„Soll der Mensch…

…den Menschen nie mehr
nach der Schlacht betrauern
muss auf dieser Erde eben
Frieden wie das eigene Leben
kostbar sein und dauern…

nach der Schlacht betrauern, muss auf dieser Erde eben, Frieden wie das eigene Leben, kostbar sein und dauern…“. Diese Zeilen eines Gedichts von Gisela Steineckert fielen mir ein, als ich von den Terrorattentaten in Paris am 13. November hörte. Und es brauchte keine hellseherischen Fähigkeiten um zu erahnen, wie lange es wohl dauern würde, bis die ersten Politiker von „Krieg gegen den Terror“, mehr Bombenangriffe auf den IS usw. reden würden.

Zwei Tage später wurde der Volkstrauertag begangen, ein so genannter stiller Gedenktag, der den Opfern des ersten und zweiten Weltkriegs und von Gewaltherrschaft gewidmet ist. Vielerorts, so auch im Deutschen Bundestag und im Sächsischen Landtag wurde er mit einer Gedenkveranstaltung begangen und natürlich spielten die Opfer der Terroranschläge in Paris eine nicht unwesentliche Rolle, deren Opfer zu diesem Anlass aber auch in den kommenden Plenarsitzungen gedacht wurden.

Ebenso schnell wie von Krieg und Waffen gegen den IS gesprochen wurde, gerieten die Geflüchteten aus Syrien, Irak usw. unter Generalverdacht. Dabei fliehen diese Menschen gerade vor diesem Terror des IS. Erinnert sei auch daran, dass in anderen Teilen der Welt, etwa in Israel, in Beirut und anderen Orten, Terroranschläge wie diese von Paris seit Jahren an der Tagesordnung sind.

Egal wo, egal wie nah oder fern solche Anschläge passieren, die Angst und die Trauer der Menschen sind überall gleich. Und wir wissen, Gewalt erzeugt immer neue Gewalt, Hass verursacht neuen Hass und alle Bomben, die weltweit in den Waffenarsenalen auf ihren todbringenden Einsatz warten, werden nicht zu mehr Frieden in der Welt beitragen.

Es ist schmerzlich zu erfahren, wie verletzbar Demokratie und Freiheit sind. Aber Freiheit und Demokratie sind ein hohes Gut. Und es bleibt dabei, dass wir den Geflüchteten mit Solidarität, mit Menschlichkeit begegnen und ihnen auch helfen, sich hier zurecht zu finden und die traumatischen Erlebnisse in  ihrer von Terror und Bürgerkrieg zerstörten Heimat zu verarbeiten. Bereiten wir ihnen eine gute Ankunft in unserem Land.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine besinnliche, eine gute, wärmende Adventszeit!