Landeskonferenz der Seniorinnen und Senioren in Dresden

Auf den 14. September 2015 hatte die Landtagsfraktion Die Linke zu einer Konferenz nach Dresden eingeladen, in der es um Altersbilder ging. „Altersbilder, so differenziert wie das Leben“

Mit 70 Gästen war der Tagungsraum der Fraktion sehr gut gefüllt.

Fraktionsvorsitzender Rico Gebhardt eröffnete die Konferenz und machte gleich zu Beginn deutlich, dass auch im Alter die Lebensentwürfe sehr differenziert sind.

Eröffnung durch Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender

Das  wurde mit den Referaten der Gastreferenten noch widergespiegelt. Aus dem Deutschen Bundestag, der Fraktion Die Linke äußerte sich kritisch Claudia Bähr, Referentin der Fraktion, zum 6. Altenbericht der Bundesregierung.

Als weitere Referentin stellte Elke Pohl, Leiterin der Regionalstelle Leipzig im Paritätischen Sachsen  als erstes fest, DAS Alter gibt es nicht. Es gibt Phasen des Alters, für die unsere Erwartungen an das Alter von Bedeutung sind. Was erwarte ich, was mache ich mit meiner Zeit und welche Konzepte habe ich für die Zeit des Rentenalters. Hierfür bedarf es neuer Muster der Verflechtung von Lernen, Arbeiten und Privatleben. Also, was man ein Leben lang nicht geübt hat, wird einem im Alter wohl nicht mehr einfallen.

v.l.n.r.: Horst Wehner, Susanne Scharper, Elke Pohl, Claudia Bähr

Dietmar Pellmann, langjähriger Sozialexperte der Linken, insbesondere auch in der Fraktion Die Linke bis zur 5. Legislatur, gab anschaulich wider, dass Altersbilder sozial determiniert und häufig auch von den materiellen Lebensbedingungen der Menschen geprägt sind. Armut setzt Schranken in der Gestaltung des Lebens, im Alter noch mehr verstärkt. Sie isoliert. Denn viele Seniorinnen und Senioren, denen Fürsorge-Leistungen zustünden nehmen diese aus Scham, aus falsch verstandenem Stolz gar nicht erst in Anspruch und versuchen sich über Minijobs und auch dem Sammeln von Pfandflaschen über Wasser zu halten.

Nach den Impulsreferaten und der sich anschließenden lebhaften Diskussion wurde deutlich: Altersbilder seien veränderbar, gestaltbar. Sie fänden ihre Grenzen in der jeweiligen aktuellen Gesundheit und noch mehr in den jeweiligen aktuell vorhandenen Finanzmitteln. Gleichzeitig gäbe es immer noch zu viele Hürden für Seniorinnen und Senioren, sich in den Kommunen selbstbestimmt einzubringen und ihre Lebensumwelt aktiv mitzugestalten.

v. l. n. r.: Horst Wehner, Susanne Scharper und Alexandra Wolf

An der Konferenz nahmen teil Aktive aus allen Landkreisen, verschiedener Parteien, Vereine und Verbände. Bemerkenswert: es  wurde nahezu übereinstimmend ein Gesetz gefordert, welches die Mitbestimmung von Seniorinnen und Senioren in der Kommunen regelt. Aktuell fehle eine solche verbindliche Regelung und es unterläge dem Willen der jeweiligen Kommune und ihren Entscheidungsträgern,  in welcher Art und Weise die Interessenvertretung für Seniorinnen und Senioren auf kommunaler Ebene geregelt würde.

Hier bestünde tatsächlich Handlungsbedarf.  Dem wird sich die Fraktion DIE LINKE  im Sächsischen Landtag stellen und  das vielfach geforderte Seniorenmitwirkungsgesetz schreiben und sich für dessen Verabschiedung im Parlament einsetzen.