„…alle Menschen werden Brüder…“

So heißt es in der Ode an die Freude, Schlusschoral der 9. Sinfonie von Beethoven, die traditionell vielerorts zum Jahreswechsel gespielt wird. In Gedanken füge ich „… und Schwestern“ an und hoffe, wie jedes Jahr, auf eine friedlichere Welt. Doch noch in der Silvesternacht wird dieser Wunsch, diese Hoffnung zerstört mit dem Anschlag in Ankara, der über 35 Todesopfer forderte. Es macht mich traurig und auch wütend, dass das neue Jahr erneut mit Gewalt und mit Opfern beginnt.

Was ich mir für 2017 wünsche? Ich wünsche mir, dass wir einander eine Chance geben uns kennenzulernen. Ich wünsche mir mehr Respekt vor- und Verständnis füreinander gleich ob mit oder ohne Beeinträchtigungen, gleich welcher Religion oder nationaler Herkunft, gleich ob arm oder reich. Ich wünsche mir, dass wir Meinungsverschiedenheiten auf der Sachebene austragen und nicht beleidigend, ja verletzend werden. Ich wünsche, dass wir Vorurteile abbauen und lernen, einander offen und  unvoreingenommen zu begegnen.

Wenn das gelingt, bleiben die Zeilen aus Schillers „Ode an die Freude“ vielleicht nicht nur ein Wunsch: „… alle Menschen werden Brüder…“. In diesem Sinne wünsche ich uns allen mehr Freude als Verdruss und Ängste in diesem Jahr 2017!

Ja, das geschieht nicht im Selbstlauf! Wir müssen uns kümmern!