Zu Gast bei der Meisterfeier der Handwerkskammer in Chemnitz

Am 19. September fand die Meisterfeier für 284 Jungmeister_innen des Jahrgangs 2015 statt. Der Präsident der Handwerkskammer, Dietmar Mothes dankte ihnen für die geleistet Arbeit, die einen Beitrag zur regionalen Entwicklung des Handwerks bedeutet. Dabei verwies er auch auf die Möglichkeiten für die berufliche Integration der derzeit ankommenden Vertriebenen durch Berufsausbildung der zukünftigen Meisterinnen und Meister.

Jungmeister bei der Meisterfeier in Chemnitz

Beeindruckend die Festrede von Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin, in der er die Bedeutung des Handwerks für die gesellschaftliche Entwicklung hervorhob. Den Akademisierungswahn kritisierend verwies er darauf, dass dort die Jugendarbeitslosigkeit am niedrigsten ist, wo das duale Ausbildungssystem einen entsprechend hohen Stellenwert hat. Im angelsächsischen System sind akademische Spitzenleistungen und Universitäten führend, haben allerdings den Nachteil, dass die Absolventen zum Schluss keinen Berufsabschluss haben. Anders beim Dualen System. Nida-Rümelin warnte davor, den Standortvorteil des Meisters und des dualen Systems der europäischen Politik zu opfern. Selbstkritisch schätzte er ein, dass der Wegfall des Meisterprivilegs von 2007 während seiner eigenen Regierungszeit ein großer Fehler war. Unterstützung erfuhren die Worte Nida-Rümlins durch die Jungmeister selbst, welche die Meisterfeier nutzten, um mit 6.000 Unterschriften zum Erhalt des Meisterprivilegs im Europäischen Einigungsprozess eine entsprechende Botschaft nach Brüssel zu schicken.
Ich kann dem ehemaligen Staatsminister da nur zustimmen. Bewährtes sollte, ja muss während dieses Europäischen Einigungsprozessen erhalten bleiben. Gleiches gilt auch für das Mitbestimmungssystem im Handwerk. Hier in Deutschland verstehen alle Partner der Wirtschaft das deutsche System als Qualitätsausweis, welches es zu verteidigen und zu erhalten gilt. Und hierzu gehören zweifelsohne auch die Gewerkschaft.

Ja zum Handwerk. Ja zum Meisterprivileg!

Ich kann nur hoffen, dass die Botschaft zum Erhalt des Meisterprivilegs bei den Verantwortlichen der Politik nicht ungehört verhallt. Meinen Beitrag dazu, dass dies nicht geschieht werde ich leisten – auch und gerade in meiner Funktion als Zweiter Vizepräsident des Sächsischen Landtags.