„Im Alter würdig leben!“

Im Rahmen der LandesseniorInnenkonferenz der LINKEN Sachsen am 26.09.2016 konnten wir als Landtagsfraktion erstmals unsere noch druckfrischen „Seniorenpolitischen Leitlinien der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag“ vorstellen.

Blick auf den Tagungsraum

Alter ist für uns ein Lebensabschnitt mit eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen an dessen Mitgestaltung Seniorinnen und Senioren aktiv teilhaben sollen und nicht nur eine Frage der Kosten, Pflege und Rente.

Und für uns ist das fortgeschrittene Lebensalter ein natürlicher und aktiver Lebensabschnitt mit dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde und frei von Diskriminierung.

2014 lebten in Sachsen knapp 4,1 Millionen Einwohner – laut Bevölkerungsprognose wird der Freistaat im Jahr 2030 noch zwischen 3,9 und 4 Millionen Einwohner haben. Dieser Rückgang der Gesamteinwohnerzahl wird von einer fortgesetzten Alterung der Bevölkerung begleitet.

Das Durchschnittalter – als Indikator für die Alterung der Bevölkerung – wird von derzeit 46,6 Jahren auf 48,1 Jahre im Jahr 2030 steigen.

Mit einem Seniorenanteil von 26,01 Prozent ist Sachsen inzwischen das Bundesland mit der ältesten Bevölkerung in Deutschland. Zum Vergleich vor 15 Jahren lag dieser Anteil noch bei 19 Prozent.

Daraus wird deutlich, dass sich Sachsen früher als andere Bundesländer auf den demografischen Wandel einstellen muss.

Der Freistaat hat schon heute sowohl die Bevölkerung mit dem höchsten Altersdurchschnitt als auch den höchsten Anteil von Menschen im Alter von über 65 Jahren. Das hat viele Ursachen die in den letzten 26 Jahren vor allem in der Politik der CDU in Sachsen begründet liegen. Fehlende Arbeitsplätze, Wegzug vor allem junger Menschen, schrumpfende Städte und Gemeinden sind nur einige der Ursachen.

Wir als LINKE setzen uns dafür ein sich endlich kreativ auf diese Veränderungen einzustellen und ein Umdenken in der Seniorenpolitik einzuleiten.

Unsere Gesellschaft braucht ein neues verändertes Altersbild – eines das genau so differenziert wie unser Leben ist. Es liegt doch auf der Hand: Die Seniorinnen und Senioren sind keine homogene Gruppe, sondern eine Altersgruppe mit besonders heterogenen Charakter.

Sie zeichnen sich aus durch arm, reich, alt hochbetagt, gesund, pflegebedürftig; es sind Ehepaar, Alleinstehende, Menschen aus Stadt und Land, Ost und West – jeweils mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen.

Wir wehren uns dagegen das Alter lediglich als Defizit und Makel zu kennzeichnen und es automatisch mit Rente, Gesundheit und Pflege zu verbinden.

Im Vordergrund stehen für uns die Erfahrungen unseren Seniorinnen und Senioren und deren aktive Mitbestimmung wenn es um ihre ureigenen Interessen geht.

Der Personenkreis der Seniorinnen und Senioren besteht heute aus zwei Generationen: Die Generation der 60 bis 85- jährigen sowie der Hochbetagten ab dem Alter von 85 Jahren. Die sogenannten jungen Alten – also die 60 bis 85-Jährigen bilden die größere Gruppe. Sie sind heute in der Regel gesund, aktiv, mobil und produktiv wie nie zuvor in der Geschichte.

Ihre Potentiale ungenutzt zu lassen, ihre Mitwirkung in Familie, Gesellschaft oder ihre Mitbestimmung in der Politik zu verhindern würde eine vergebene Chance für die gelingende Zukunft in unserem Freistaat bedeuten.

Als einen Schritt dazu sehen wir unsere Seniorenpolitischen Leitlinien der Landtagsfraktion DIE LINKE an.

Natürlich ging es in der LandesseniorInnenkonferenz nicht nur um unsere Seniorenpolitischen Leitlinien.

Zu Beginn der Tagung würdigte die Landesgeschäftsführerin der LINKEN Sachsen Antje Feiks die Arbeit unserer älteren Genossinnen und Genossen innerhalb und außerhalb der Partei. Und sie verwies darauf dass besonders ihre Erfahrungen wertvoll und geschätzt sind.

Das Mitglied des Deutschen Bundestages Jörn Wunderlich sprach in der Diskussion zu dem immer noch nicht vorhandenen 7. Altenbericht der Bundesregierung und die daraus resultierende „Nicht“-Wertschätzung unserer Seniorinnen und Senioren.

Das Mitglied des Deutschen Bundestages Jörn Wunderlich bei seinem Vortrag - im Präsidium von links nach rechts - Marina Salzwedel, Heidi Lüth und Antje Feiks

Heidemarie Lüth hielt den Tätigkeitsbericht des Sprecherrates der LAG Seniorinnen und Senioren und berichtete über die umfangreichen Aktivitäten der LAG sowie über die kommenden Anforderungen in der SeniorInnenarbeit. Vor allem forderte sie mehr an konkreter Arbeit in den Kommunen – hier gilt es auch von Seiten der LINKEN stärker zuzulegen.

Zum Abschluss erfolgte die Wahl der Delegierten zum Landesparteitag und des Landesrates. Allen gewählten wünsche ich viel Erfolg in ihrer Arbeit.

Mein Dank gilt den Mitgliedern des Sprecherrates und vor allem Heidemarie Lüth für ihre Unterstützung zu den Seniorenpolitischen Leitlinien.

Vielen Dank den Mitarbeitern der Fraktion Hans-Jürgen Muskulus, Dr. Martina Große, Kevin Reißig, Carola Wähler und Dieter Ringe – die alle bei der Erstellung der Leitlinien auf unterschiedliche Weise mitgewirkt haben.

Dank auch an Marina Salzwedel und Dr. Silvia Wirth sowie Jörn Wunderlich für ihre Unterstützung.

Gern hätte ich persönlich teilgenommen aber ein kurzfristiger technischer Defekt des Fahrtstuhles im Tagungsgebäude verhinderte meine Teilnahme.

Mein Wunsch ist mit den Seniorenpolitischen Leitlinien eine weitere breite öffentliche Diskussion anzustoßen und freue mich natürlich über weitere und neue Anregungen.