Arzt-Patienten-Rechte

Am 26. Februar diesen Jahres trat das neue Patientenrechtegesetz in Kraft.

Welche Rechte haben nun Patienten? Welche Ärzte? Wird alles einfacher? Sicherer? Für wen? Diesen Fragen widmete sich gestern eine Veranstaltung, zu der von der Sächsischen Landesärztekammer, Kreisärztekammer Zwickau, eingeladen worden war.

Zunächst stellte Frau M. Kreibich, Fachanwältin für Medizinrecht, das Gesetz und seine wichtigsten Neuerungen vor. Zentrales Themen u.a.  Aufklärung des Patienten, Behandlungsfehler, Beweislastumkehr; Krankenkassen sollen (früher hieß es „können“) den Patienten mit Gutachten etc. bei Behandlungsfehlern unterstützen. Dass diese Verfahren in der Regel allerdings eher selten sind, belegt eine Zahl recht eindrucksvoll: bei einer Gesamtzahl von mehreren Millionen ärztlichen Behandlungen beträgt die nachgewiesene Ärztefehlerquote nur 0,0016%.

Ich war als Patientenvertreter geladen. Als solcher habe ich natürlich als Patient gesprochen und auch Fälle geschildert, die uns im VdK oft begegnen: dass Menschen Behandlungen nicht verstehen, Ärzte sagen, sie könnten bestimmte Medikamente nicht mehr verordnen, die Krankenkasse aber das Gegenteil sagt, Einsicht in Behandlungsunterlagen wird verwehrt,  … Die Verunsicherung wird dadurch auf beiden Seiten groß. Vertrauen, Verlässlichkeit darf nicht verloren gehen.

Herr Dr. med. Kobes, Chefarzt und Internist am Pleißenthalklinikum in Werdau richtete den Blick von Ärzteseite auf die Probleme und unterfütterte die Ausführungen der Juristin mit Beispielen aus der medizinischen Praxis. Weitere Probleme, die das Gesetz aufwirft, sind der bürokratische Aufwand und die Mehrkosten, die z.B. in großen Kliniken schon allein durch Kopien in den fünf- bis sechsstelligen Bereich laufen können. Außerdem steht die Frage im Raum, wieviel Aufklärung praktikabel und wieviel überhaupt vom Patienten gewünscht ist? Es wurde schnell deutlich, dass da sehr viel Fingerspitzengefühl und Kommunikation nötig ist.

Herr Dr. med. Hupfer, der die Veranstaltung moderierte, ergänzte diese Beispiele noch und leitete anschließend die wirklich interessante Diskussion, in denen die anwesenden Ärzte mit zahlreichen Beispielen aufwarten konnten, aber auch gezielt Fragen stellten. Am Ende stand vor allem eins: Patienten möchten, dass mit ihnen geredet wird und Ärzte möchten, dass ihnen gesetzliche Regelungen nicht noch mehr Bürokratie aufbürden, die ihnen die Zeiten für Gespräche noch weiter verkürzen. Und: ein Arzt darf sich auch mal beim Patienten entschuldigen …