Landesverband Niere e.V. – seit 25 Jahren aktiv

Den wenigsten ist bewusst, welche Schwerstarbeit unsere Nieren tagtäglich leisten müssen. Sie tun ihre Pflicht, ganz gleich was wir ihr zumuten, ob wir zu wenig trinken – was die Entstehung von Nierensteinen begünstigt –  oder uns nicht warm genug anziehen – was schmerzhafte Harnwegs- und Nierenbeckenentzündungen hervorrufen kann –  oder ob wie ohne Nierenschutz Motorrad fahren – wir nehmen es kaum wahr und werden erst dann an sie erinnert, wenn sie nicht richtig funktionieren, Probleme und Schmerzen bereiten. Im günstigsten Fall ist es mit der Gabe von Antibiotika und anderen Mittelchen getan. Im schlimmsten Fall drohen Dialyse und Transplantation. Beide lebensrettende Maßnahmen verändern gleichzeitig das Leben wesentlich. Insbesondere die Dialyse bringt Einschnitte ins gewohnte Leben mit sich, muss man doch mehrfach in der Woche zur mehrstündigen Behandlung ins Krankenhaus oder eine entsprechende Arztpraxis. Hier den Betroffenen und Angehörigen Hilfestellung zu geben, aber auch schon frühzeitig aufzuklären, hat sich der Verein Sächsischen Landesverband Niere e. V., formals Dialyse Verband Sachsen e. V. auf die Fahnen geschrieben, der in diesem Jahr ebenfalls sein 25jähriges Bestehen feiert.

Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es gut einen Ansprechpartner jenseits der behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu haben, Menschen die eigene Erfahrungen gemacht haben und so ganz anders auf Fragen und Ängste eingehen können. Einsatz und Engagement der Vereinsmitglieder können gar nicht hoch genug bewertet werden, was auch das Staatsministerium für Soziales so sah und die Vorsitzende des Vereins, Annegret Bresch, und kürzlich ein weiteres Mitglied des Vereinsvorstandes mit der Annen-Medaille auszeichnete. Herzlichen Glückwunsch!

Auf der Jubiläumsfeier, deren Gast ich sein durfte, wurden auch auf ein paar statistische Zahlen hingewiesen, die mich nachdenklich stimmten. Deutschlandweit gab es  über 83.494 Dialysepatienten. 7.858 von ihnen befanden sich 2015 auf der Warteliste für eine neue Niere. Im Mai 2016 waren es schon 7.741. Die Zahlen zeigen: Es gibt weit mehr Menschen, die auf eine neue Niere warten als zur Verfügung stehen.

Für die Transplantation kommen die Organe Verstorbener in Frage, soweit diese einen Organspenderausweis hatten oder Angehörige ihr Einverständnis zur Organentnahme geben. Diese Frage wird den Hinterbliebenen noch am Sterbebett gestellt, was für diese eine zusätzliche Belastung ist. Diese Entscheidung können wir unseren Angehörigen abnehmen, in dem wir uns über Organspende informieren und dann ganz bewusst unsere Entscheidung für oder gegen eine Organspende im Todesfall treffen. Beides kann auf dem Organspenderausweis vermerkt werden und auch, wenn man seine Zustimmung nur für bestimmte Organe geben möchte. Organspende rettet Leben und auch wir selbst können jederzeit in die  Situation kommen, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Also bitte, liebe Leserin, lieber Leser, informieren Sie sich und entscheiden Sie sich – wenn möglich – für eine Organspende.