Die Richard – Wagner – Stätten Graupa

„…Gott sei Lob, ich bin auf dem Lande … in der reizendsten Gegend von der Sächsischen Schweiz und fange wieder an, als Mensch und Künstler aufzuatmen…“

So schrieb es Richard Wagner während seines Aufenthaltes in Graupa von Mitte Mai bis Ende Juli 1846 an einen Berliner Freund. In dieser Zeit entstand auch der Entstehungsentwurf seiner Oper Lohengrin. In Erinnerung daran regte 1907 der Leipziger Gymnasiallehrer Max Gaßmeyer an, im ehemaligen Schäferschen Gut, dem heutigen Lohengrinhaus, ein Gedenkzimmer zu gestalten. Damit war der Grundstein für die heutige Richard – Wagner –  Stätte Graupa gelegt.

historische Einrichtung im Museum

Erstmalige Erwähnung fand der Ort 1350 als „Grup“ und wurde ab 1401 als Graupa geführt, ein Vorwerk mit Schäferei, Fischzucht und Weingarten. Seit 1547 ist ein Rittergut nachweisbar. Nach vielfältiger Geschichte gelangte der Besitz in kurfürstliche Hand. Es entstand das Jagdschloss als barocke Anlage, die nach Abdankung des Sächsischen König 1918 Eigentum des Freistaates Sachsen wurde. Über die Jahre unterlag das Jagdschloss vielfältiger Nutzung bis 2016 der Stadtrat Graupa die Schaffung der Richard-Wagner-Stätten Graupa beschloss. Dabei sollte das Jagdschloss ausdrücklich mit einbezogen werden. Im Vorfeld des 200. Geburtstages von Richard Wagner wurde das Jagdschloss aufwendig saniert und dann war es soweit. Im Januar 2013 eröffnete eine neu und wesentlich umfangreichere Dauerausstellung im Jagdschloss, für deren Gestaltung Kurator Michael Hurshell verantwortlich zeichnet. In sechs verschiedenen Museumsräumen erfährt der Besucher eine ganze Menge über Wagners Lebens- und Schaffensweg in Sachsen bis 1850. Dabei sorgen die audiovisuellen und Multimedialen Gestaltungsansätze für ein besonderes Museumserlebnis, welches sich von anderen Museen deutlich unterscheidet.

Neben dem Museum bietet die Richard – Wagner – Stätte Graupa auch Raum für vielfältige Veranstaltungen angefangen von der Museumsnacht, Konzerte und Vorträge bis hin zum Silvesterkonzert mit Buffet. Besonderes Highlight ist zweifelsfrei die Möglichkeit, Trauungen oder Hochzeitsfeiern und andere Feierlichkeiten vor barocker Kulisse durchzuführen.

Der Konzertsaal

Bei meinem Besuch, in Begleitung von Katja Mieth (Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen), Christian Schmidt-Doll (Geschäftsführer  der Touristik Marketing Gesellschaft Pirna) und Dr. Christian Mühne (wissenschaftl. Mitarbeiter der Wagner Stätten), hatte ich Gelegenheit, mich selbst von diesem einzigartigen Museumskonzert zu überzeugen. Ein Besuch an dieser historischen Stätte lohnt sich, nicht nur für Liebhaber Wagners Musik.