„Auf den Spuren der Barrierefreiheit“

führte es mich auf Einladung der Kommunalpolitischen Forum Sachsens und der Fraktion DIE LINKE am 28.04.2015 in die 4.400 Einwohner zählende Stadt Geringswalde.

Nach der Begrüßung und einer Einführung zur aktuellen Situation in der Stadt durch den parteilosen Bürgermeister Thomas Arnold und den beiden Mitgliedern der Stadtratsfraktion DIE LINKE Robert Sokolowski und Werner Stephan machten wir uns auf den Weg.

Von links nach rechts: Bürgermeister Thomas Arnold, die Stadträte der Fraktion DIE LINKE Werner Stephan, Robert Sobolewski, David Rausch

Leider gab es bereits an unserer ersten Station dem Rathaus keinen barrierefreien Zugang für mich. Aber eine Lösung ist in Sicht wie uns der Bürgermeister wissen ließ und wie wir uns überzeugen konnten.

Gegenwärtig wird die Situation so gehandhabt, dass betroffene Rollstuhlfahrer mit den jeweiligen Angestellten der Stadtverwaltung telefonisch einen Termin ausmachen an dem sie vor dem Gebäude ihre Unterlagen zur Bearbeitung abgeben können und diese dann bearbeitet auf die gleiche Weise abholen können. Bei schönem Wetter machbar – aber eine Lösung sollte unbedingt auf dem Weg gebracht werden.

Nicht nur bei der Gestaltung des Marktplatzes mit vom Denkmalschutz beauflagten Pflastersteinen wurde wieder einmal der Widerspruch zwischen Denkmalschutz und Barrierefreiheit deutlich.

Unsere nächste Station die Kellerbachbrücke war dann eher etwas nach dem Motto: „Gemacht aber nicht nachgedacht!

In Verantwortung des Landkreises wurde über den Kellerbach eine neue Brücke gebaut zu der es durch abgesenkte Bordsteinkante auch durchaus einen Aufgang gibt. Doch für jeden Rollstuhlfahrer währt die Freude nur kurz – etwa 2 Meter – dann endet der Fußweg mit einer nicht abgesenkten Kante in Höhe von 20 cm! Als Aussichtsplattform mit Blick auf das fließende Gewässer in Ordnung aber ansonsten für mich vollkommen unverständlich wie so etwas überhaupt genehmigt und gebaut werden konnte!

Auf der Brücke - weiter führt kein Weg!

Weiter ging es zum Freibad Geringswalde – kurz vor seiner Saisoneröffnung. Ein top sanierter Sanitärtrakt mit barrierefreien Umkleidekabinen und WC.

Der Zugang zu dem Schwimmbecken für Rollstuhlfahrer (ca. 50 Besuche pro Saison durch Rollstuhlfahrer) mit Unterstützung des hilfsbereiten Bademeisters über einen gesonderten Eingang machbar aber beschwerlich.

Im Freibad - gemeinsam mit dem Bürgermeister Thomas Arnold, Werner Stephan und Robert Sokolowski

Dennoch für diese Kleinstadt ein mit Liebe und Engagement gestaltete Einrichtung an der in den Sommermonaten die Besucher viel Freude haben.

Weiter geht es am großen Stadtteich vorbei mit einem zum großen Teil barrierefrei gestalteten Fußweg – bei dem zu hoffen bleibt das auch der Rest noch umgestaltet wird – führt uns der Weg zur Bushaltestelle die dringend verändert werden muss.

An der Bushaltestelle

Zurück zum Rathaus dem Ausgangspunkt unseres Rundganges bleibt mir festzustellen: ich bin auf einen aufgeschlossenen Bürgermeister und eine engagierte Fraktion DIE LINKE getroffen.

Nicht alles hinsichtlich der Barrierefreiheit ist sofort zu lösen – aber es gibt gute Ansatzpunkte und ein lösungsorientiertes Herangehen an die Aufgabenstellung. Ich bin guter Dinge das bei meinem nächsten Besuch sich einiges verbessert haben wird. Die Bereitschaft dies zu tun ist gegeben.

Mein  Dank gilt allen, die mich an diesem Tag begleitet haben, und ich wünsche sowohl dem Bürgermeister als auch allen Fraktionen im Stadtrat viel Erfolg in ihrer weiteren Arbeit vor allem natürlich bei der Schaffung eines barrierefreien Geringswalde.