Arztpraxen in Sachsen zumeist nicht barrierefrei

Wer kennt es nicht: Fuß verstaucht, der Rücken schmerzt oder man hat sich ne fiese Erkältung eingefangen, das Atmen fällt schwer – ab zum Arzt ist die Devise. Doch vor der Erleichterung gilt es Hindernisse zu überwinden, sind doch die meisten Arztpraxen nur mittels mehr oder weniger beschwerlichen Treppenaufstiegs zu erreichen. Nun mag so mancher raten, den Arzt zu wechseln. Doch abgesehen davon, dass immer mehr Ärzte keine neuen Patienten annehmen, bedeutet ein Arztwechsel noch lange nicht, dass man zukünftig keine Treppen mehr steigen muss.
Was viele von uns vom Gefühl er wussten, bestätigt der heute vorgestellte Wohlfahrtsbericht für Sachsen. Barrierefreier Wohnraum ist Mangelware, viele Geschäfte, Geldinstitute gerade in kleineren Orten/ländlichem Raum sowie ein Großteil der Arztpraxen sind nur über ein oder mehrere Stufen erreichbar. Selbstbestimmte Teilhabe ist unter diesen Voraussetzungen nicht gegeben umso mehr jedoch dringender Handlungsbedarf.
Die Forderungen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege bringen die Situation der Menschen mit Beeinträchtigungen in Sachsen auf den Punkt. Nun ist die Staatsregierung am Zug. Das ist auch Ergebnis einer Veranstaltung des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen, die heute in Dresden stattfand und sich mit dem Thema barrierefreies Wohnen befasste.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Barrierefreiheit in Sachsen tatsächlich noch eine große Baustelle ist. So sind bis zum heutigen Tage beispielsweise die meisten Praxen niedergelassener Ärzte für Menschen im Rollstuhl nicht selbstständig zugänglich. Von ähnlichen Erlebnissen berichten mir Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung.