Ungehindert Miteinander – eine Neujahrsbegegnung

Zu Beginn eines jeden Jahres häufen sie sich, die Neujahrsempfänge und Jahresauftakte. Und meist kann man die zahlreichen Einladungen gar nicht alle wahrnehmen, weil man halt nicht gleichzeitig an zwei oder mehr Orten sein kann.

Eine besondere Veranstaltung im Rahmen dieser Jahresauftakte war die Neujahrsbegegnung mit Ministerpräsident Kretschmer unter dem Motto „Ungehindert Miteinander!“  Zu den rund 900 geladenen Gästen gehörten Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und, allen voran, natürlich die Vertreterinnen und Vertreter der Behindertenverbände, der Selbsthilfegruppen sowie der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Ministerpräsident Kretschmer, der zu diesem besonderen Neujahrsempfang geladen hatte, sagte unter anderem: „Die Stärken und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen und chronisch Kranken nutzen, sie in die Gestaltung der Zukunft des Freistaates, in den Arbeitsmarkt und in das gesellschaftliche Miteinander einbeziehen ist eine Aufgabe, der sich alle stellen müssen… Der Freistaat wird dazu die Voraussetzungen schaffen und setzt dabei auf die aktive Mithilfe der Vereine, Verbände und der unmittelbar Betroffenen…“

Diesem Apell trug dann auch das Bühnenprogramm Rechnung, welches von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gestaltet wurde. Zu den Akteuren auf der Bühne gehörten einmal mehr die „Happy Drummers“ der Lebenshilfe Dresden sowie der Gebärdenchor des Berufsbildungswerkes für Hör- und Sprachgeschädigte Leipzig. Ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt wie es dem Gebärdenchor gelingt, mit den verschiedensten Gesten und Mimik nicht nur die Worte eines Liedes sondern gerade auch die Melodie von Songs auch für taube Menschen erlebbar zu machen. Ich finde das eine beachtliche Leistung, die für viel Gespür für Melodie und Rhythmus spricht.

Ganz persönlich hat mich gefreut, dass ich gemeinsam mit meiner Tanzpartnerin am Bühnenprogramm mitwirken konnte. Lange war das nicht sicher. Doch war gerade dieser Termin auch Ansporn für mich und Etappenziel, wieder auf die Reifen zu kommen. Gleichzeitig möchte ich damit aber auch anderen, die durch Unfall oder Schlaganfall Beeinträchtigungen erfahren haben, Mut machen, nicht aufzugeben. Auch wenn es manchmal schwer und auch sehr frustrierend ist, wenn es nicht so vorwärts geht, wie man es sich selber wünscht oder auch abverlangt, es lohnt sich dran zu bleiben. In diesem Sinne wünsche ich uns allen den Mut und die Kraft auch in diesem Jahr für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zu streiten. Möglichkeiten gibt es dazu jeden Tag reichlich und natürlich wird es auch Veranstaltungen dazu geben. Uns allen dabei viel Erfolg und eine gute Gesundheit!