Was bedeutet für Dich der 3.Oktober?

Diese Frage stellte mir kürzlich die Redaktion der Kreiszeitung meines Kreisverbandes DIE LINKE. Zwickau.
Nun, es ist zuerst ein Tag im Kalender, am 3.10.1889 wurde Carl von Ossietzky geboren. Und ja, das ist auch der Tag, der vor 25 Jahren in Deutschland zum Nationalfeiertag bestimmt wurde, nachdem zuvor am 29. September der „Einigungsvertrag“ in Kraft trat. Die DDR wurde Geschichte und die damalige Bundesrepublik wurde um die „neuen Länder“ größer, reicher oder…?
Ich erinnere mich an chaotische Zustände, an Aufbruchsstimmung und Freude, aber auch an Sorgen „Was wird nun werden?“
Ich war Mitbegründer des Sozialverbandes VdK Sachsen e.V. und zuständig für die Rechtsvertretung unserer Mitglieder in den einschlägigen sozialrechtlichen Angelegenheiten. Vieles war neu, ja vieles war möglich geworden. Freud und Leid hatten eine neue Qualität. Die Kluft zwischen arm und reich begann größer zu werden.
Auch wenn ich nicht leugnen kann, dass sich seit 1990 für die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung vieles zum Positiven entwickelt und sich auch in Fragen der Barrierefreiheit in unseren Kommunen vieles getan hat, bleibt trotzdem noch einiges zu tun. Und es ärgert mich, dass man immer noch gebetsmühlenartig einfordern muss, die Vielfalt ist Normalität. Aber ich will mich ja noch weiter einbringen… das alles fällt mir ein, wenn ich über den 3. Oktober nachdenke.