Grafiken und Technikpark

Jetzt, in der parlamentarischen Sommerpause ist es im Landtag etwas ruhiger, sodass ich  bereits vor geraumer Zeit gegebene Besuchsversprechen einlösen konnte. Ich fuhr ins Künstlerhaus Hohenossig nach Krostitz, wo in der Druckwerkstatt wunderbare Grafiken entstehen. Da dort gerade das alljährliche Druckgrafik-Symposium stattfindet, konnte ich hautnah miterleben, wie Kunst gemacht wird.

Herr Rössler, der Inhaber der Werkstatt, erklärte uns die verschiedenen Techniken – Kaltnadelradierung, Linolschnitt, Holzschnitt , Kupferstich, Aquatinta – und deren Besonderheiten sowie die einzelnen Arbeitsschritte, die vom Entwurf bis zur fertigen Druckgrafik notwendig sind.

Schritt für Schritt entsteht die fertige Druckgrafik

Anschließend hatte ich Gelegenheit, einigen Künstlerinnen und Künstlern über die Schulter zu schauen. Sie bekommen im vierwöchigen Druckgrafik-Symposium die Gelegenheit, verschiedene Materialien und Techniken auszuprobieren. Das Besondere dabei ist, dass Kost und Logis frei sind, vor allem aber die Materialien gestellt werden. Diese Möglichkeit, auch mal mit ungewöhnlichen Stoffen zu experimentieren, wird so sehr geschätzt, dass es jedes Jahr eine Vielzahl von Bewerbern gibt, aus denen dann eine immer wieder neu zusammengesetzte Jury fünf auswählt. Diese haben dann vier Wochen Zeit, ihre Vorstellungen umzusetzen, wobei sie vom Ehepaar Rössler (auch Frau Rössler ist Druckerin) tatkräftig und fachkundig unterstützt werden.

Arbeit in der Druckwerkstatt

Von der Werkstatt mit den zum Teil wirklich großen Druckmaschinen ging es am Nachmittag zu wahren Kolossen: in den Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland. Dort wurden wir vom Vereinsvorsitzenden Gerald Riedel empfangen, der uns die Geschichte des Braunkohletagebaus näherbrachte und uns die riesigen Geräte zeigte, mit denen die Kohle abgebaut wurde. Allein um den Bagger zu bedienen, waren 3-5 Leute nötig! Ergänzt wurden seine Ausführungen beim anschließenden Kaffeetrinken von einem weiteren Vereinsmitglied, das seinerzeit u.a. Schienen im Tagebau verlegt und repariert hat.

Natürlich war ich nicht nur gekommen, um mir Bergbau-Geschichten anzuhören, sondern ich wollte konkret wissen, ob Hilfe gebraucht wird und inwiefern die Politik helfen kann. Wie schon in der Druckwerkstatt wurde auch hier im Technik-Park die zurückgehende finanzielle Förderung beklagt, die immer wieder zu Unsicherheiten führt. Aber auch die Förderung von Arbeitsplätzen wäre für den Technik-Park wichtig. „Wir haben hier wirklich engagierte Leute, die dafür brennen, die den Park für die Besucher zu einem wirklichen Erlebnis machen. Aber wir müssen sie natürlich auch bezahlen können.“

Als Veranstaltungsort etabliert sich der Technik-Park langsam. Sicher auch, weil die Kulisse einfach einzigartig ist. Meine Aufgabe ist es nun, mit den verantwortlichen Menschen zu sprechen und sie beim Wort zu nehmen. Denn dieser Tag hat wieder eines gezeigt: es gibt jede Menge „ehrenamtliches Engagement“, zu dem die Staatsregierung nur zu gern aufruft. Doch auch das braucht Unterstützung!