Behindern verhindern – Zeit für barrierefreies Handeln

So lautet der Titel der Kampagne, für die Staatsministerin Barbara Klepsch am 18. August 2018 eine Präsentationsveranstaltung gab. Die Kampagne ist dabei Teil des Aktionsplans der Staatsregierung um in Sachsen die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und so allen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben zu gewährleisten. Über 400 000 Menschen mit Beeinträchtigungen leben in Sachsen und sind täglich damit konfrontiert, Barrieren verschiedenster Art überwinden zu müssen. Das soll, das muss sich ändern. Dabei ist meine Sicht geprägt durch die Erfahrung, plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Das Motiv, das mich antreibt, ist die selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Geht nicht gibt es nicht! Wichtig sind für mich eigene Erlebnisse als aktiver Rollstuhltänzer, auch in vielen Wettkämpfen – Sport macht nicht nur gesund, sondern auch glücklich! Nicht zu vergessen meine Beteiligung am Traumkonzert Chemnitz (Engagement, Liebe und Lebensfreude der Teilnehmer).

Die BotschafterInnen der Kampagne

Mein tägliches Bemühen gilt einer Barrierefreiheit, die kein Wunschtraum ist! Es geht um den Weg der kleinen Schritte in Richtung zur Barrierefreiheit und die ständige Aufforderung diesen mitzugehen. Es ist leicht, von anderen etwas zu fordern. Von sich selbst etwas zu fordern, ist ungleich schwieriger. Der Aktionsplan der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist wichtig, weil er Maßnahmen für die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft im Freistaat Sachsen festlegt und dazu beiträgt, dass Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen oder/und Sinnesbeeinträchtigungen ihre Menschenrechte wahrnehmen können.

Auch ich habe vielfältige Erlebnisse eingeschränkter Mobilität hinter mir. Als Landtagsvizepräsident nehme ich viele Termine wahr und reise viel durch das Land. Erlebnisse, bei denen man als Rollstuhlfahrer nicht weiterkommt, gibt es da häufig. Ich beteilige mich an dieser Kampagne, weil sie eine gute Möglichkeit bietet, noch bestehende Barrieren abzubauen, damit alle gleichberechtigt am Leben teilnehmen können.

Hindernisparkour beim Kampagnenstart

Ich freue mich sehr, dass neben mir ein weiterer LINKER als Botschafter für diese Kampagne erwählt wurden. Uwe Adamczyk, früherer Abgeordneter meiner Fraktion und Vorsitzender des Kreisverbandes Zwickau des VdK vertritt als Botschafter jene, die ohne Arme zurechtkommen müssen ganz nach dem Motto: „Ohne Hände den Stier bei den Hörnern packen!“ Die weiteren Botschafter und ihre Statements finden sich auf der Kampagnenseite.

Zum Kampagnenstart gab die Möglichkeit, selber zum Beispiel im Rollstuhl einen Hindernisparkour zu bewältigen, was nicht nur für ungeübte eine Herausforderung war. Es freut mich, dass sich auch Staatsministerin Klepsch dieser Herausforderung stellte und so einen kleinen Einblick darin gewinnen konnte, welche Herausforderungen unterschiedliche Untergründe für Rollstuhlfahrer bedeuten.

Staatsministerin Klepsch mit dem Rolli auf dem Hindernisparkour

Ich hoffe und wünsche mir eine breite  Öffentlichkeit und eine breite Sensibilisierung für das Thema der Barrierefreiheit und der Inklusion im täglichen Leben und in allen Lebensbereichen. Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, nochmals auf die seit Jahresbeginne laufende Kampagne des VdK „Weg mit den Barrieren“ zu verweisen. Auch hier können immer noch Barrieren im Wohn- und Arbeitsumfeld eingetragen werden und so für mehr Sichtbarkeit eben dieser Barrieren erreicht werden.