Bundesweiter Berufswettbewerb der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ mit drei Erstplatzierten aus Sachsen

Seit 1951 werden alljährlich die besten Gesellinnen und Gesellen eines Jahrgangs im Deutschen Handwerk gekürt und ausgezeichnet. Seit Anfang der 1990er Jahre sind auch junge Handwerkerinnen und Handwerker aus dem Osten Deutschlands mit am Start. Teilnehmen an diesem bundesweiten Berufswettbewerb können alle, die ihre Gesellenprüfung mindestens mit „gut“ bestanden haben. Darüber hinaus werden Arbeitsproben und Gesellenprüfungsarbeiten bewertet.

Foto:Wolfgang Schmidt/e-mail: aktuell-sachsen@t-online.de

Am 27. Januar  fand nun in Freiberg die diesjährige Ehrung der jungen Handwerkerinnen und Handwerker aus Sachsen statt, die beim bundesweiten Berufswettbewerb des Jahrgangs 2016 den ersten Platz erreicht hatten. An der Feierstunde für die sächsischen TeilnehmerInnen in Freiberg nahmen auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil. Mehr als 200 junge Menschen hatten an den ursprünglichen Regionalwettbewerben im Freistaat teilgenommen, 50 von ihnen qualifizierten sich für die Teilnahme am Endausscheid. Für jeden Beruf bzw. jede Branche erhielten die bestplatzierten Teilnehmerinne und Teilnehmer am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks – „Profis leisten was“ neben einem Wertgutschein über 200 bzw. 500 Euro auch Blumen und Urkunden.

Höhepunkt der Feierstunde war zweifelsohne die Festrede, die so gar nichts mit den sonst üblichen Festreden gemein hatte. Doch gerade das machte sie so besonders.  In einem Interview erzählte Didier Grams, Dachdecker und begeisterter Motorrad-Rennsportler aus Limbach-Oberfrohna, mehr über sein Leben und seine nicht alltägliche Sportlerkarriere. Er verwies dabei auf eine Gemeinsamkeit zwischen dem Sport und dem Berufswettbewerb: Hohe Ziele können nur mit Ehrgeiz, Können und Ausdauer erreicht werden. Dass die jungen Handwerkerinnen und Handwerker dies haben, beweist ihr großartiges Abschneiden beim bundesweiten Berufswettbewerb. Sie mögen sich diese Eigenschaften auch im weiteren Berufsleben bewahren, gab Didier Grams den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern mit auf den Weg.

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Weitere Gratulanten waren der Präsident des Sächsischen Handwerks, Roland Ermer und das Beiratsmitglied der „Stiftung zur Förderung der Berufsbildung und Innovation im sächsischen Handwerk“, Dr. Jörg Dittrich. Beide machten deutlich, dass der Erfolg der drei aus Sachsen stammenden Erstplatzierten ohne ihre Ausbilder und Lehrmeister in den Betrieben und Berufsschuleinrichtungen nicht möglich gewesen wäre. Die bestplazierten sächsischen Junghandwerker sind die Hörgeräteakustikerin Sarah Böhm von der pro optik Augenoptik Fachgeschäft GmbH Zschopau, der Metallbauer (Fachrichtung Nutzfahrzeugbau) Maximilian Jähnig von der Willig Fahrzeugbau GmbH Mühlau aus dem Kammerbezirk Chemnitz sowie die Uhrmacherin Lisa Holstein von der Gerhard D. Wempe KG Glashütte aus dem Kammerbezirk Dresden. Herzlichen Glückwunsch.

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Handwerk hat goldenen Boden, heißt es. Dennoch haben gerade Handwerksbetriebe immer wieder Schwierigkeiten Lehrlinge zu finden. Vielleicht liegt es auch an der allgemeinen Wertschätzung in unserer Gesellschaft gegenüber Handwerkern. Sind wir bereit, für die Leistung der Fachleute angemessene Preise zu zahlen? Oder stöhnen wir, wenn wir beispielsweise beim Friseur für einen Haarschnitt 30 Euro zahlen sollen. Und wo kaufen wir unser Brot? Beim Bäckermeister an der Ecke oder günstig im Diskounter und wundern uns später, dass es immer weniger Bäckereien gibt? Ein wenig liegt es also auch an jedem einzelnen von uns, ob sich junge Menschen für einen Handwerksberuf entscheiden und in ihm auch bleiben, ob Familienbetriebe Nachfolger finden oder irgendwann verschwinden. An jenen, die sich für einen Handwerksberuf entscheiden liegt es sicher nicht. Ich wünsche ihnen und den aktuellen Lehrlingen viel Erfolg und Freude an ihrem Beruf, mit ihrem Handwerk und uns ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die Leistung des Handwerks.