Bildungstag in Markneukirchen

Kurz vor Ostern brachen wir zum Bildungstag nach Markneukirchen auf. Bei einer Ausstellungseröffnung im Landtag hatte ich mich mit Geigenbaumeister Stefan Rehms  verabredet, um etwas über die Entwicklung des Musikinstrumentenbau in den letzten 25 Jahren und über die Herstellung einer Violine zu erfahren.

Wir trafen uns im Gebäude des Musicon Valley e. V. Dort wurden wir sehr herzlich von Geschäftsführerin Simone von der Ohe begrüßt, die uns zunächst das Projekt vorstellte.

im Gespräch mit Geschäftsführerin Simone von der Ohe

Auf Erlebnisreisen können Kinder und Jugendliche, Rockbands, aber auch Streich- und Zupfmusiker oder Feuerwehrkapellen einen Blick in verschiedene Werkstätten des Instrumentenbaus werfen. In Workshops wird u. a. die richtige Pflege des eigenen Instrumentes vermittelt. Ziel des Vereins ist es, Markneukirchen als Musikwinkel (der er mal war) bekannter zu machen und noch weiter für den Tourismus zu öffnen. Darüber hinaus bietet der Verein aber auch Unterstützung für Hersteller und Aktive beim Stellen von Fördermittelanträgen an.

Stefan Rehms erklärt: Geigen werden schon immer mittels Knochenleim zusammengehalten

Vom Besuch der Musiker profitieren auch die Instrumentenbauer vor Ort, wie Stefan Rehms versichert. In der Schauwerkstatt gibt er Einblicke in den Geigenbau. Vom Holz über die „Schachtel“ bis zum fertigen Instrument erklärt er jeden einzelnen Schritt. Und manchmal lässt er einen auch selbst Hand anlegen.

mit winzigen Hobeln werden die Boden- und Deckplatten einer Geige ausgearbeitet

Besonders gefreut hat mich bei diesem Besuch, dass Frau von der Ohe mich bat, ihr Tipps in Sachen Schaffung von Barrierefreiheit in ihrem Haus zu geben.

Zum Mittagessen ging es in den Gasthof „Heiterer Blick“, leider durch eine hohe Stufe im Eingangsbereich und ein fehlendes Behinderten-WC nicht barrierefrei. Dafür war die Bedienung äußerst nett und aufmerksam und das Essen kann man nur empfehlen!

Das Musikinstrumentenmuseum war durch seinen gepflasterten Hof und einer Stufe vor dem Eingang eine weitere Herausforderung. Trotzdem war es interessant. Die Riesengeige und die Riesentuba sind in einem Nebengebäude untergebracht, das auch Rolli-Fahrer barrierefrei erreichen können.

im Musikinstrumentenmuseum

Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal kurz an der Vogtlandarena, um einen Blick auf die Sprungschanze zu werfen, bevor es zurück ging.

Ehrlich gesagt, ich bin beeindruckt wie sich die Leute, die wir heute getroffen haben, vor Ort ins Zeug legen. Und doch, es ist noch nicht jeder/ jedem vergönnt. Hier braucht es bessere – gerechtere – Bedingungen.