„Schulgesetznovellierung 2016“ – im Gespräch mit dem KreisSchülerRat Zwickau

Gern habe ich die Einladung des Kreisschülerrates Zwickau zu seiner 6. Vollversammlung am 3. März 2016 angenommen. Nach einem intensiven und konstruktiven Meinungsaustausch der Schülersprecher der 63 Schulen des Landkreises am Vormittag zum Thema der Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes waren am Nachmittag meine Landtagskollegen Sabine Friedel (SPD), Petra Zais (Grüne), Ines Saborowski-Richter (CDU), Uwe Wurlitzer (AfD) und ich in der Diskussion mit den Schülersprechern gefragt.

Die Landtagsabgeordneten Horst Wehner, Sabine Friedel, Petra Zais, Ines Saborowski-Richter und Uwe Wurlitzer, in der Mitte Moritz Natzschka, im Hintergrund die Mitglieder des Kreisschülerrates

Im Mittelpunkt standen die am Vormittag diskutierten Schwerpunkte zur Novellierung des Schulgesetzes. So wurde u. a. zum Thema Inklusion, Schulen und ländlicher Raum, Schulausstattung und Selbsbestimmung der Schulen diskutiert.

Spannend für mich die Debatte zur schnelleren und wirksameren Integration von Schüler der sogenannten DAZ (Deutsch als Zweitsprache). Die anwesenden Schülervertretungen waren sich einig dass es gelingen muss schneller vom bisherigen System: „Separieren-Teilintegrieren-Integrieren“ weg zu kommen. So kam u. a. der Vorschlag bereits vom ersten Tag an die Kinder und Jugendlichen in bestimmten Fächern die nicht notwendiger Weise die deutsche Sprache voraussetzen (z. B. Sport) gemeinsam in den Klassenverbänden zu unterrichten und aus den Reihen der DAZ-Klassen Klassensprecher in den Schülerrat zu entsenden, um unkompliziert auftretende Probleme aber auch Mitspracherecht lösen zu können. Da kann ich nur sagen: Klasse und weiter mitgedacht als mancher Politiker!

Als ein großes Problem wurde der Lehrermangel und die daraus resultierenden Stundenausfälle angesehen und junge Lehrer braucht das Land – darin waren sich die Schülersprecher einig! Ein klares Votum auch zum längeren gemeinsamen Lernen. Kritisiert wurden die zu vollgepackten Lehrpläne die immer neues Wissen anhäufen aber wenig zur Anwendungsfähigkeit von Wissen beitragen. Deshalb ihre Forderung: Lehrpläne sollten auf das Leben abgestimmt sein!

Na und wie kann es anders sein – eine Jugend, die in der digitalisierten Medienlandschaft zu Hause ist – wünscht sich natürlich auch Lehrerinnen und Lehrer, die mit den neuen Medien selbstbestimmt umgehen können.

Für mich ein interessanter Nachmittag. Ich habe Hochachtung vor allen anwesenden Schülersprecherinnen und Sprechern. Ich bin beeindruckt mit wie viel Engagement und Selbstbewusstsein sie sich mit dem Schulgesetz auseinandergesetzt und eigene Vorschläge uns mit auf dem Weg gegeben haben. Ich versichere diese mit in meine Fraktion zu nehmen und im Rahmen der weiteren parlamentarischen Diskussion aufzugreifen.

Herzlichen Dank an alle Anwesenden für ihre Aufgeschlossenheit und Diskussionsfreudigkeit vor allem aber an den Vorsitzenden des Kreisschülerrates Moritz Natzschka für seine souveräne Gesprächsführung und die wertvollen Hinweise für die weitere Diskussion.  Weiter so!