Danke, Elke Herrmann!

Wir beide zogen 2004 über unsere jeweiligen Landeslisten in den Sächsischen Landtag ein.  Wir beide engagierten uns an verschiedenen Stellen für jene Menschen, die in unserer Gesellschaft keine Lobby haben, die sozial am Rande stehen und doppelt zu kämpfen haben. In Elke Herrmann traf ich im Landtag auf eine Kämpferin und eine Partnerin, mit der so manches gemeinsam und über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg auf den Weg gebracht werden konnte. Ich schätzte ihre geradlinige Art sehr. Und dazu gehörte auch  klar zu sagen, wenn sie etwas nicht mittragen konnte. Gerade diese Ehrlichkeit mochte ich  und machte ihre Verlässlichkeit aus. Sie war eine Kämpferin, immer für andere im Einsatz und dabei auch oft der Zeit voraus etwa mit ihrem Einsatz für eine humane Flüchtlings- und Asylpolitik lange bevor die Flüchtlingsströme uns erreichten. Und sie kämpfte wie wenige darum, dass die Staatsregierung ihre Augen nicht vor dem zunehmenden Crystalkonsum verschloss sondern 2014 endlich einen 10-Punkte-Plan auf den Weg brachte. Im Ringen um mehr soziale Gerechtigkeit hat sie viele Kämpfe gefochten und so manchen kleinen und großen Sieg errungen. Ihren wichtigsten und schwersten Kampf hat sie leider verloren. Kurz vor Weihnachten erfuhr ich wie meine Landtagskollegen vom Ableben  Elke Herrmanns nach langer schwerer Krankheit. Und ein wenig tröstet es doch zu wissen, dass ihr Glauben ihr für diesen letzten Kampf die nötige Zuversicht und Kraft gab. Meine Gedanken gelten ihren Angehörigen, Freunden und Weggefährten. Ihnen wünsche ich viel Kraft für die Zeit der Trauer. Vergessen werden wir, die wir sie kennenlernen durften, nicht. Machs gut, Elke und danke, dass auch ich ein Stück des Weges mit Dir gemeinsam gehen durfte.