Strumpffabrik, wurden wir in die Historie der Textilindustrie zurückgeführt: die innovative Nähwirktechnik MALIMO wurde von Heinrich Mauersberg hier entwickelt und durch die Ausstellung veranschaulicht. Der Besuch des Hauses lohnt also durchaus.

Zum Abschluss stand noch ein Gespräch mit dem „Bunten Bürgerforum für Demokratie“ Limbach-Oberfrohna auf unserem Programm. Das Bürgerforum richtet sich aktiv und mit hohem Engagement gegen rechte Aktivitäten in der Stadt und besteht keineswegs nur aus jungen Menschen. Trotzdem muss das Forum immer wieder gegen teilweise erhebliche Widerstände in der Stadtverwaltung ankämpfen.  Es macht mich schon betroffen, dass das vom Bürgerforum initiierte Setzen von Stolpersteinen als Mahnmal und gegen das Vergessen der von Nazis ermordeten Bürger in Limbach-Oberfrohna kein offenes Ohr fand und deshalb bis heute nicht durchgeführt werden konnte.

Man kann den Mitgliedern des Bürgerforums nur hohen Respekt für ihre Arbeit zollen und ihnen viel Kraft und Stärke wünschen, denn die Aktivitäten von Rechts brauchen eine starke Gegenkraft.

Ich möchte mich bei allen, die den heutigen Tag vorbereitet und gestaltet haben, bei denen wir zu Gast sein durften, die uns viel Interessantes und Wissenswertes vermittelt und gezeigt haben, recht herzlich bedanken.