Einbürgerungsfest im Sächsischen Landtag

Menschen aus anderen Ländern kommen aus unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland. Sie wollen hier studieren, suchen hier Schutz vor politischer Verfolgung oder Krieg und Terror. Ein Teil dieser Menschen geht irgendwann zurück in ihre Herkunftsländer, andere bleiben länger, weil es in ihrer angestammten Heimat noch immer nicht sicher ist, noch immer Not und Krieg herrschen. Sie bleiben, arbeiten und lernen hier und integrieren sich in unsere Gesellschaft. Viele klammern sich an die Hoffnung, irgendwann in ihre alte Heimat zurückkehren zu können. Andere beschließen, ganz hier zu bleiben und bemühen sich um die deutsche Staatsbürgerschaft. Um diese zu erlangen, muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die hier nachgelesen werden können.

Gute Tradition in Sachsen ist es geworden, jedes Jahr das Einbürgerungsfest zu feiern. Hierzu laden der Sächsische Innenminister und der Sächsische Ausländerbeauftragte alle Bürgerinnen und Bürger ein, die im Vorjahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. In diesem Jahr fand diese Feierstunde am 2. Juni statt, zu der sich etwa 550 Eingebürgerte und enge Angehörige angemeldet hatten. Die Feierstunde wurde von der Marwa El-Sherbini Stipendiatin Youmna Fouad moderiert und vom Universitätschor der TU Dresden unter Leitung von Christiane Büttig musikalisch begleitet.

Ich durfte in Vertretung des Landtagspräsidenten die Feierstunde zum Einbürgerungsfest eröffnen. Neben mir hielten der Staatsminister des Innern Professor Roland Wöller und der Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth ein Grußwort. Mackenroth sagte unter anderem: „Mein Wunsch ist, dass genau diese Vielfalt, die wir heute im Saal haben, in Sachsen und in Deutschland zur Selbstverständlichkeit wird.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Viele Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kamen, sind auf dem Weg zu einer guten Integration. Jüngsten Meldungen zufolge sind bereits 25 Prozent von ihnen in sozialversicherunsgpflichtigen Arbeitsverhältnissen. Dazu kommen noch jene, die sich mittels Selbständigkeit eine eigene Existenz aufbauen etwa als Barber-Geschäft, arabische Lebensmittelgeschäfte oder internationalen Restaurants und Imbissen. Ihnen allen wünsche ich viel Glück und Erfolg. Und auch jenen jungen Geflüchteten, die inzwischen eine Ausbildung absolvieren, wünsche ich maximale Erfolge. Eine Ausbildung zu absolvieren und das in einer fremden Sprache bedeutet besondere Herausforderungen, die nicht leichter werden dadurch, dass Familien und Freunde weit weg sind. All jenen, die diese Herausforderung annehmen gebührt allergrößter Respekt und jenen, die sie dabei im Großen wie im Kleinen unterstützen ebenso sowie unser Dank.

Allen Eingebürgerten wünsche ich für die Zukunft viel Glück und Erfolg auf ihrem Lebensweg, und selbstverständlich wünsche ich allen anderen in unserem Land angekommenen das Gleiche. Uns allen wünsche ich den Mut, Neuem und Fremdem mit mehr Aufgeschlossenheit zu begegnen und den Weg des gegenseitigen Kennenlernens zu gehen. Das mag manchmal unbequem sein, doch hilft es ganz oft neue Freunde zu finden. In diesem Sinne wünsche ich uns allen mehr Offenheit, Mut und Miteinander!

 

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