Fröhliche Weihnacht überall – überall?

Bereits im Frühjahr war die Idee entstanden, die Einladung zum Jahresauftakt im politiKKontor in Kirchberg nicht nur auf den herkömmlichen Wegen öffentlich zu machen sondern am Nikolaustag zusammen mit einer kleinen süßen Aufmerksamkeit unter die Leute zu bringen. Gesagt, geplant und auf den Wochenmärkten in Kirchberg und Wilkau-Haßlau umgesetzt und dabei die Frage, wie wird die Aktion wohl aufgenommen.

Bei der Verteilung

Die Reaktionen waren unterschiedlich. Einige ganz wenige wollten die Aufmerksamkeit nicht annehmen, auch ihnen galt natürlich unser Wunsch für eine besinnliche Adventszeit. Mit einigen entspann sich ein intensives Gespräch zur aktuellen Politik. Doch die Mehrheit war einfach total überrascht und schaute uns ungläubig an. Wie bekamen Sätze wie „das hab ich ja noch nie erlebt“ oder „wie komme ich denn dazu“ zu hören. Die Überraschung war gelungen und brachte Augen zum Strahlen und ein Lächeln auf die Lippen der Menschen. Doch es gab auch die nachdenklichen Momente. Etwa die Seniorin die sich freute, so doch noch eine Kleinigkeit zum Nikolaus für den Enkel zu haben. Oder die Seniorin, die in wenigen Worten ihre Geschichte schilderte und damit berührt und nachdenklich macht.

Vorder- und Rückansicht unserer kleinen Aufmerksamkeit

Die alte Dame hatte völlig ungläubig auf die Überraschung geschaut und gestammelt: wie komm ich denn dazu? Schließlich nahm sie die kleine Aufmerksamkeit an und es verging ein wenig Zeit – ein oder zwei Minuten vielleicht. Dann kam sie uns nach und hielt uns zurück und bedankte sich noch einmal. Sie erzählte, dass sie schon lange keine Geschenke mehr bekommen habe. Der Mann sei viele Jahre Tod, die Kinder berufsbedingt weit weggezogen. Die Gesundheit sei auch nicht mehr zum Besten und so käme sie kaum noch raus, im Winter noch weniger. Und Besuche der Kinder gäbe es nicht. Sie verdienen zu wenig für die Reise und Hotel, denn ihre Wohnung sei zu klein für Übernachtungsgäste. Nach einer kleinen Pause bedankte sie sich nochmals und meinte: Werden Sie bloß nicht alt. Das Alter macht krank und einsam!
Wie vielen mag es wohl ähnlich gehen wie dieser alten Dame? Wie viele, egal ob jung oder alt, sitzen allein zu Hause in Gedanken bei Angehörigen, die nicht mehr da sind oder weit weg wohnen? Wie viele werden auch in diesem Jahr alleine Weihnachten feiern, weil der Partner nicht mehr lebt, Freunde und Familie weit weg sind oder der Kontakt einfach nicht mehr besteht? Sie alle vermissen nicht teure Geschenke, wie uns die Werbeindustrie mit ihren Angeboten für die neusten Computerspiele oder teure Unterhaltungstechnik suggerieren will. Sie vermissen die Menschen, die ihnen im Herzen wichtig sind. Sie vermissen, dass mal jemand fragt wie es geht oder – auch aus der Ferne – mit kleinen Gesten zeigen, dass man an sie denkt. Ein Foto, vielleicht gerahmt, selbstgebackene Plätzchen oder auch die Lieblingspralinen vermag bei anderen, egal ob räumlich nah oder weit entfernt, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Wir alle kennen den einen oder anderen Menschen in unserer Nachbarschaft, der allein ist – gerade in der Weihnachtszeit. Wie wäre es mit einem freundlichen Gruß zu den Feiertagen, einer kleinen Aufmerksamkeit persönlich überbracht oder auch an der Tür hinterlassen? Eine kleine Aufmerksamkeit, die ein Lächeln zurückbringt und in dieser kalten Zeit ein wenig Wärme verbreitet.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine besinnliche Adventzeit!