Matinee in der Städtischen Musikschule Chemnitz

Wenn jemand sagt, ich gehe heute ins Klavierkonzert, wird der Gesprächspartner vermuten, es ginge in ein philharmonisches Konzert im Theater oder Konzerthaus oder einen anderen Ort, der für derlei Konzertveranstaltungen bekannt ist. An eine Musikschule kommt man wohl nicht, zumindest nicht als erstes und nur wenige werden Künstler erwarten, die auf der internationalen Bühne unterwegs sind. Die Städtische Musikschule in Chemnitz bewies am 28. Januar eindrucksvoll, dass es sich lohnt regelmäßig auf die Veranstaltungsankündigung der Musikschule zu schauen und sich entsprechende Karten zu sichern.

Mit dem 30jährigen aus Westfahlen stammenden Pianisten und Cembalisten Moritz Ernst war ein junger Künstler zu Gast, der bereits jetzt weltweit Konzerte gibt. Sein besonderes Interesse gilt dabei den führenden zeitgenössischen Komponisten. Kaum bekannte Meister des 20. Jahrhunderts findet man auf seinen CD-Einspielungen, doch auch altbekannte Meister wie Haydn oder Händel gehören zu reinem Repertoire, dessen Vielfältigkeit und Umfang ihn so besonders macht.

Nancy Gibson, Direktorin der Städtischen Musikschule, Moritz Ernst und Thomas Stöß

Seine Vorliebe für zeitgenössische Musik spiegelte sich auch im Konzert wieder. Während im Ersten Teil neben dem „Gavotte varietee“ des französischen Barockkomponisten Jean Philippe Rameau und dem Präludium und Fuge Nr. 14 des schwedischen Komponisten Anders Englud auch Werke von Haydn (Sonate) und dem Chaconne G-Dur von Händel auch bekanntere Komponisten zu Gehör. Der zweite Teil des Konzerts stand indes ganz im Zeichen zeitgenössischer Kompositionen und hielt als Höhepunkt der Matinee die Uraufführung des Impromtu des Chemnitzer Komponisten Thomas Stöß bereit. Hierzu konnte man in der Freien Presse lesen: „… erlebte das Publikum die Uraufführung eines mehr auf harmonisch-rhythmische Effekte als melodische Wirkung zielenden Stücks, das, sich in tonalen Grenzen bewegend, ebenfalls im Geist des französischen Impressionisten (Debussy) steht und gelegentlich Ausflüge in die Klangwelt Sergej Rachmaninows unternimmt…“ (Link zum Artikel)

Ich durfte ein musikalisch anspruchsvolles Programm erleben und danke für die Einladung. Allen Musikliebhabern sei ein Blick in den Veranstaltungskalender der Städtischen Musikschule Chemnitz anempfohlen. Ein Besuch lohnt sich!