Zum 15. Mal „Innovationspreis Weiterbildung“

Bereits zum 15. Mal vergab der Freistaat Sachsen den „Innovationspreis Weiterbildung“, der insgesamt mit 40.000 Euro dotiert ist. Mit dem Preis werden besondere Innovationen in der allgemeinen, beruflichen, wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Weiterbildung ausgezeichnet und besondere Ideen oder Projekte, die sich von der üblichen Praxis unterscheiden, ausgezeichnet. Alle juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts, die in Sachsen ihren Firmensitz haben und in der Weiterbildung tätig sind, können sich um diesen Preis bewerben.

in der Ausstellung

In diesem Jahr fand die Preisverleihung in der Außenstelle der BStU Leipzig statt. Doch vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung gab es für alle Teilnehmenden eine ausführliche Führung durch das Gebäude der BsStU-Außenstelle Leipzig. Und an dieser Stelle sei mir gestattet, einen Besuch herzlich zu empfehlen.

Unter 15 Bewerbern musste das Staatministerium für Kultur entscheiden, wer nun die Preisträger 2016 sein soll. Wie immer fiel diese Entscheidung unter den vielfältigen eingereichten Projekten nicht leicht. Letztendlich wurden vier Preisträger ermittelt, die ich im Folgenden kurz vorstellen möchte.

Der erste Preis mit einem Preisgeld von 14.000 Euro ging an die VDI-GaraGe gGmbH Leipzig für ihr Projekt „Technikerwelten: ein neues, interaktives und adaptierbares Konzept für die Bildung mit Zukunft“.  Ziel des Projekts ist eine aktuelle und gleichzeitig zukunftsorientierte technische Bildung und Berufsorientierung, die dem Zeitalter Industrie 4.0 gerecht wird. Zielgruppe sind Jugendliche verschiedener Schularten ebenso wie Lehr- und Fachkräfte. Der modulare Aufbau bietet vielfältige Möglichkeiten, Technik, Berufe im Ingenieur- und Technikbereich sowie Unternehmensabläufe kennenzulernen. Gleichzeitig wird eine Verknüpfung von anspruchsvoller, außerschulischer, technischer Bildung mit Berufsorientierung erreicht.

Der zweite Preis mit 10.000 Euro geht an die Professur für Geschichtsdidaktik der Universität Leipzig mit dem Projekt „App Zeitfenster. Friedliche Revolution Leipzig“. Mit diesem geht es via Zeitreise zurück ins Jahr 1989. Via Zeitfenster kann man an 25 Orten in Leipzig auf dem Smartphone Fotografien abrufen und sehen, wie es 1989 dort aussah. Dazu gibt es 300 originale Datenquellen, die abrufbar sind und zum Stöbern einladen. Intuitive Bedienoberfläche und die integrierte Navigationsfunktion macht die App besonders benutzerfreundlich, zumal diese auch offline genutzt werden kann. Ein interessantes Projekt, welches Leipzig-Besuchern ans Herz gelegt sei.

Für den dritten Platz gibt es zwei Preisträger, die jeweils 8.000 Euro erhielten. Das ist zunächst das LIWF-Leipziger Institut für angewandte Weiterbildungsforschung e. V. mit dem Projekt „Logbuch Generationswechsel“. Grundlage für das Projekt ist die Wirtschaftslandschaft Sachsens, die Altersstruktur der Führungskräfte in Unternehmen sowie die landesweite demografische Entwicklung. Es richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die erfahrungsgemäß zunehmend Probleme haben einen Nachfolger für die Unternehmensleistung zu finden. Hier setzt das Projekt an und gibt Anregungen und Unterstützung, um die Unternehmensnachfolge möglichst früh in Angriff zu nehmen. So soll der Generationswechsel mehr Chance als Risiko für das Unternehmen werden und mögliche Nachfolger mit verschiedenen Qualifizierungsmöglichkeiten auf die zukünftige Ausgabe vorbereitet werden.

Der zweite Preisträger auf dem dritten Platz ging an die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG) mit dem Projekt „HZDR Technikerakademie – Aus der Praxis in die Praxis“. Gemeinsam mit dem Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf e. V. (HDZR) entwickelte die SBG die HZDR Technikerakademie und gibt damit der fachspezifischen und fachübergreifenden Weiterbildung jener Mitarbeiter eine besondere Bedeutung, wissenschaftsunterstützend technisch arbeiten. Das bedeutet für rund 200 Mitarbeiter des HZDR eine speziell entwickelte Weiterbildung, die Elemente der arbeitsplatzbezogenen Fachkunde berücksichtigt, fachübergreifende Angebote bündelt und anhand verschiedener Arbeitsformen modern präsentiert. So sollen vorhandene Potentiale besser genutzt und mittels der Kooperation innerhalb des HZDR auch die Innen- und Außenwirkung verbessert werden. Auch dies also ein interessantes Projekt, welches den Mitarbeitern und Unternehmen gleichermaßen zu Gute kommt.

Es ist schon interessant, welche Kreativität bei der Entwicklung von Bildungsangeboten verschiedenster Art vorhanden ist und welch interessante und vielfältige Angebote daraus entstehen. Diese werden helfen, auch zukünftig unsere sächsische Wirtschaft voranzubringen und die dafür nötigen Fachkräfte aus- und weiterzubilden. Die Preisträger stehen dafür stellvertretend für viele andere und auch nicht nur für jene, die sich um den Innovationspreis beworben haben. Ihnen allen, Bewerbern und Preisträgern und allen anderen, die sich jeden Tag um Bildung und Weiterbildung auf den verschiedensten Bereichen bemühen und engagieren, wünsche ich weiterhin alles Gute und viele kreative Ideen, die den Erfordernissen der modernen Gesellschaft und Wirtschaftsentwicklung einerseits Rechnung tragen und gleichzeitig Lehrende wie Lernende gleichermaßen befähigt, ihre vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen und zu erweitern.