Schuldnerberatung, Seniorenbüro, Rente – ein spannender Tag ganz nah am Menschen

Gemeinsam mit Susanna Karawanskij war Sabine Zimmermann am 4. April in Zwickau unterwegs, verschiedene Stationen standen auf dem Plan. Doch gleich der erste Tagesordnungspunkt fiel buchstäblich ins Wasser. Bei strömendem Regen war an eine öffentliche Bürgersprechstunde auf dem Kirchberger Wochenmarkt leider nicht zu denken.

Susanna Karawanskij, Sabine Zimmermann (beide MdB), Sandro Tröger, Andreas Schäfer und Frau Müller

Die nächsten Stationen fanden dann allesamt im trockenen und in sehr angenehmer Atmosphäre statt. Zunächst ging es zur Schuldnerberatung der Caritas. Herr Schäfer, der Leiter,und seine Mitarbeiterin Frau Müller informierten über ihre tägliche Arbeit. Wir erfuhren: Im Jahre 2016 suchten 1230 Menschen Rat und Hilfe, um ihre finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei betreut die Caritas sowohl Kurzzeitfälle, denen mit wenigen Gesprächen geholfen werden kann, als auch Langzeitfälle. Diese erhalten umfassende und langfristige Unterstützung bei der Bewältigung der Schulden, teils bis zum Privatinsolvenzverfahren und Hilfestellung zur Vermeidung erneuter Schulden. Doch auch die Vermittlung zu weiteren Hilfsangeboten etwa der Suchthilfe aber auch der Wohnungsnothilfe und anderen Angeboten ist Teil der Arbeit. Verkompliziert wird diese jedoch durch rechtliche Vorgaben, die etwa die Erteilung von Beratungsscheinen durch entsprechende Behörden zu Kannleistungen reduziert. So erhalten etwa Arbeitslosengeld I-Bezieher, die zusätzlich ALG II beziehen aber seit 1. Januar der Arbeitsagentur zugeordnet sind, keinen Beratungsschein mehr. Eine Krux, die die Beratungsstelle immer wieder vor Herausforderungen stellt, sollen doch die Hilfesuchenden nicht darunter leiden, dass Schuldnerberatung noch immer keine feste Leistung des Sozialgesetzbuches ist. Hier ist die Politik gefragt und wir werden das entsprechend transportieren.

im Seniorenbüro des Vereins Aktiv ab 50 e. V.

Auf ebenso engagierte jedoch in anderem Bereich tätige Menschen trafen wir im Seniorenbüro des Vereins Aktiv ab 50 E. V. Die Vereinsvorsitzende und gleichzeitig 2. Sprecherin der Seniorenvertretung in Zwickau, Kathrin Fiebig sowie Christiane Tröger von der Seniorenvertretung informierten über ihre vielfältigen Aufgaben, Angebote aber auch Herausforderungen. So bemängelte etwa Christiane Tröger, dass die Seniorenvertretung in keinem weiteren Gremium der Kommune vertreten sei. Vorlagen an den Stadtrat würden leider nicht zur Stellungnahme zur Verfügung gestellt werden. Die direkte Einflussnahme auf kommunale Entscheidungen aus Sicht der Seniorinnen und Senioren sei damit sehr eingeschränkt. Ganz anders gelagert seien die Herausforderungen für den Verein Aktiv ab 50 e. V., der ein vielfältiges Angebot aus den Bereichen Bewegung/Sport, Weiterbildung, Geselligkeit, Ausflüge Demenzbegleitung und vieles mehr anbietet und dabei Hilfesuchende und Hilfsbereite gleichermaßen zusammenbringt. Eine Bitte wurde geäußert, dass die Projektförderungen nicht mehr an die sehr hohen bürokratische Hürden geknüpft würden. Diese Hürden führten dazu, dass bereitgestellte Mittel nicht abgerufen werden (können). Es sei wichtig, Menschen auch zu ehrenamtlicher Arbeit befähigen zu können, etwa in dem Fahrtkosten erstattet oder vergünstigt werden oder aber bei der Steuererklärung Aufwendungen für ehrenamtliche Arbeit geltend gemacht werden können. Auch hier bedürfe es der Unterstützung durch die Politik. Hier gab es insofern wichtige Anregungen für die weitere politische Arbeit. Wir bleiben natürlich im Kontakt.

v.l.n.r.: Susanna Karawanskij, Matthias Eulitz, Sandro Tröger, Sabine Zimmermann

Abschluss des Tages bildete eine Diskussionsveranstaltung „Das muss drin sein: eine Rente von der man gut leben kann“. Hier ging es um das Rentenkonzept der LINKEN sowie die Auswirkungen der aktuellen und bisherigen Arbeitsmarktentwicklung auf die Höhe der späteren Altersrente; um die Frage wie ein zukunftsfähiges Rentenkonzept aussehen kann und muss. Auch die Rentenkampagne des DGB wurde vorgestellt. Sowohl in den Positionen der Referenten Sabine Zimmermann, Susanna Karawanskij und Matthias Eulitz vom DGB also auch der Diskutanten im Publikum wurde deutlich: die gesetzliche Rente muss gestärkt, die Riesterrenten in die gesetzliche Rente überführt, die paritätische Finanzierung wieder hergestellt werden und schließlich, ganz wichtig, alle müssen in die Rentenkasse einzahlen: der Bandarbeiter genauso wie die Reinigungskraft, Politiker, der Beamte. Und schließlich auch der Selbstständige, egal ob ein kleines mittelständiges oder großes Unternehmen. Einigkeit bestand auch darin, dass das Rentenniveau auf 53 % wie es vor Jahren bereits der Fall war wieder angehoben werden müsse.
Ein langer, ein vor allem spannender Tag, der Einblick in vielfältige soziale und ehrenamtliche Arbeit gewährte. Der Einblick in Herausforderungen und Hemmnisse gab, der uns beeindruckende Menschen kennenlernen ließ und uns Aufträge für unsere tägliche Arbeit in den Parlamenten mitgab. Nochmals herzlichen Dank für die Offenheit, für das vielfältige Engagement und für die weitere Arbeit viel Erfolg, Kraft und Ausdauer. Wo wir unterstützen können, werden wir es tun.